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Mal ehrlich, wer bügelt schon gerne? Es ist fast sprichwörtlich, dass die Hausfrau dieses Instrument
lieber einsetzt, um den störrischen Ehemann in die Schranken zu weisen, als damit unendlich mit
unhandlichem Leinen zu kämpfen oder Hemden akkurat zu der gewünschten Glätte zu verhelfen.  
Noch seltener als bei Frauen kommt es vor, dass sich gestandene Männer für die Tätigkeit am „heißen
Eisen“ entzünden. Bei
Michael Trebull würde man dies kaum vermuten. Schließlich ist der Börnicker
bodenständiger Handwerker, der stolz darauf ist, maßgeblich an der denkmalgerechten Sanierung der
früheren Stallungen des Schlossguts Börnicke mitgewirkt zu haben.      
Stein und Eisen
„Stein und Eisen sind das Grundgerüst für stabile Bauten“, schmunzelt der heute 62-Jährige, wenn man ihn
nach der ungewöhnlichen Leidenschaft für Bügeleisen und Haushaltsgeräte fragt. Durch ihn hat Bernau
eine ungewöhnliche und deutschlandweit ziemlich einzigartige Sammlung. Michael Trebull präsentiert über
150 „alte Eisen“ von den Anfangszeiten der „Plättbewegung“ bis heute. Dabei hat er vollen Einblick in die
Tätigkeit, die Hausfrauenherzen oft weniger erwärmte, als es zeitweise von der Industrie propagiert wurde:
„Bügeln wurde in China erfunden. Dort benutzte man anfangs schwere Kugeln, die in der Wäsche hin und
her gerollt wurden. Später wurden die Bügeleisen auf dem Feuer erhitzt. Zeitweise gab es Geräte mit
Gasanschluss, später dann mit Strom. In beiden Fällen sehen viele Anschlüsse sehr gefährlich aus. Sicher
hat es da manchen Unfall gegeben“, klärt Michael Trebull auf.  
Immer eine Geschichte
Im historischen Pferdestall finden sich außerdem interessante Alltagsgegenstände sowie allerlei
landwirtschaftliche Geräte. Zu ziemlich jedem der beinahe 1 000 Einzelgegenstände kann der umtriebige
Börnicker eine Geschichte erzählen. Schließlich bietet er hier sogar einen Teil seiner eigenen Historie:
Unter all den vielen Sachen finden sich sein Strampler und Teddybär. Besonders eindrucksvoll sind neben
den Bügeleisen und den diversen Haushaltsgegenständen die bereits durch die Größe imponierenden
landwirtschaftlichen Exponate. Dazu gehört beispielsweise ein Paar schwerer Holzeimer: „Die wiegen leer
bereits mehrere Kilogramm. Damit sie dicht sind, mussten sie mit Wasser getränkt werden. Waren sie
gefüllt, mussten die armen Frauen fast einen Zentner mit sich herum schleppen“, rechnet er vor.
Arbeitsgeräte und eine Kutsche ergänzen das ungewöhnliche Museum.  
Zusatzschau im Pferdestall
Möglich ist die Dauerausstellung durch Unterstützung und Zusammenarbeit mit der in Strausberg
ansässigen Beschäftigungsgesellschaft „Steremat“ und deren Bereichsleiter
Bernhard Kutzner. Die hat im
ehemaligen Pferdestall eine ebenfalls sehr interessante Landwirtschaftsausstellung zusammengetragen,
die Michael Trebull gerne mit präsentiert. Große Besonderheit der Ausstellungen in Börnicke ist, dass man
sie fast jederzeit ansehen kann und kein Eintrittsgeld erhoben wird. „Wir haben an den Wochenenden
regelmäßig geöffnet. Ansonsten kann man einfach bei mir anrufen, dann finden wir immer einen Termin für
einen Besuch oder eine Führung“, lädt Ex-Maurer Trebull ein.
Infos:
Tel. 01 51/52 57 92 41
Stand November 2015
Heiße Schau in Börnicke
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