Dies ist ein Archiv-Eintrag aus dem Jahre 2011! Die Informationen und Daten sind möglicherweise veraltet und nicht mehr aktuell.

Stand August 2011
Am Set mit Tom Cruise
Hollywood in Opas Haus – das gibt es in Lindenberg. Dort hat ein junger Filmversessener das kleine Haus des Großvaters in ein Studio für Filmproduktionen umgewandelt.
Ganz „bescheiden“ lädt DanielAckermann zu „Famous Motion Pictures“ ein. Das Schild könnte selbst in Hollywood an einer Studiotüre hängen. Doch bis zum richtigen weltweiten Ruhm hat der 23-Jährige noch ein wenig Zeit. Aufhorchen ließ er bisher schon!
Auslöser für die „Film-Sucht“ war der Griff zu Papas Kamera. „Damals war ich 16 Jahre alt und von der Möglichkeit, bewegte Bilder zu erzeugen so fasziniert, dass ich mich daran machte, mit einem Freund ‚Herr der Ringe‘ nachzudrehen, als Parodie.“
Der filmwütige Schüler schaffte mit seiner Leidenschaft kaum Auszudenkendes. „Ich bekam von der Schule die Erlaubnis, Klausuren fürs Abi zu drehen und als Film zu präsentieren, anstatt sie zu schreiben.“ Damals war er auf sein Thema „Australien“ gestoßen. So beschäftigte er sich per Film damit, wie die Aborigines als Urbevölkerung von den Engländern verdrängt wurden. Außerdem drehte er einen Image-Film über die eigene Schule. „Wir machten daraus eine DVD, die sehr
gefragt war. Da erkannte ich, dass mit Filmen Geld zu verdienen ist und meldete eine Firma an.“
Der Lindenberger mit den ungewöhnlichen Schularbeiten verfeinerte das selbst-angeeignete Praxis-Wissen gleich nach dem Zivildienst durch ein Studium an einer Berliner Medienakademie. „Ich spezialisierte mich auf Regie und Fernseh-Produktionen“, berichtet er.
Das hatte offenbar Erfolg: Daniel Ackermann gelang es, in die sonst bei Produktionen hermetisch verschlossenen Studios von Potsdam Babelsberg zu gelangen und durfte bei der US-Produktion „Operation Walküre“ mit Superstar Tom Cruise direkt am Set mitwirken. Dabei machte der Film damals auch deswegen Schlagzeilen, weil Tom Cruise nur ausgewählte Teams um sich haben wollte. Jedenfalls hatte Ackermann damit richtige Hollywood-Luft geatmet, was ihm bei seinem eigenen Film „U557“ zugute kam. „Darin wurde die wahre
Geschichte eines U-Boot-Kapitäns verfilmt. Ich hatte den Mann in Hamburg mehrmals getroffen, mir seine Erlebnisse berichten lassen, dazu das Drehbuch geschrieben und konnte daraus dann in den Babelsberger Studios einen Kurzfilm machen“, so Daniel Ackermann.
Mittlerweile ist der Lindenberger immer mehr gefragt. So engagierte ihn Action-
Regisseur Roland Emmerich fürs Set-Management seines neuen Films „Anonymous“ mit Stars wie Rhys Ifans, Vanessa Redgrave und Joely Richardson. Kinostart ist im September 2011. Darin wird die Frage aufgeworfen, ob Shakespeare seine Dramen überhaupt selbst geschrieben hat. Für 3sat unterstützte Ackermann den Regisseur John Kantara bei Wissenschaftsbeiträgen als Creative Producer.
Daniel Ackermann outet sich als großer Fan von Regisseuren wie Tom Twyker und Quentin Tarantino. Er träumt vom eigenen großen Spielfilm und hat dafür bereits das fertige Drehbuch in der Tasche. „Es soll eine bewegende Geschichte in Australien sein mit meinem Schulthema. Ich finde es spannend, wie die Engländer aus einem ganzen Kontinent eine riesige Gefängnis-Insel gemacht haben.“ Ackermann kennt das Film-Geschäft mittlerweile gut genug, um eine weitere Idee entwickelt zu haben: Er vermietet auf Wunsch komplette Film-Crews inklusive Technik. Wer also vor hat einen Film zu machen, den stattet der Lindenberger mit allem aus, was dazu nötig ist. Ebenso gerne besorgt Daniel Ackermann die anschließende Nachbearbeitung. „Bei Firmenaufträgen und Videos für Stars ist momentan die Mischung aus Film und Zeichentrick sehr gefragt. Darin haben wir viel Erfahrung!“
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