Stand Dezember 2009
Mit 66 auf den Laufsteg!
Mit 66 auf den Laufsteg, in Ahrensfelde ist das gang und gäbe. Dort zeigen Seniorinnen was in ihnen steckt beziehungsweise, wie man diese Reize vorteilhaft betont.
Gudrun Gerhardt hat keine Scheu, bei Modeschauen viel Bein zu zeigen. Schließlich hat sie darin Erfahrung: „Ich habe schon als junges Mädchen den Spaß am Laufsteg entdeckt. Damals war ich Verkäuferin, war fürs Schaufenster-Dekorieren zuständig und dachte mir, dass ich die schönen Sachen doch auch vorführen kann.“
50. Laufsteg Jubiläum
Mittlerweile könnte sie ihr 50. Laufsteg-Jubiläum feiern. Die schöne Verkäuferin hat ihr Hobby allerdings nicht zum Beruf gemacht. Stattdessen qualifizierte sie sich im Fernstudium weiter und war in Ahrensfelde als Erzieherin tätig. Doch richtig in Fahrt kommt sie besonders dann, wenn Monika Haake zur Vorbereitung einer Modenschau ruft. Die Seniorenbeauftragte weiß, dass diese Veranstaltungen besonders beliebt sind. „Wir machen aber noch viel mehr“, betont sie. So veranstaltet sie jeden Monat einen Kaffeeklatsch, lädt zu Faschingsball, Weihnachtsfeier, Busausflügen, Eisbeinessen oder Dampferfahrten ein.
Doch Ahrensfeldes Senioren wollen nicht nur unterhalten werden, sie packen auch an: „Dieses Jahr werden wir einen Weihnachtsmarkt in Ahrensfelde organisieren“, kündigt die gebürtige Thüringerin an.  Sie war in Artern in der Kommunalpolitik tätig, bevor es es sie an die Berliner Stadtgrenze verschlagen hat.
Treffpunkt Fitness
Ganz neu bei den Senioren ist Fitness-Sport: „Dann  zeigen wir in unseren Grün-Weiß-Trikots, was in uns steckt“, schmunzelt Ingrid Iwa, die mit ihren gerade mal 57 Jahren eigentlich viel zu jung für eine Seniorin ist. „Mich hat der damalige Ortsbürgermeister Dieter Wolf angesprochen, ob ich in der Arbeitsgemeinschaft Senioren mitmachen möchte. Ich habe mir das angesehen und mich gleich wohl gefühlt“, erinnert sie sich. „Viele Senioren vertrauen mir ihre persönlichen Sorgen an. Ich versuche dann, Weichen zu stellen und zu helfen.“
Ahrensfeldes Senioren wissen offenbar das Engagement zu schätzen und nutzen die Möglichkeiten. „Wir haben etwa 400 Senioren im Ortsteil Ahrensfelde. Davon kommen etwa 70 zu unserem Kaffeeklatsch, der jeden letzten Mittwoch im Monat um 15 Uhr stattfindet.
Zu eng im Rathaus
Zu Veranstaltungen wie der Weihnachtsfeier kommen meist noch mehr“, bilanziert Monika Haake. Nun droht ihr aber, der eigene Erfolg auf die Füße zu fallen: „Seit die Verwaltung ins neue Rathaus gezogen ist, steht uns für unsere Veranstaltungen der Ratssaal zur Verfügung. Der ist aber viel kleiner als die bisherigen Räume neben dem alten Verwaltungsgebäude. Nun haben wir ein echtes Problem, denn wie sollen wir hier alle Besucher der Weihnachtsfeier unterbringen?“
Während woanders Senioren, nach ihren Wünsche befragt, seniorengerechtes Wohnen fordern oder über zu hohe Bordsteinkanten klagen, haben die Ahrensfelder Ruheständler einen ganz anderen Wunsch: „Wir hoffen, dass endlich der neue Versammlungsraum gebaut wird.“  
Infos:
Tel. 0 30/93 49 96 98
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