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Was macht man mit einer Schulturnhalle,
wenn die Schule „verloren“ ging? Vor
dieser Frage standen die Lindenberger
nach der Wende.

„Damals waren wir noch eine
selbstständige Gemeinde im Amt
Ahrensfelde. Wir hatten kurz vor der
Wende eine neue Schulturnhalle erhalten.
Nachdem schon unsere Schule nicht mehr
im Ort war, wollten wir zumindest die
Turnhalle erhalten“, schildert
Gernod Gruschwitz die damalige
Situation. „Es gab bereits Anfragen von
Firmen, die hier ein Lager einrichten
wollten.“

Rettungsaktion für Turnhalle      

Man kann nachvollziehen, dass den
Lindenbergern bei dieser Vorstellung das
Herz weh tat. „Wir waren uns schnell mit
dem damaligen Bürgermeister Wilfried
Gehrke einig, dass die Halle erhalten
bleiben muss. Ein Verein musste her, der
für Leben sorgt.“ Dies war die
Geburtsstunde des TSV Lindenberg 1994
e.V., der nun zum Jahrestag der Gründung
am 11.12.2014 den runden 20. Geburtstag
feiern wird.  

Spaß für die Kinder  

Der heutige Vorsitzende
Gernod Gruschwitz war von Anfang an
dabei und führt den Verein seit 1996. Der
52-jährige Baggerfahrer hatte allerdings
vor 20 Jahren mit Sport wenig an der
Schaufel. Vielmehr ging es ihm um
Freizeitmöglichkeiten für seine
Kinder Denise, heute 27 Jahre alt, und
Christoph, heute 24 Jahre alt. „Zudem
wohne ich schon immer im Ort und bin
Lindenberger mit Herz und Seele“,
schmunzelt er. So glatt, wie man sich das
damals vorstellte, ging es mit dem Verein
aber dann doch nicht voran. Irgendwie
hatten die Leute nach der Wende
andere Sorgen, als sich in Turnhallen den
noch gar nicht vorhandenen
Wohlstandsspeck abzutrainieren. „Wir
brachten es erst ziemlich schnell auf 30
Personen, dann wurden es aber immer
weniger. Schließlich fielen wir zweitweise
auf nur zehn Vereinsmitglieder ab“, blickt
Gernod Gruschwitz auf „schwere Zeiten“
zurück.  

Vom Bagger zum Bogen  

Dass der Verein nun mit über 340
Mitgliedern nach dem „SV Grün-Weiß
Ahrensfelde“ zweitgrößter Sportverein in
der Großgemeinde ist, verdankt er viel
seinen neuen Ideen. Zudem half, dass
Gruschwitz jeden im Ort kennt und so
manchen zum Mitmachen bewegen
konnte. Wo sich in den Anfängen die
Freizeit-Volleyballer ab und an zum Spaß
trafen, werden nun hochkarätige
Veranstaltungen geplant. Mittlerweile
wurden auf dem neu-angelegten Platz
bereits dreimal „Deutsche Meisterschaften
im Bogenschießen“ ausgetragen. Denn
mit der Erweiterung des TSV wurde
Lindenberg zu einem bundesweit
gefragten Treffpunkt der Freunde dieses
Nischensports. Baggerfahrer Gernod
Gruschwitz gehört mittlerweile selbst zu
den erfolgreichen Schützen in der
Nachfolge von Winnetou.

Schießen statt Herumstehen

„Meine Kinder hatten sich für
Bogenschießen entschieden, weil sie sich
im Prinzip für gar keine Sportart
begeistern konnten und dies zumindest
etwas anderes war“, erinnert er sich.
„Deren Trainer meinte zu mir, wenn ich
schon warte, bis die Kinder fertig sind,
könnte ich ebensogut selbst mitmachen!“
Gernod Gruschwitz ließ sich von der
Faszination anstecken. Heute geht er mit
hochtechnischem Gerät ans Werk und
kann es kaum erwarten, das nächste
Modell zu erwerben. Ehefrau Elke
Gruschwitz wollte nicht hintanstehen und
kann mittlerweile auf diverse „Deutsche
Meister“ Titel verweisen.

Zehn Sportarten  

Familie Gruschwitz lenkte den Verein mit
viel Voraussicht, das beweisen die Erfolge.
Mittlerweile erfreuen sich Tischtennis, Ju
Jutsu, Bogenschießen und Kindersport
enormer Beliebtheit. Volleyball und Boxen
haben je an die zehn Aktive, Aroha und
Zumba ziehen bereits kurz nach Start 40
Begeisterte an. „Ganz neu konnten wir
eine Laufgruppe aufnehmen, die hatten
sich von selbst bei uns  gemeldet“, so
Gernod Gruschwitz. Nun plant der
Verein, Senioren verstärkt ins Visier zu
nehmen. Da Tochter Denise Gruschwitz
mittlerweile Physiotherapeutin ist, böte
sich an, das Spektrum um Präventions-
und Rehasport zu erweitern.

Rammelvoll  

Musste man im Verein lange ums
Weiterbestehen bangen, so drücken die
Lindenberger nun ganz andere
Sorgen: „Wir haben mehr Interessenten
als wir aufnehmen können.“ Die Halle,
um deren Weiterleben sich der Verein
gegründet hat, ist mittlerweile ständig
rammelvoll. Deshalb reifte die Idee zu
einem Neubau gegenüber, entlang der
Straße, vor die neue Kita. „Die
planungsrechtlichen Weichen sind
gestellt, nun geht es um die Realisierung.“
Allerdings, noch stehen keine Bagger, so
dass Baggerfahrer Gernod Gruschwitz
kaum Hoffnung hat, im Jubiläumsjahr ein
neues Revier in Betrieb nehmen zu
können.

Große Feier im Dezember  

Deshalb werden die große Festsitzung mit
geladenen Gästen am 11. Dezember 2014
und der für alle offene Sportlerball mit
Livekapelle nach Ahrensfelde ausgelagert
und dort im Gemeindezentrum gefeiert.
„Bei uns in Lindenberg gibt es leider
keinen Platz für so eine große
Veranstaltung.“ Während es mit der Mit
gliederentwicklung nach wie vor erfreulich
nach oben geht, zeichnet sich beim Verein
allerdings eine Trendwende in der
Alterspyramide ab: „Erstmals haben wir
nun etwas mehr Erwachsene unter den
Aktiven als Kinder und Jugendliche.
Bisher war es immer umgekehrt.“

Infos:
tsvlindenberg.de
Tel. 01 70/5 56 43 23

20 Jahre TSV Lindenberg

Stand Oktober 2014

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