Stand: Dezember 2008
 
Olympische Ehren für jungen Bernauer:
Superschnell auf zwei Rädern!
Ein Lehrling, der keine Zeit für seine Lehre hat, und ein Meister, der das gut findet? Diese Kombination kommt wohl sehr selten vor.
Wahrscheinlich genauso selten wie ein Bernauer dazu kommt, bei Olympischen Spielen auf dem Sieger-Treppchen zu stehen.
Dies gelang sensationell Maximilian Levy. Er konnte gleich in seinem ersten olympischen Anlauf bei den Spielen in Peking  Bronze im Teamsprint erzielen.

Nächste Olympiade im Visier
Nach Olympia ging’s sofort wieder zur Schule. Denn wenn der angehende Industriekaufmann die Lehrwerkstatt von Vattenfall eher seltener besuchen kann, so will er zumindest die Berufsschule „möglichst lückenlos“ absolvieren. Und schon ist er wieder unterwegs, zum Sechs-Tage-Rennen. Schließlich will der 21-Jährige weiter in der Weltspitze bestehen und bei den nächsten Olympischen Spielen 2012 erneut das Siegertreppchen erobern.

Dank Pech zum Welterfolg
Dabei war es eine Pechsträhne, die den kleinen Maximilian zu seinem Erfolgssport auf zwei Rädern brachte. „Mir wurde als Kind immer wieder das Fahrrad gestohlen. Meine Eltern hatten es irgendwann satt und meinten: ‚Wenn Du Dich auf dem Fahrrad austoben willst, geh’ in einen
Verein, da wird Dir das Rad wenigstens nicht geklaut!“
Levy landete mit neun Jahren beim TSC Berlin. In dieser „Star-Schmiede“ erkannte man schnell das Talent des kleinen Jungen und führte ihn mit Fingerspitzengefühl und Erfahrung an den Leistungssport heran.
Übrigens hat Bernau noch eine weitere
Spitzensportlerin: Die Ausnahme-Athletin Marianne Buggenhagen. Sie krönte ihre Karriere durch Gold im Diskuswerfen und Bronze im Kugelstoßen bei den Paralympics 2008.

Knochenbrüche sind „normal“
Der Bernauer wechselte 2000 zum RSC Cottbus und spezialisierte sich 2002 als Bahnradfahrer. Dort geht es darum, wer bei einem Sprint mit
einem Spezialfahrrad ohne Bremse am schnellsten ist.
„Da kommt man in der Spitze schon auf Geschwindigkeiten von 70 bis 72 Stundenkilometern“, so Levy. Bei Unfällen sind Verletzungen daher fast unvermeidlich: „Ich habe mir bisher einmal das Nasenbein und das Jochbein gebrochen!“

Mehrfacher Weltmeister
Dennoch konnte Levy eine steile Karriere hinlegen: 2004 wurde er Junioren-Weltmeister im Zeitfahren, 2005 gewann er in Wien in allen drei Disziplinen, zu denen noch Sprint und Teamsprint gehören, Gold. Er stellte einen neuen Weltrekord auf und kann heute von sich sagen, dass er der einzige Deutsche ist, der 200 Meter in weniger als zehn Sekunden auf dem Rad hinter sich bringt. Er gewann 2005 in Manchester sein erstes Weltcup-Rennen in der Erwachsenen-Klasse und ge-hört seit 2007 dem deutschen Nationalteam an.

Eindrücke aus Peking
In Peking beeindruckte ihn, „mit den ganzen Sport-Stars zusammen zu sein, die man sonst nur in der Presse oder im Fernsehen erlebt. Ich bin
zusammen mit Basketball-As Dirk Nowitzki nach Peking geflogen. Das alleine war schon ein Erlebnis“, blickt er auf seine ersten Spiele zurück. „Die Organisation war perfekt, alles war minutiös
geplant. Allerdings war die Mensa für die Sportler so groß, dass sie kaum gemütlich sein konnte“, beschreibt er seine Eindrücke aus Peking. „Es gab chinesische, internationale und mediterrane Gerichte. Allerdings war man schnell mit der Auswahl durch, dann wurde das Essen etwas langweilig.“

Plötzlich im Rampenlicht
Erstmals interessierte sich das nationale Fernsehen für ihn: „Als Radsportler steht man selten im Rampenlicht. Nach unserer Bronze-Medaille wurden wir von der ARD interviewt, das war sehr aufregend!“ Es folgten ein herzlicher Empfang in der Heimatstadt Bernau und eine Einladung der erfolgreichen Olympia-Teilnehmer bei Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie eine Auszeichnung durch Bundespräsident Horst Köhler. Dann begann der Alltag. Privat geht es bei dem Zweirad-Sportler immer rund. Er ist mit „Kollegin“ Madleine Sandig liiert. Die 25-Jährige aus Frankfurt am Main kann auf einen Titel als Europameisterin im
Einzelzeitfahren verweisen, den sie 2005 in Moskau erringen konnte. „Ich konnte sie bewegen, dass sie von Frankfurt am Main zu mir herzog“, schmunzelt Levy.
Maximilian Levy sind seine Erfolge nicht zu Kopf gestiegen. Er ist ruhig und ausgeglichen, doch ein Thema bringt ihn auf die Palme: „Ich kann nicht verstehen, dass es immer wieder
Dopingfälle gibt! Wie kann man so unsportlich sein!“

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