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Wo „Süden“ draufsteht, sollte diese Himmelsrichtung zuverlässig drin stecken. Deshalb ist logisch, dass man eine Berliner Band namens
„Südpark“ wohl in Neukölln oder einem anderen südlichen Stadtteil von Berlin gedanklich vermuten würde, aber auf keinen Fall in Berlin-
Buch.
Doch, ätsch, „Südpark“kommt ausgerechnet aus Berlins nördlichstem Ortsteil! Dennoch hat der Name seine Berechtigung: „Wir hatten unsere
Geburtsstunde im Club ‚Der Alte‘. Der liegt am südlichen Ende vom Schlosspark. Also ist der Name ‚Südpark‘ keine Begriffsverwirrung“, lässt sich
Bandleader Jörg-Peter Malke in die Logik der Namensfindung blicken.
Probleme mit den Noten
Ein wenig „schuld“ an der verwirrenden „Firmierung“ hat wohl, dass der 52-jährige Schauspieler, der zum festen Ensemble vom „Theater am
Nikolaiviertel“ gehört, gar keine Band gründen wollte. Stattdessen hatte er eine Laienspielgruppe ins Leben gerufen. Dabei kristallisierte sich
heraus, dass die Möchtegern-Theatermusiker Lars Rothe und Torsten Fahl ein Faible für gute alte Rockmusik haben und sich als Bassist und
Gitarrist erproben wollten. „Als die dann noch mit Uwe Hildebrand einen Schlagzeuger anschleppten, war die Band ja musikalisch komplett“, so
Jörg-Peter Malke. Das kam ihm durchaus zupass, schließlich ist er begeisterter Gitarrensammler, den neben den Auftritten im Altberliner Milieu und
Heinrich Zille spezialisierten Touristen-Theater Rockmusik fasziniert. „Für Songs hatte ich viele Ideen im Kopf. Schwierig war nur, meine
Vorstellungen den anderen zu vermitteln“, war dem vielseitigen Schauspieler klar. Denn Jörg-Peter Malke hat eine große Schwäche. Schwarze
Punkte mit Häkchen dran findet er sehr verwirrend, von Notenlesen keine Spur. „Also blieb mir nichts anderes, als mich mit dem Thema
anzufreunden. Ich kaufte mir einen Laptop mit entsprechendem Programm und stürzte mich ins Noten lernen. Zugleich machte ich mich in
Kompositionslehre schlau!“
Viel gefragt
Die Mühe lohnte sich, denn Malke sorgt nun mit seinen Texten und Kompositionen für den Erfolg von „Südpark“. Die Band ist bisher mindestens
einmal monatlich zu sehen. Sie konnte mittlerweile das runde 50. Auftrittsjubiläum feiern. „Wir haben so viele eigene Songs, dass wir damit ein
abendfüllendes Programm bestreiten können“, freuen sich die „Südpark“-Musiker. Um das zu erreichen, mutet Jörg-Peter Malke Ehefrau Heike
Spott einiges zu. Denn sie muss ertragen, dass noch eine andere mit im Bett liegt. Die ist ziemlich schlank und immer willig, denn sie wartet nur
darauf, dass ihr Malke spontan anvertraut, was ihm im Traum einfällt. Es handelt sich um eine Kladde, ohne die der Jung-Bandleader nirgendwo
hingeht, nicht mal ins Bett: „Darin schreibe ich meine spontanen Einfälle auf, die dann zu Songs werden!“
Witzig, kritisch, albern!
Die drehen sich um Alltagsthemen, beziehen ernste Probleme ein, sind „manchmal humorvoll, ab und an albern“, schätzt sich Komponist Jörg-Peter
Malke ein. „Die Texte sind generell auf deutsch, denn dies ist die einzige Sprache, in der ich mich lyrisch ausdrücken kann.“ Schließlich ist ihm sehr
wichtig, dass das Publikum sich mit den Inhalten der Songs auseinandersetzt. „Wenn die auf die Texte achten, gerät die Musik ein wenig in den
Hintergrund, schließlich sind wir keine Profi-Musiker.“ „Südpark“ freut sich, „Fans im Alter von 20 bis 70 Jahre“ zu haben. „Sogar mein Sohn Lars
Spott kommt gerne zu den Konzerten.“
Karriere im Auge?
Wer es nicht zu den Live-Auftritten schafft, wird es bald schon einfacher haben. Die Band aus Berlin-Buch bastelt gerade an der ersten CD. Dabei
hat die Musiker mit Eghard Schumann ein Profi unter die Fittiche genommen, den früher Keyboarder der DDR-Band „Transit“ war. „Schumann
produziert ansonsten Stars wie Chris de Burgh oder Bonnie Tyler“, freut sich Malke. Da besteht ja Hoffnung, dass die „Südpark“-Rocker aus dem
kühlen Norden Berlins ebenfalls beginnen, die Hitparaden-Charts zu stürmen. Vielleicht mit einem Berlin-Buch-Song? „Der muss noch geschrieben
werden“, macht es Berlin-Buch-Fan Jörg-Peter Malke spannend.
Infos:
www.suedpark-band.de
Tel. 01 71/3 23 65 04
Stand Februar 2015
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Mit guten Texten die Musik überdecken!
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