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Ein Lehrer lässt „Puppen tanzen“ und sorgt für „stachlige“ Genüsse. Damit erntet er in Ahrensfelde
regelmäßig große Begeisterung.  
Klaus Joachim liebt offensichtlich die Gegensätze. Er ist Fußballfan, steht auf Heavy Metal und schätzt
andererseits die Romantik der deutschen Weihnacht. Auf sein „Konto“ gehen Kinderfußballturniere ebenso
wie die neue Tradition eines Weihnachtsmarkts in Ahrensfelde.      
Hochkarätiges Kabarett
Als Vorsitzender vom „Arbeitskreis Kultur“ sorgt er für einen bunten Veranstaltungsreigen rund ums Jahr.
Dazu gehört viel hochkarätiges Kabarett. So gelang es, die renommierte „Distel“ zu regelmäßigen Auftritten
in der Gemeinde zu bewegen. Die Ahrensfelder lieben offenbar den „stachligen Humor“ und die etwas
andere Sicht aufs Weltgeschehen: „Bei diesen Auftritten ist der Gemeindesaal mit seinen maximal 270
Plätzen meist restlos ausverkauft“, so der Grundschullehrer, der seit 1997 in Ahrensfelde lebt und seit 2002
den Ort im eigenen Haus genießt. Es gefällt ihm hier so gut, dass ihm nicht mal der tägliche Schulweg bis
nach Berlin-Wedding etwas ausmacht.  
Allein unter Türken
Schließlich ist er vielseitig und flexibel, was man daran sieht, dass er seine Tätigkeit nach 35 Jahren immer
noch als „Traumjob“ ansieht. Dabei hat er sich ziemlich umstellen müssen, als er beruflich vom
nahegelegenen Marzahn ins entfernte Wedding wechselte: „In meiner Klasse habe ich gerade noch ein
deutsches Kind, der Rest der Klasse kommt aus anderen Ländern!“ Viele kennen Klaus Joachim vom
langjährigen Einsatz beim örtlichen Sportverein „Grün-Weiß Ahrensfelde“. Dort erlebte man ihn als aktiven
Kicker, als Leiter der Fußballabteilung und nunmehr als deren Vize-Chef. Andere Sportarten wie Eishockey
und Handball genießt er vorwiegend vor dem Fernseher.  
Kultur hautnah
Kultur hingegen, was sein weiteres Hobby ist, möchte er, dass man es hautnah erleben kann. „Das gibt erst
das echte Prickeln“, weiß Klaus Joachim. Also war es für ihn keine Frage, sich in Nachfolge von Bärbel
Richter für diesen Sektor in Ahrensfelde zu engagieren. „Es ging mir darum, die vielen guten Ansätze weiter
zu führen und sie um ein paar meiner Ideen zu ergänzen. Dazu gehört das Fußballturnier der Kita-Kinder,
das sich als großer Publikumsmagnet erwies. Wir haben es vor acht Jahren ins Leben gerufen und konnten
es seither erfolgreich veranstalten. Das Schöne dabei ist, dass Jungs und Mädchen gerne mitmachen und
die Eltern über die Ortsteilgrenzen hinaus miteinander in Kontakt kommen“, beschreibt Klaus Joachim seine
Idee.
Abkupfern erlaubt?
Für den Weihnachtsmarkt in Ahrensfelde setzte er hingegen auf das in der Schule eher verbotene
„Abkupfern“, denn dabei stand Blumberg als Musterbeispiel Pate. Jedenfalls erfreut sich der Markt, der am
zweiten Adventswochenende hinterm Rathaus abgehalten wird, großer Beliebtheit. Obwohl Frauen als die
besseren Organisatoren gelten, ist der „Arbeitskreis Kultur“ in Ahrensfelde zum Erstaunen von Klaus
Joachim männerdominiert. Mit dabei ist Ahrensfeldes Ortsvorsteher Peter Hackbarth. „Das hilft uns sehr,
wenn es um Kontakt mit der Gemeinde geht“, lobt Klaus Joachim. Er würde sich allerdings wünschen, dass
sich der Arbeitskreis etwas verjüngt, schließlich ist immer Platz für neue Ideen.
Neue Anreize
Pro Jahr werden mindestens zwölf Veranstaltungen durchgeführt, was eine ganze Menge ist, wenn es wie
in Ahrensfelde in der Freizeit organisiert wird. Feste Bestandteile sind Kabarett, Puppentheater und die
Teilnahme am Dorffest. Erstaunlich, dass es gelingt, regelmäßig hochkarätige Künstler in die kleine
Vorortgemeinde von Berlin zu bringen. Dazu gehörten in letzter Zeit das aus Dresden stammende
Kabarett „Kaktusblüte“, sowie „Syndikat“ oder „Die Kneifzange“. Dass Kultur ansteckend sein kann, erlebt
Klaus Joachim am eigenen Leib: „Ich bin früher nie zu Lesungen gegangen. Seit wir selbst dazu einladen,
habe ich gemerkt, dass das sehr spannend sein kann.“ Schließlich konnte man dazu Prominente wie die
Ex-Polizeiruf-Kommissare Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler, Liedermacherin Barbara Thalheim oder
den umstrittenen Jugendrichter Andreas Müller gewinnen. „Mein Traum wäre Jürgen von der Lippe“, so
Klaus Joachim. Dies liegt sicher eher im Bereich des Möglichen als Gastspiele seiner Lieblingsbands: „Ich
bin ein großer Fan von Heavy Metal Gruppen wie ‚Rammstein‘ oder ‚AC/DC’, doch da habe ich noch keinen
Draht für eine Einladung nach Ahrensfelde gefunden!“
Infos: 
Tel. 0 30/93 02 10 72
Stand Oktober 2015
Lehrer auf Promi-Tour
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