Stand August 2011
Rock aus Ahrensfelde
Wenn Nachbarn die Köpfe zusammenstecken, dann wird es häufig laut.
In Ahrensfelde liegt es daran, dass gestandene Familienväter zu Gitarre und Schlagzeug greifen. Im Kiez um die Schillerstraße befindet sich nämlich die Hard-Rock-Wiege der Gemeinde! Hier hat die Band „Bar-Rock“ ihre Heimat, die Musiker stammen von hier!
Ex-Rocker in Aktion
„Kopf“ der Band ist der hauptberufliche Berufsschullehrer „Pit“ Peter Rhau. Der heute 53-Jährige hat bereits in stürmischen Jugendjahren „richtige“ Band-Erfahrung gesammelt, so als Bassist bei den Gruppen „Lexicon“ und „Airport“. Da selbst ein Rocker vor Liebe und den Folgen, nämlich einer Familie, nicht gefeit ist, wurde aus Rhau aber erst mal ein braver Baufachmann, der sein Fach nun den Lehrlingen an der Berufsschule näher bringt.
„Rock-Lexikon“ träumt von Schlagzeug
Beim Sommerfest in der Eichendorffstraße war es dann wieder so weit. Er zückte seine Gitarre und unterhielt die Nachbarn mit Liedern von Reinhard May und R.E.M.
Doch er sollte nicht lange Alleinunterhalter bleiben.
Roland Riedel, mittlerweile 54, von Berufs wegen im Baumaschinenvertrieb tätig und im Viertel als das „wandelnde Rock-Lexikon“ bekannt, stimmte mit ein. Seine Frau und seine Kinder schenkten ihm zum Geburtstag einen Intensiv-Schlagzeug-Kurs und seitdem gibt er in der Rocker-Runde den Takt an.
Als melodische Unterstützung rückte zur selben Zeit  Peter Nicolai in die musikalische Runde. Für ihn sind Gitarre und Gesang Ausgleich zu seinem Beruf als Fachmann für Baufinanzierung. Die Band war geboren und der erste Auftritt war geplant: Das alljährliche Sommerfest! Nun musste noch ein Name her und der lag schnell auf der Hand: „PeRoPit Sunshine Band“!
Sängerin aus der Badewanne
Kleinere Auftritte in vertrauter Runde folgten und 2005 bekam die Band „Nachwuchs“. Wie sollte es anders sein, beim Sommerfest!
Die damals 18-jährige Kathi Boldt wollte in illustren Runde ihr in der Badewanne erlerntes Können zum Besten geben. Nach ein-zwei Karaoke-Songs und etwas mehr
Gläsern Wein war schnell ein Termin zur ersten Bandprobe gefunden.
Mit nun weiblicher Unterstützung im Gesangsbereich folgten weitere Auftritte, unter anderem im Springpfuhl-Haus in Marzahn sowie bei diversen privaten Geburtstagen.
2007 stieß das vorerst letzte Mitglied zur Band: Petra Wolter, Musiklehrerin undpassionierte Keyboarderin. Sie unterlegte die Musik der Band mit einem melodischen, weichen Klangteppich.
Der Bandname war nun überholt, man wollte eine Bezeichnung mit Gemeinschaftssinn schaffen: Daraus wurde „Bar Rock“.
„Der Name führt allerdings viele auf eine falsche Fährte“, erklärt Gründermitglied Peter Nicolai. „Manche denken wir machen sanfte Bar-Musik oder spielen Musik aus der Barock-Zeit. Doch der Name steht allein für uns Rocker aus Barnim!“
Zehn Jahre auf der Bühne
Als „Bar-Rock“ feiert die
ungewöhnliche Nachbarschafts-Band 2012 das zehnjährige Jubiläum.
Die Band aus über 50-Jährigen mit ihrer jungen, mittlerweile 24-jährigen Sängerin, tritt mit einer Mischung aus eigenen Titeln und nachgespielten Rock-Klassikern auf. Einmal in der Woche ist Treff zum Üben – im Keller von Peter Rhau in der Schillerstraße. „Den haben wir wohlweislich so schalldicht gebaut, dass sich keiner von den Nachbarn gestört fühlt, wenn wir proben“, schmunzelt „Pit“ Rhau.
 70 Titel im Griff und die Rente im Auge
Mittlerweile haben die gediegenen Herrn mit den grauen Haaren und dem großen Rocker-Herzen an die 70 Titel im Repertoire, leiden allerdings unter Zeitnot.
„Weil wir alle berufstätig sind, können wir meist nur am Wochenende auftreten. Deshalb freuen wir uns über jeden Tag, wo wieder älter werden und der Rente näher rücken. Denn dann, im beruflichen Ruhestand, können wir endlich rocken was das Zeug hält“, sind sich die Bar-Rock-Mitglieder einig.
Großes Problem wird dann Haarkünstlerin Kathi sein, denn die hat die Rente noch weit vor sich und ist erst mal dabei, den harten Sitz im Hörsaal gegen den Friseurstuhl einzutauschen, denn sie will Verwaltungswissenschaften studieren.
Dann kann die Band sicher bald ein Lied von den Leiden eines heutigen Studenten singen und damit bestimmt den Kreis der ständig zunehmenden Fans entsprechend erweitern.
Infos: www.bar-rock.com
Tel. 01 72/3 18 69 71
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