Stand November 2010
Hund und Kuh einträchtig vereint
Sie gehörten zu den Pionieren des modernen Tierschutzes und sind heute schon fast so etwas wie ein „Tierschutzkonzern“. Der Tierschutzverein Niederbarnim mit seinem weitläufigen Areal auf einem früheren Armeegelände fühlt sich heute für Fuchs und Hase, Hund und Katz und sogar für Pferde, Kühe und Schafe zuständig.
Aus dem kleinen Grüppchen von Tier-Enthusiasten wurde nun ein Tierschutz-Betrieb. Tierheimleiter Frank Henning steht einem zehnköpfigen Team vor, das sogar einen 24 Stunden Notdienst unterhält. „Wir haben Verträge mit 160 Kommunen in 16 Amtsbereichen. Wenn uns die Ordnungsämter anrufen, kommen wir und sammeln herrenlose Tiere ein“, berichtet die langjährige Schatzmeisterin und Sprecherin des Vereins Renate Jentsch. „Die Tiere kommen dann bei uns erst mal in Quarantäne. Oft müssen sie erst mal aufgepäppelt werden bevor an eine Vermittlung zu denken ist.“
Hauptsächlich sind es Hunde und Katzen, die hier in unterschiedlichen liebevoll gepflegten Häusern auf neue Besitzer warten. Diese allerdings müssen schon bereit sein, für ihren neuen Hausgenossen aus dem Tierheim spürbar ins Portemonnaie zu greifen: „Wir erheben eine Schutzgebühr, die bei Hunden bei 170 Euro beginnt“, so Frank Henning.
Selbst Tierfreunde, die mit dem vierbeinigen Hausgenossen nicht mehr zurecht kommen und ein Tier „geordnet“ im Ladeburger Tierheim abgeben möchten, werden zur Kasse gebeten, mit einer „Abgabegebühr“ zwischen 50 und 150 Euro!
„Wer das Geld nicht aufbringen kann, etwa weil er mit kleiner Rente auskommen muss, für den finden wir aber immer eine Lösung. Weggeschickt wird niemand“, beruhigt Renate Jentsch.
Allerdings wird so verständlich, dass die überwiegende Zahl der aufgenommenen
Tiere nicht abgegeben, sondern ausgesetzt worden ist.
Immerhin sind es pro Jahr etwa 1700 „Gäste“, die das Ladeburger Tierheim aufnimmt. „Darunter sind etwa 700 Katzen. Dabei handelt sich zur Hälfte um verwilderte Tiere. Wir kastrieren sie, dann können sie bei uns auf dem Gelände umherstreifen, ohne dass es jemanden stört“, so Frank Henning. Denn mit einer Fläche von mittlerweile 22 Hektar bietet das Ladeburger Tierheim soviel Platz wie kein anderes in ganz Brandenburg. Da ist selbst für
einen „Gnadenhof“ ausreichend Fläche, wo Großtiere wie Pferde, Rinder und Schafe ihren Lebensabend verbringen können. Warum hier allerdings die erst sechs Jahre alte Stute Estelle untergebracht ist, erschließt sich nicht so ganz: „Sie sollte wohl wegen einer Krankheit geschlachtet werden und wurde von Tierschützern gerettet, die aber keine sinnvolle Unterbringungsmöglichkeit hatten“, so Renate Jentsch. Ob sie wenigstens ab und zu ein wenig geritten wird? „Nein, reiten kann bei uns niemand!“
Das Tierheim feiert das 20. Jubiläum am 5. Februar 2011 und freut sich natürlich über viele Besucher.
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