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Während manch einer auf sein schickes
Auto vor dem Haus stolz ist, kann ein
Ahrensfelder darüber nur müde lächeln. Er
hat nämlich einen eigenen Helikopter, den
er ganz elegant vom Parkplatz seines
Reihenhauses aus starten lassen kann!

Allerdings bleibt Andreas Preußer brav am
Boden, wenn sein Helikopter in die Höhe
geht. Denn das Fluggerät ist ausschließlich
als zusätzliches „Auge“ des Kameramanns
im Einsatz, mit dem er allerdings
atemberaubende Aufnahmen aus der
Vogelperspektive machen kann! Ansonsten
ist Andreas Preußer vor allem gefragt, um
Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier
und die anderen Spitzenpolitiker auf unsere
Fernsehbildschirme zu bannen. „Oft
verharrt man stundenlang im Wartemodus,
bis endlich die Tür aufgeht und lange
erwartete Entscheidungen verkündet
werden“, gibt er einen Blick hinter die
Kulissen.

Weltweit unterwegs

Der 43-jährige Familienvater kennt die
Welt wie kaum ein anderer Ahrensfelder.
„Ich war weltweit unterwegs, in den
unterschiedlichsten Städten. Ursprünglich
hatte ich ziemliche Vorurteile gegen Asien,
wegen des großen Kulturunterschieds. Seit
ich dort das erste Mal gedreht habe,
liebe ich diese Länder. Die Menschen sind
da so freundlich wie fast nirgends auf der
Welt“, hat er in Erfahrung gebracht. Der
gebürtige Berliner hat kurz vor der Wende
beim damaligen Fernsehen der DDR eine
Lehre zum „Facharbeiter für
Nachrichtentechnik“ gemacht.
Anschließend war er beim MDR in
Dresden tätig, wechselte dann zum
Privatsender „NTV“, um zurück nach
Berlin zu kommen. Seit zehn Jahren ist er
selbstständiger Kameramann. „Da ich lange
im Filmschnitt war, habe ich ein gutes Auge
für das Ergebnis und kann den Sendern
bereits komplette Arbeiten anbieten“,
nennt er sein Erfolgsgeheimnis. 

Al-Qaida auf der Spur  

Meistens liegen seine Themen im aktuellen
Bereich. „Kriegsschauplätze meide ich aber
generell, das ist etwas für spezialisierte
Kollegen“, schränkt er ein. Dennoch kam
er in Marokko in eine heikle Situation.
„Wir recherchierten nach dem Anschlag
vom 11. September 2001 auf das World
Trade Center einem der Al-Qaida-
Attentäter hinterher, der aus Casablanca
stammte. Seine Mutter wohnte in einem
Slum, wo die Kriminalität und
Gewaltbereitschaft so hoch ist, dass wir nur
mit einer starken Polizeieskorte das
Interview machen konnten. Das war ein
sehr unangenehmes Gefühl!“

Von Geheimpolizei verschleppt

Die Crew wollte noch Schlusssequenzen
vor der „Hassan-II.-Moschee“ machen, die
mit Platz für 25 000 Personen zu den  
weltweit größten gehört. „Plötzlich waren
wir von zehn Geheimpolizisten umringt,
die uns trotz Drehgenehmigung festsetzten.
Sie verboten uns sogar, unsere
Funktelefone zu benutzen.“ Heimlich
schlug ein Crewmitglied Alarm. „Zum
Glück konnte der Sender zu den
Verantwortlichen in Marokko
durchdringen, die uns dann aus den
Händen der eigenen Geheimpolizei
befreiten.“

Bei Promis im Urlaub

Solch unangenehme Erlebnisse bleiben
Andreas Preußer erspart, wenn er für eines
seiner weiteren Hauptthemen tätig ist:
„NTV ist ein Sender, der besserverdienende
Manager zum Zielpublikum zählt.
Deswegen wurde eine Reihe entwickelt, wo
Prominente
ihre Lieblingsferienorte präsentieren. Da
wohnt man dann in Hotels, von denen
ich normalerweise nicht mal träumen
würde. Dafür lernt man schöne Orte
kennen, wo man als Tourist niemals
hinkommt.“ Der Ahrensfelder kennt die
Welt, doch nun hat er sich vorgenommen,
sie aus ganz neuer Perspektive zu
betrachten. Ein speziell für ihn
angefertigter Kamera-Helikopter erlaubt
die Vogelperspektive. Akkubetrieben sind
damit Aufnahmen in bis zu hundert Meter
Höhe möglich. Die Fernbedienung dafür
sieht fast schon wie ein Ausschnitt aus
einem Flugzeug-Cockpit aus.  

Mit GPS durch die Lüfte

Das Gerät arbeitet mit GPS, hat
Instrumente wie Wind-, Höhen- und
Luftdruckmesser an Bord. Die Kamera ist
mit spezieller „schwimmender“ Linse
ausgestattet, die Verwacklungseffekte
minimiert. „Wer nun aber denkt, damit
kann man einfach überall in die Lüfte
gehen, der irrt“, warnt Andreas Preußer.
Man muss sich dafür für jedes Bundesland
eine Genehmigung holen und jeden Flug
beim zuständigen Ordnungsamt anzeigen.
Schließlich könnte ansonsten jemand das
Gerät für ein UFO halten. „In Bremen
wurde wegen eines privaten Fluggeräts
schon mal der Luftraum für einige Stunden
gesperrt. Das dürfte dem Verursacher teuer
zu stehen gekommen sein.“

Windräder im Auge

Mit seinem ungewöhnlichen Gerät ist
Andreas Preußer übrigens weit übers
Fernsehen hinaus gefragt. Damit kümmert
er sich beispielsweise sogar indirekt um
unseren Strom: „Windräder müssen
mehrmals im Jahr auf Sicherheit geprüft
werden. Das war bisher nur mit Kletterern
möglich. Nun erlaubt mir meine Technik,
die Rotorblätter fotografisch auf Haarrisse
zu untersuchen, was doppelt so schnell
geht.“ Selbstverständlich konnte sich
Andreas Preußer, der 1999 nach
Ahrensfelde zog, um der kleinen Tochter
ein Aufwachsen im Grünen zu ermöglichen,
sich nicht verkneifen, mal sein eigenes
Haus aus der Vogelperspektive zu erleben.
Ahrensfelde mit seinen Ortsteilen hat er
bereits vor Jahren filmisch festgehalten.
Nun denkt er an ein Video, um seine
Heimat von oben zu zeigen. Das wäre
sicher für die
ganze Großgemeinde ein faszinierendes
Erlebnis!

Infos:
Tel. 01 72/3 12 97 80


https://ahrheide.homeserver.com/ptmvisio
n/

Helikopter vor dem Reihenhaus

Stand Oktober 2014

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