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Mit Feuer und Flamme für blühende
Landschaften, dafür sorgt der
„Schlosspark-Gärtner” mit seinen fleißigen
Helfern. Fast alle können sich über den
Feuereifer der Freiwilligen mit dem
„grünen Daumen“ freuen, nur das „arme
Unkraut“ hat ein Problem, wenn es im Park
wieder heiß her geht.  

Einer der Urheber für die regelmäßigen
Park-Aktivitäten ist Peter Schmoll. Dabei
wurde dem „Schlosspark-Gärtner“ das
Bemühen um feudales Grün keineswegs in
die berufliche Wiege gelegt. Der heute 69-
jährige Rentner ist stattdessen gelernter
Diplom-Ingenieur und war „in der
Entwicklung und der Anwendung  von
Automatisierungstechnik“ tätig. Doch
entsprechend dem bekannten Motto, „dem
Ingenieur ist nichts zu schwör“, packte ihn
im Ruhestand der Eifer, seine Heimat mit
zu gestalten. „Ich klopfte 2008 beim
Bürgerverein an, ob die mich haben wollen
und fand sofort freudige Aufnahme“,
erinnert er sich.

CDU-Aktivist sieht grün

Volker Wenda freut sich nun bereits seit
2009, mit dem CDU-Aktivisten einen
engagierten Mitkämpfer im Vorstand an
der Seite zu haben, der sich in Berlin-Buch
trotz „schwarzem“ Parteibuch engagiert der
„grünen“ Sache annehmen wollte.

Denn Peter Schmoll ärgerte ebenso wie
Volker Wenda, dass der Schlosspark als
eine beliebte Erholungsoase von Berlin-
Buch in der Rangliste des Bezirks ganz
unten angesiedelt ist. „Die Verwaltung
vergab für ihre Parks Pflegestufen. Eine
hohe Wertung bedeutet viel
Aufmerksamkeit, wir allerdings bekamen
eine niedrige Einstufung“, so Peter
Schmoll. Der aktive Rentner wollte das
aber nicht zum Anlass nehmen, um sich
entsprechend seinem Namen schmollend in
einen Winkel zu verziehen, sondern
entschied sich, zu handeln. „Wir treffen
uns seit mittlerweile zwei Jahren von
Frühjahr bis Herbst einmal im Monat, um
den Park zu pflegen“, berichtet er.

Mit Flammen gegen Unkraut

Neben ihm als Initiator gehören weitere
zehn Personen zum „harten Kern“, dem
sich dann Bürger anschließen, die
„spontan“ mitmachen. Es kamen aber auch
schon ganze Schulklassen, die ebenfalls
mit großem Eifer dabei waren.

„Wir sorgten für Neubepflanzungen, für
Sauberkeit und mähten die
Rasenabschnitte, die vom Grünflächenamt
mit den großen Maschinen nicht bearbeitet
werden konnten“, zählt Peter Schmoll auf.
Die Gartenfreunde setzen Krokuszwiebeln,
damit es im Frühjahr weitum farbig blüht.
Wenn es sein muss, rücken sie auch mit
„schwerem Gerät“ an. So gehen sie
ungeliebtes Unkraut mit gärtnerischen
Flammenwerfern an.

Ungeliebtes Modellprojekt

Peter Schmoll führt seine grüne Ader auf
die Kindheit zurück. „Ich stamme aus
Pommern, wir wohnten in einem kleinen
Dorf.“ Die Eltern ließen sich später in
Eberswalde nieder: „Dort hinterließen sie
mir einen kleinen Garten“. Doch privat hält
sich das grüne Engagement des
„Schlossgärtners von Berlin-Buch“ in
Grenzen: „Dort geht es nur um Erholung,
angebaut wird da gar nichts, mir reicht die
grüne Wiese, die da von selbst wächst.“

Ebenso wie Vereinschef Volker Wenda ist
Peter Schmoll traurig, dass der Versuch
gescheitert ist, den Schlosspark von Berlin-
Buch mit in die Bundesgartenschau
einzubringen, die 2017 in Berlin-Marzahn
stattfinden wird.

„Da haben sich die beiden
Bezirksbürgermeister leider nicht einigen
können.“ Dafür ist der Schlosspark
neuerdings ein Modellprojekt für Ökologie.
Darüber kann sich Peter Schmoll, obwohl
er sachkundiger Bürger im
Umweltausschuss ist, gar nicht freuen: „Da
wurde ein Herzstück unseres Parks einfach
abgesperrt. Der Grund ist einmal die
Gefahr durch Bäume, die umkippen
könnten. Die könnte man ja einfach wie
überall auf der Welt üblich, absägen, doch
leider nisten ausgerechnet hier Käfer, die
auf der Roten Liste stehen. Als ob man die
nicht  auf die früheren Rieselfelder
verlagern könnte!“

Gärtner mit Feuer und Flamme

Stand März 2013

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