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Bewag Aktiengesellschaft & Co. KG Wärme Berlin
Anlagenmanagement

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„Lola II” geht in den Ruhestand

Stolze einhundert Jahre hat das Heizkraftwerk Berlin-Buch nunmehr auf dem Rücken. Als es 1905 in Betrieb ging, versorgte es in erster Linie den Krankenhauskomplex mit Wärme und Strom. Heute profitiert ganz Buch von dem Service. 1905 nahm das Kraftwerk mit 26 kohlegefeuerten Kesseln den Betrieb auf. Erst nach 70 Jahren wurde eine generelle Erneuerung nötig. Vier schwerölgefeuerte Dampferzeuger lieferten nunmehr die nötige Energie.
1982 wurden vier gasbetriebene Heißwassererzeuger mit jeweils 15,5 Megawatt Wärmeleistung in Betrieb genommen. Anfang der neunziger Jahre wurde auf den Betrieb mit schwefelarmem leichten Heizöl umgestellt. Heute werden rund 10000 Wohnungen und 500 Einzelanlagen mit Wärme aus dem Bucher Heizkraftwerk versorgt. Das entspricht etwa 90 Prozent der im Versorgungsgebiet liegenden Gebäude. Zu den Kunden gehört auch die Helios-Klinik.

Energie aus der Deponie
Seit 2000 wird die Abwärme der Deponiegasanlage Schwanebeck in das Fernwärmenetz des Heizkraftwerkes Buch eingekoppelt. Durch die Nutzung dieser Energie konnte die Kohlendioxid-Emission um fast ein Viertel gesenkt werden. Schon zuvor wurde mit der Umstellung der vier Dampferzeuger von schwerem auf extra-leichtes Heizöl der Schwefeldioxid-Ausstoß erheblich vermindert.

Achtfache Leistung
Noch in diesem Jahr ist die Inbetriebnahme einer neuen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage geplant. Dafür wird die alte Dampfturbine aus dem Jahr 1962, von Kraftwerkern liebevoll Lola II genannt, nun endgültig in den mittlerweile wohlverdienten „Ruhestand“ geschickt. „Unsere neue Anlage kann dann aber mit einer achtfachen elektrischen Leistung, das sind fünf Megawatt, aufwarten. Damit werden wir 95 Prozent der Energie mit umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen“, erklärt Andreas Heuer. Er ist den Buchern als der freundliche Leiter vom Heizkraftwerk an der Schwanebecker Chaussee bekannt. „Die neue Anlage ist auf die derzeitige Kundenstruktur ausgelegt. Mit dem Umzug in das neue Helios-Krankenhaus werden zahlreiche Krankenhausgebäude, so ÖB VI und ÖB VII, für einen ungewissen Zeitraum nicht mehr genutzt. Wir sind deshalb sehr darum bemüht auch das neue Helios-Krankenhaus als Kunden zu gewinnen. Wir könnten es mit der umweltfreundlichen Energie aus Kraft-Wärme-Kopplung versorgen. Schließlich wurde unsere Anlage ursprünglich als Krankenhaus-Kraftwerk errichtet“, so Andreas Heuer.

„Hohler Vogel” speichert Wärme
Neben der neuen Dampfturbine ist auf dem Bucher Gelände noch eine weitere Neuerung geplant. Ein alter Öltank soll zu einem Wärmespeicher umgebaut werden. „Im Prinzip ist das zur Zeit nur ein hohler Vogel. Wir könnten hier Wärme zwischenlagern, um Tagesschwankungen in der Wärmeabnahme auszugleichen. Die Anlage könnte somit noch wirtschaftlicher und umweltfreundlicher betrieben werden“, weiß Andreas Heuer. Die neuen Investitionen, die allesamt zugunsten der Umwelt getätigt werden, möchte die Bewag der Bucher Bevölkerung gerne näher bringen.

Tag der offenen Tür

Am 17. September 2005 lädt das Unternehmen zum Tag der offenen Tür in das Heizkraftwerk Buch ein. Interessierte können sich an diesem Tag die neue Anlage ansehen.

Andreas Heuer ist der Leiter Erzeugung Nord/Süd bei der Bewag. Er möchte die leeren Öltanks zu Wärmespeichern umfunktionieren.

Rund 10000 Wohnungen in Buch werden vom Heizkraftwerk mit Wärme beliefert. Im einhundertsten Jahr seines Bestehens bekommt das Werk eine neue Dampfturbine.

Durch die hochmoderne Anlage konnte die Kohlendioxid-Emission um nochmals etwa ein Viertel gesenkt werden.