Second-Hand-Tiere ohne Mangel

Die Hunde liegen knapp vorne, haben aber machtig Konkurrenz von den Samtpfotchen. Da kann sich Franzie nur kopf- und schwanzwedeln wundern: Denn sie ist als Kuh der Star unter den insgesamt 160 Gasten.Ganz freiwillig sind sie wohl nicht hier, im Ladeburger Tierheim, doch sichtlich gut geht es ihnen dennoch. Immerhin steht fur sie ein 5000 Quadratmeter gro§es Areal zur Verfugung. Allzu lange bleiben die meisten dennoch nicht: „Vier bis acht Wochen“, beziffert Ladeburgs Tierpapa Frank Henning, die durchschnittliche Verweilzeit. Der 40jahrige leitet seit funf Jahren das Tierheim Ladeburg bei Bernau. Trager ist der „Tierschutzverein Niederbarnim e.V.“ mit etwa 400 Mitgliedern. „Ausgesetzte Tiere machen nur einen Teil unserer Schutzlinge aus. Oftmals werden Tiere abgegeben, weil die Halter uberfordert sind, umziehen, jemand verstorben ist und sich andere Veranderungen in der Familie ergeben haben. Diese Tiere sind naturlich am besten zu vermitteln, weil man genau ihre Herkunft kennt. Da sind ubrigens oftmals reinrassige Artgenossen darunter“, berichtet Henning.Neben Hunden und Katzen trifft man auf die unterschiedlichsten Bewohner: Kaninchen, Wellensittiche, Huhner, Enten, Tauben oder Chinchillas gehoren ebenso dazu wie Kuh Franzie, die vom Gnadenhof in Eberswalde stammt und nun in Ladeburg ihr Rentendasein verbringt. Sie ist ebenso Maskottchen wie eine Ziege, die hier irgendwann mal abgegeben wurde.Wahrend man bei diesen beiden kaum mehr an eine Vermittlung denkt, freut man sich, wenn die su§en Hunde- und Katzenbabies, die so frech und putzig aussehen, bald eine nette Familie finden.Je nach Verweildauer der Tiere mussen neue Herrchen und Frauchen eine Schutzgebuhr entrichten, die sich allerdings sehr im Rahmen halt. Dafur konnen sie sicher sein, dass ihr neuer „Second-Hand-Hausfreund“, tierarztlich untersucht ist, alle Impfungen hat und frei von versteckten Mangeln ist. „Problematische Tiere geben wir nur auf ausdrucklichen Wunsch an erfahrene Tierfreunde ab“, so Tierheim-Chef Frank Henning weiter.Wer selbst keine Moglichkeit zur Tierhaltung hat, aber dennoch Spass an Hunden hat, kann gerne eine Patenschaft ubernehmen: „Dann kommt man ab und zu, spielt mit seinem Patenhund oder geht Gassi“. Eine gute Idee, die besonders Jugendliche oder Renterinnen gerne nutzen. Ulrike Kiefert

Tierpapa Frank Henning

Die Hunde freuen sich, wenn man mit ihnen spazieren geht.