Stand: Dezember 2008
 
Erster Preis beim Barnimer Jugend-Festival:
Robin Hood kommt nach Bernau
Die blonden Haare schweben, der ganze Körper vibriert: „Ich möchte so gerne den Prinzen spielen!“
Bei Leo Grabsch pulsiert die Begeisterung durch den ganzen Körper. Man spürt richtig, dass der Sechstklässler das Zeug hat, sich im Nu zu verwandeln, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Und genau das braucht Sabine Wedding. Denn sie sorgt dafür, dass theaterfreudige Kinder der Grundschule am Blumenhag schon in frühem Alter die Bretter spüren, die für manchen später die Welt bedeuten. Seit mittlerweile vier Jahren sorgt ihr Kindertheater „Saltero“ in der Region für viel Freude. Im Jahr 2007 konnten die Bernauer sogar den ersten Platz
beim „Barnimer Kinder- und Jugendfestival“ erringen.

Als Kind jede Menge Theater-Erfahrung
„Bisher konnten ausschließlich Hort-Kinder mitmachen. Da wir nun ganz neu eine verlässliche Halbtagsschule sind, wurde die Möglichkeit zur Teilnahme auf alle Kinder der Schule ausgeweitet“, so die Erzieherin. Deshalb kann sich Leo Grabsch gute Hoffnungen machen, bei der geplanten
Inszenierung von „Robin Hood“ eine Hauptrolle zu besetzen, obwohl er in der sechsten Klasse ist und damit längst der Hortbetreuung entwachsen.
Leo Grabsch gehört zusammen mit Paul Tollas zu den Stars der Truppe: „Die beiden waren von Anfang an mit dabei, haben viel Talent und schon eine ganze Menge Theatererfahrung. Es ist schön, wenn sie das weiterentwickeln, etwa in der Frakima“, ist Sabine Wedding begeistert. „Erst kürzlich überzeugte Paul Tollas, als er die Feierlichkeiten für den Schul-Anbau moderierte.“

Bühne im Anhänger
Natürlich möchte Tollas ebenfalls mit dabei sein, wenn dieses Jahr Robin Hood sein Unwesen von den Wäldern von Sherwood auf die Wiesen respektive die Kinder-Wanderbühne im Barnim verlegt. Denn die theaterbegeisterte Hort-Erzieherin hat ihre
Kinderbühne mittlerweile in eine „fahrende Attraktion“ umgewandelt. „Mein Lebensgefährte Werner Zimmermann hilft uns mit seinem
Auto-Anhänger, alles zu befördern“, schmunzelt sie.
„Außerdem unterstützen uns viele Eltern.“
Offenbar sind die Kinder von der Grundschule am Blumenhag sehr theaterbegeistert, denn Sabine Wedding hat keine Nachwuchsprobleme, nur ein wenig „Männermangel“ in ihrer Truppe: „Wir haben immer etwa 35 Schüler in der Gruppe. Mehr könnte ich alleine kaum bewältigen.“

Text, Musik und Regie in einer Hand
Die Hort-Erzieherin bringt für „ihr“ Kindertheater viel Engagement und Zeit auf: „Ich schreibe die Texte, kümmere mich um die Musik, um die Choreografie, die Umsetzung und natürlich die Technik!“ Spezialität ist, dass den Kindern ihre Rollen „auf den Leib geschrieben“ werden. „Wenn jemand Angst vor Texten hat, dann bekommt er eben
einen Part, in dem nichts zu sagen braucht. Wichtig ist erst mal, dass sich die Kinder trauen und ein Erfolgserlebnis bekommen. Das hilft ihnen in der Schule und im Leben.“

20 Jahre Bühnen-Erfahrung
Die passionierte Erzieherin kann da aus eigener Erfahrung sprechen. Sie ist seit mittlerweile 20 Jahren auf der Bühne zu sehen. Angeregt vom Hussitenfest lernte sie bei der Frakima Theaterspielen und „verliebte“ sich ins Mittelalter. Eine  Leidenschaft, die sie mit Partner Werner Zimmermann teilt. Seit nunmehr acht Jahren treten die beiden als „Duo Pessulantus“ auf. Sie bringen auf Festen den Kleinen den Reiz des Mittelalters
näher. „Außerdem sind wir zu Weihnachten Knecht
Ruprecht und Frau Holle“, schmunzelt die Mutter von vier Kindern und Oma von sechs süßen Enkeln.

Prickelnder Applaus
Man merkt, dass Sabine Wedding wirklich ein Herz für Kinder hat: „Erzieherin war mein Traumberuf, den ich seit dem Schulabgang ausübe!“
Da Kinder Spaß und Bestätigung brauchen, da sie neugierig und spontan sind, hat sie mit dem Wandertheater „Saltero“ eine tolle Möglichkeit gefunden, die Kleinen mit der großen Welt vertraut zu machen: „Wir motivieren gerne die neuen, die sich noch nicht trauen. Wenn man auf der Bühne steht und den Applaus spürt, das geht ab, das ist ein unvergleichliches Erlebnis“,
bestätigen Leo Grabsch und Paul Tollas.

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