Langjährige Bürgermeisterin blickt zurück:

Die Schönheiten von Schönow

Was gibt es Schönes in Schönow? Das wollten wir von der langjährigen Bürgermeisterin in Erfahrung bringen. Adelheid Reimann ist 52 Jahre jung. Die SPD-Politikerin war seit 1991 Bürgermeisterin der Gemeinde Schönow, die nach der Auflösung des Amts Panketal mit den Kommunalwahlen vom 26. Oktober 2003 Ortsteil von Bernau wurde. Wir trafen die frühere Bürgermeisterin von Schönow und frisch gewählte Stadtverordnete von Bernau im neuen Mehrzweckgebäude am Sportplatz.

„Was gibt es schönes in Schönow?“
Adelheid Reimann: „Natürlich gibt es bei uns viele schöne Ecken. Besonders stolz sind wir auf unser neues Mehrzweckgebäude. Darin befindet sich das Bürgermeister-Büro und ein Saal für Veranstaltungen in dem bis zu 120 Personen Platz finden. Im Obergeschoss haben wir die Bücherei mit eigener Kinderabteilung und Computer-Arbeitsplatz. Dieser Komplex schließt an die sanierte Turnhalle an. Dahinter sieht man unsere Sportanlage mit Basketball und Fußballplatz sowie einem Mehrzweckfeld.“

Das muss aber eine Menge Geld gekostet haben?
Adelheid Reimann: „Das Gesamtprojekt hat etwa zwei Millionen Euro gekostet. Die Sanierung der Sporthalle und der Sportanlagen wurde bezuschusst. Das Mehrzweckgebäude haben wir alleine finanziert.“

Konnten Sie dies aus dem laufenden Haushalt leisten?
Adelheid Reimann: „Das haben wir ohne Kredit geschafft.“

Beim Durchfahren fallen Wohngebiete, neue Straßen, schmucke Häuser auf. Da muss in den zwölf Jahren Ihrer Amtszeit eine Menge passiert sein!
Adelheid Reimann: „Wir hatten ursprünglich 2900 Einwohner, heute sind es 5500. Wir sind als Randgemeinde von Berlin sehr gefragt gewesen. Zum Teil kamen die neuen Bürger aus Berlin, zum anderen Teil aus der ganzen restlichen Bundesrepublik.“

Woher kam der Platz für so viele neue Bewohner?
Adelheid Reimann: „Zum einen hatten wir etliche Baugebiete ausgewiesen. Außerdem gab es bei uns im Ort selbst traditionell sehr große Grundstücke von teilweise 2000 Quadratmetern und mehr. Viele Besitzer teilten die Flächen und verkauften eine Hälfte zur Bebauung.“

Wenn ein Ort sich in so kurzer Zeit fast verdoppelt, bedeutet das Probleme mit der Infrastruktur.
Adelheid Reimann: „Es stimmt, dass wir schnell zu wenig Kita-Plätze hatten. Wir haben die beiden bestehenden Einrichtungen modernisiert, aber dennoch fehlen Plätze. Deshalb ist nun eine dritte neue Kita beschlossen und mit Bernau abgestimmt, so dass der Bau wirklich stattfinden wird. Schließlich haben wir 80 Kinder auf der Warteliste.“

Nach der Wende waren Straßen, Wasser und Abwasser ein großes Problem.
Adelheid Reimann: „Beim Abwasser haben wir eine Anschlussgrad von 80 Prozent. Trinkwasser haben alle Haushalte. Mittlerweile haben wir etwa 60 Prozent befestigte Straße.“

Was sind Ihre Zukunftswünsche?
Adelheid Reimann: „Natürlich würde ich mir mehr Firmen im Gewerbegebiet und im Ort wünschen. Etliche Flächen sind seit längerem verkauft, werden aber nicht bebaut, weil die Firmen erst auf den Wirtschaftsaufschwung warten. Andererseits muss man sich darüber klar sein, dass die meisten Bürger in Schönow im Grünen wohnen wollen und sich nicht großartig Industrie wünschen. Sicher wünschenswert wäre eine Einrichtung für Senioren, etwa betreutes Wohnen. Zwischen Schönow und Bernau liegt die Schönower Heide. Das Gelände auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz steht unter Naturschutz. Hier sollte man das begonnene Wanderwegenetz weiterführen, damit daraus eine Erholungsmöglichkeit wird und nicht alles wieder verwildert.“

Zur Person: Adelheid Reimann ist gelernte Industriekauffrau, verheiratet und hat drei Kinder im Alter von 31, 30 und 22 Jahren. Sie ist stolz darauf, dass alle noch in Schönow wohnen. Hobbies hat sie „soviel wie keine“, schließlich hat sie sich während der letzten zwölf Jahre neben ihrem Beruf mit Leib und Seele für ihren Ort eingesetzt. „Da blieb keine Freizeit.“ Die wenigen Stunden gehörten dann der Familie, vor allem der Enkeltochter. Besondere Essensvorlieben kann sie nicht nennen, allerdings „lieben mein Mann und ich Eintöpfe“. Pech ist allerdings, „dass unsere Kinder da einen völlig anderen Geschmack haben“.

Sogar eine Kinderbibliothek gibt es in Schönow.