Stand Obtober 2011
Auf der Bühne mit Kathy Kelly
Die fast 70 „Bernauer Sänger“ haben ja schon etliche Trophäen erringen können. Doch dass sie nun als „Promi-Band“ auftreten dürfen, das hätten sie in den kühnsten Träumen nicht gehofft.
So ist es verständlich, dass
Angela Börner von Tag zu Tag nervöser wird, wenn sie an den „großen Tag“ denkt. Denn am 9. Oktober 2011 präsentiert sich der 1988 gegründete Freizeit-Chor mit der Profi-Musikerin Kathy Kelly, der zweitältesten Tochter der berühmten „Kelly Family“, in der Bernauer St. Marien Kirche.
Sex mit der Hausangestellten
Kathy Kelly stammt aus der ersten Ehe von Clan-Gründer Daniel Jerome Kelly mit Joanna Kelly. Das Paar hatte sich getrennt, nachdem Dan Kelly mit Barbara Ann Suokko, der Hausangestellten der Familie, mehrfachen Nachwuchs bekommen hatte.
Gold & Platin
Die „Kelly Family“ hatte mit gemeinsamen Auftritten weltweit Erfolge und kann auf 20 Gold- und sechs Platinplatten verweisen. Der Erfolg stieg der ursprünglichen Hippie-Familie so in den Kopf, dass sie auf Betreiben von Dan Kelly ihre zeitweisen Wohnorte, einen Doppeldeckerbus und ein Hausboot, schließlich gegen das frühere Gästehaus der Bonner Regierung, Schloss Gymnich, eintauschten. Nach dem Tod von Dynastiegründer Dan Kelly 2002 gaben die Kinder das feudale Anwesen auf und machten teilweise Solokarriere.
TV und Europa-Tournee
Kathy Kelly ist mittlerweile 48 Jahre alt, wohnt hauptsächlich in Irland, hat aber viele Wurzeln in Deutschland, wo die „Kelly Family“ in den 1990-er Jahren ihre großen Erfolge hatte. Sie knüpfte daran unter anderem mit diversen Fernsehauftritten an. Besonderheit sind die Konzerte in Kirchen. Hier hat es ihr offenbar Bernau angetan. „Ihr Management wandte sich 2010 an uns, ob wir zu einem gemeinsamen Auftritt bereit wären“, erinnert sich Angela Börner.
Absage an Kosakenchor
Sie war 1988 kurz nach der Gründung zu den „Bernauer Sängern“ gestoßen und leitet seit 2007 den mehrfach ausgezeichneten und in der Region hoch geschätzten gemischten Chor der Barnim-Metropole. Der war schon einmal ins
Interesse von prominenten Kollegen geraten: „Wir hatten eine Anfrage vom Kosakenchor. Allerdings war damals unser musikalische Leiter gegen einen gemeinsamen Auftritt. Er hatte Bedenken, dass wir als Staffage dienen sollten“, erinnert sich Angela Börner. Anders dagegen war es als Kathy Kelly anfragen ließ, ob ein gemeinsamer Auftritt im Rahmen ihrer Europa-Tournee möglich wäre. „Da waren wir uns mit unserem Dirigenten Andreas Wiedermann schnell einig, dass wir das gerne machen möchten.“
Nur eine einzige Probe
Seit 2010 sind die Bernauer und die berühmte Musikerin in ständigem Kontakt, schließlich gilt es das Programm exakt abzustimmen, die Kostüme und die Choreografie zu besprechen und den Ablauf genau festzulegen. Denn trotz der völlig unterschiedlichen Hintergründe der Sänger gibt es nur eine einzige gemeinsame Probe – am 9. Oktober 2011, kurz vor dem Auftritt.
„Da muss dann einfach alles wie am Schnürchen klappen“, ist sich die 61-jährige Chor-Chefin der großen Verantwortung bewusst. Dabei gab es bis zuletzt Unstimmigkeiten über das Programm. „Wir wollten eher Gospels und Spirituals, Kathy Kelly dagegen irische Folk-Music.“
Bass-Mangel
Für den Bernauer Chor bedeutet der Auftritt mit der prominenten Sängerin viel mehr als bloßes Renommee. „Wir leiden ja ziemlich unter Nachwuchs-Mangel. Besonders Männer fehlen bei uns. Baritone haben wir schon mit Frauen besetzt, aber beim Bass geht das natürlich nicht.“ Im Zuge der Vorbereitung des Konzerts in der Bernauer St. Marien Kirche konnte der Chor im Rahmen eines speziellen Projekts
immerhin 20 neue Interessenten gewinnen. Das tröstet darüber hinweg, dass die 80 Bernauer Sänger von den Einnahmen aus dem gemeinsamen Auftritt nur „Krümel“ bekommen.
Mit Krümel zufrieden
„Wir erhalten zehn Prozent, 90 Prozent geht an Kathy Kelly“, so Angela Börner. Das findet sie allerdings nicht schlimm, denn im Gegensatz zur prominenten Mitsängerin müssen die Bernauer nicht von ihrer Kunst leben, sondern singen aus Spaß. „Schließlich sind wir ein gemeinnütziger Verein, wir können also gar keine großen Einnahmen erzielen“, so Angela Börner. Übrigens ist den Bernauer Sängern die „Entdeckung“ durch die prominente „Kollegin“ nicht in den Kopf
gestiegen. „Wir werden wie gewohnt gerne in der Region auftreten, etwa bei unseren Weihnachtskonzerten.“
Dabei sind sie allerdings oft so gefragt, dass sie nicht immer alle Wünsche erfüllen können: „2010 hatten wir in den drei Adventswochen zehn Auftritte, das ist schon hart an der Grenze des Möglichen.“ Wer Lust hat, die Bernauer Sänger öfters zu hören, kann das bald im heimische Wohnzimmer, denn die neue CD ist schon fest in der Planung.
Infos:
Tel. 0 33 38/7 08 65 96
www.bernauer-saenger.de
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