Der Bernauer Weihnachtsmann feiert
rundes Jubiläum: Dieses Jahr kann er
auf ein Vierteljahrhundert im Einsatz für
die Kleinen zurückblicken!

André Bohnert wollte als junger Vater
seinen beiden kleinen Töchtern Melanie und
Marie-Therese ein eindrucksvolles Fest
bescheren. „Da ich keinen Weihnachtsmann
fand, blieb mir nichts anderes, als selbst
aufzutreten“, begründet er die damalige
Verwandlung.

Rote Fahne für Weihnachtsmann    

Mit zum Erfolg trug ganz wesentlich „sein“
Staat bei, mit dem er sich ansonsten eher in
einer spannungsvollen Beziehung befand.
Doch diesmal halfen die Genossen, indem
sie André Bohnert mit einer schönen roten
Fahne ausstatteten. „Die hatten sich immer
aufgeregt, dass ich nicht Flagge zeige und
waren sehr erfreut über meine vermeintliche
Bekehrung“, denkt Bohnert schmunzelnd
zurück. Eine nette Nachbarin sorgte dann
mit Nadel und Faden dafür, dass aus dem
„sozialistischen“ Emblem ein christliches
Kostüm wurde.

Armer Elf    

Mittlerweile ist Tochter Melanie Bohnert 27
Jahre alt und arbeitet als Erzieherin.
Zugleich steht sie dem  „Bernauer
Weihnachtsmann“ als ausgesprochen
hübscher Engel zur Seite. Als Dritte im
Bunde verstärkt Petra Block das Team. Die
54-jährige Wirtin vom „Weißen Hirsch“ hat
es allerdings mit ihrer Rolle nicht ganz
leicht. „Es heißt, der Elf und nicht die Elf“,
versichert sie sichtlich genervt. „Der Elf ist
der Helfer des Weihnachtsmanns!“ André
Bohnert liebt alle Filme, in denen
Weihnachtsmänner vorkommen und hat sich
mit viel Engagement in das Metier
eingearbeitet. Er stattete sich mit teurem
Kostüm aus und initiierte einen
„Ehrenkodex für Weihnachtsmänner“.

Keine Jeans    

Der regelt vom richtigen Auftreten bis zur
perfekten Bekleidung alles, um „leuchtende
Kinderaugen ohne Irritation“ zu erzeugen.
„Es geht auf keinen Fall, dass der
Weihnachtsmann in Jeans und Turnschuhen
kommt!“, zeigt er auf, wo die Grenzen des
guten Weihnachts-Geschmacks liegen.
„Natürlich geht jedem Auftritt ein Gespräch
mit den Eltern voraus. Allerdings eignet sich
der Weihnachtsmann nicht als
Erziehungshelfer, darum müssen sich die
Eltern schon das Jahr über selbst kümmern.
Deshalb sind bei mir Rute und böse Worte
tabu“, beschreibt André Bohnert seine
Einstellung. In Bernau ist er mittlerweile
vielfach gefragt. „Wir haben pro Saison
etwa 20 öffentliche Auftritte. So ist der
Weihnachtsmann natürlich beim
Weihnachtsmarkt der Stadt präsent, er
besucht mit Engel und Elf Kitas und die
Feiern der Bernauer Tafel. Zudem macht der
Bernauer Weihnachtsmann den Kleinen in
der Kindernachsorgeeinrichtung Mut.“

Bescherung für Bernau    

Der Weihnachtsmann muss schon frühzeitig
im Jahr starten, um möglichst viele
Wünsche zu erfüllen. „Beginn für uns ist,
wenn im Supermarkt Nikoläuse und
Lebkuchen auftauchen!“ Am Heiligen
Abend kommt der Bernauer
Weihnachtsmann  ab nachmittags zu den
Kindern. Von 15 Uhr bis 20 Uhr ist dann in
vielen Familien eine ganz besondere
Bescherung, die hoffentlich lange in guter
Erinnerung bleibt. Erst danach feiert der
Weihnachtsmann mit seinem Engel in der
eigenen Familie. „Meine Ehefrau Kerstin
Bohnert hat sich damit arrangiert, dass bei
uns zuhause Weihnachten bis in den
späteren Abend warten muss.“

Nachwuchs-Probleme    

Schon länger denkt der Bernauer
Weihnachtsmann über Nachwuchs nach und
würde gerne eine „Ausbildung“ für diese
wichtige Aufgabe anbieten. „Doch meist
zeigt sich bereits beim ersten Gespräch, dass
die Vorstellungen von mir und die der
Interessenten weit auseinander liegen.“ Nun
gibt es mit Enkelin Mia-Loreen eine Engel-
Anwärterin. „Dafür muss sie allerdings noch
ein wenig wachsen, denn momentan ist sie
erst drei“, so der stolze Opa, dem in dieser
Funktion der Rauschebart optimal passt. Mit
seiner Idee eines „perfekten
Weihnachtsmanns“ hat Bohnert übrigens
weit über Bernau hinaus für Aufsehen
gesorgt. So berichteten das ZDF und das
Pro7-Magazin „Galileo“ über ihn. Er war
auf RTL zu sehen und natürlich Thema im
heimatlichen RBB. Und was macht der
Weihnachtsmann, wenn gerade nicht
Weihnachten ist? „Als Osterhase habe ich
auch schon Erfahrungen gemacht“, beweist
Bohnert, dass es ihm auf seinem Gebiet an
Vielfältigkeit nicht mangelt.

Infos:

Tel. 0 33 38/ 37 99 32
www.bernauer-weihnachtsmann.de

Gute Worte und keine Rute

Stand November 2013

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