Stand August 2010
Modellgemeinde für Nachhaltigkeit
Wo fühlen sich die Kinder und Jugendlichen wohl? Dieser Frage ist die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow systematisch nachgegangen.
Nach nur einem Jahr liegt die Antwort auf dem Tisch.
Im Laufe des Jahres gab es im Rahmen der Spielleitplanung Begehungen mit Kindern und Senioren sowie Workshops. „Nun wissen wir, wo generationsübergreifende Gestaltungspotenziale gefragt sind und wo die Rückzugsgebiete für den Nachwuchs erhalten werden sollten. Diese Orte wollen wir nun als Spielleitplanung in unseren neuen Flächennutzungsplan integrieren. Zugleich wurde ermittelt, wo sich Senioren aufhalten wollen. Es geht um insgesamt 119 Einzelmaßnahmen“, beschreibt Bürgermeister Ortwin Baier das Pilotprojekt.
Neue Form der Bürgerbeteiligung
Vorreiter ist die Gemeinde außerdem, was Bürgerbeteiligung und Demokratie angeht. So hat die Gemeindevertretung zugestimmt, eigene „Macht“ abzugeben.
„Wir werden einen Bürgerhaushalt aufstellen. Das bedeutet, dass unter anderem eine Bürgerbeteiligung bei den zukünftigen Investitionen und freiwilligen Aufgaben möglich ist. Das ist ein  weiterer Beitrag zur Steigerung der Akzeptanz und Transparenz kommunalpolitischen Handelns“, so
Bürgermeister Ortwin Baier, der alle Bürger zur aktiven Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung am 11. September 2010 in der Grünen Passage in Blankenfelde aufruft. Dann werden  Beispiele aus anderen Kommunen vorgestellt sowie die Struktur und weitere Verfahrensweise des Bürgerhaushalts von Blankenfelde-Mahlow gemeinsam erörtert.  
Hilfe für die Lebenshilfe
Wenn das Verfahren zu so erfreulichen Ergebnissen wie bisher führt, wäre das sicher eine interessante Variante.
Jedenfalls tut sich einiges im Ort. So steht das neue Gebäude der Lebenshilfe neben der Feuerwehr in Blankenfelde bereits im Rohbau. „Wir konnten dafür Mittel aus dem Konjunkturpaket II einsetzen. Die bisherige Situation war für die Lebenshilfe sehr schwierig. Für die knapp 100 Schwerbehinderten standen nur rund 80 Quadratmeter Nutzfläche in der Kita Rappelkiste zur Verfügung. Das neue Gebäude bleibt im Eigentum der Gemeinde und wird zu einem günstigen Erbbaupachtzins an den Verein vermietet“, erklärt der Bürgermeister. Er freut sich, dass eine Firma, seiner Fürbitte enstprechend,  eine nagelneue Kücheneinrichtung spendiert.
Nachhaltigkeit
Einige hundert Meter weiter werden Blankenfeldes Kleinste eine schöne neuen Kita in Waldnähe bekommen. Im
Gespräch ist ein gläsernes Schallschutz-Dach mit Begrünung. Damit könnten die Blankenfelder schon in jungen Jahren die Nachhaltigkeitsbemühungen ihrer Gemeinde täglich erleben.
Aus dem leerstehenden Bundeswehr-Areal soll nach den Wünschen des Eigentümers eine kleine Stadt mit Einfamilienhäuser entstehen. „Die mittleren relativ neuen und teilweise gut ausgestatteten Gebäude sollen erhalten bleiben und einer anderen Nutzung zugeführt werden“, erklärt der Bürgermeister die Umrisse der Planung.
Im Rahmen des Projektes „f.Air Leben“ soll das gesamte verbleibende Areal zu einem Gemeindepark mit innovativen Ansätzen der Soundscape-Forschung unter wissenschaftlicher Begleitung  entwickelt werden.
Studenten aus Peking
Die Entwicklung der Gemeinde am Rande des Großflughafens bedeutet  überregionale Aufmerksamkeit. Unter dem Begriff „f.Air Leben“ gibt es nun Expertenrunden mit Wissenschaftlern und Vertretern der Landesregierung. Schließlich will Blankenfelde-Mahlow zur Modellkommune für Nachhaltigkeit werden. „Wir hatten schon Studenten aus Peking hier, die ihre Erfahrung aus
China mit einbringen wollen  und zum anderen eine externe unbefangene Herangehensweise haben,“ berichtet Ortwin Baier.
„Dieses Projekt kann jedoch nur gelingen, wenn es transparent und unter Einbindung  aller gesellschaftlicher  und politischer Akteure, insbesondere der Bürger,  umgesetzt wird.“
Schallschutz-Beratung
Der Bürgermeister ist kein Freund von Trödeln. So erreichte er, dass die neue  Beratungsstelle für passiven Schallschutz nun erst mal ein provisorisches Büro im Mahlower Vereinshaus hat, bevor sie wenige Häuser weiter ins endgültige Domizil zieht.
Heidemarie Köppen vom Landkreis Teltow-Fläming steht hier neben dem Büro Maschke  beratend zur Seite und sorgt für Termine bei den Fachleuten, die dann kostenlos für die Bürger die Kostenerstattungsvereinbarungen eingehend prüfen oder Rat für neue Anträge geben. „Wir bedanken uns beim Landkreis für die Errichtung, Betreibung und Kostentragung“, so Ortwin Baier.
Kinder im Blick
Kinder sind dem Bürgermeister von jeher ein Anliegen. Er hat sich mit den Kernforderungen der Kita-Erzieherinnen solidarisiert. Die Leiterinnen haben jetzt  mehr Zeit für ihre umfangreicher gewordenen Aufgaben. Eine Fachbetreuerin steht ihnen für Fragen und bei Problemen zur Seite. Das Land hat das Kita-Gesetz  novelliert und die Betreuungsschlüssel im Krippen- und Kita-Bereich ab 2010 verbessert. Auch hier gewährt die Gemeinde mehr. So gibt es neben der Fachbetreuerin eine fünfzigprozentige Erhöhung der Stunden für Leitungstätigkeit. „Nun geht es um Integrationsplätze für schwerbehinderte Kinder“, nennt Baier ein weiteres Ziel.
In Dahlewitz können sich die Jugendlichen und insbesondere Blau-Weiß Dahlewitz über die neue Schulturnhalle freuen. Sie ist
multifunktionell, sogar eine Leinwand für Filmvorführungen gibt es. Außerdem geht es nun in Dahlewitz
sicher hoch hinaus – die Feuerwehr hat ein neues Drehleiterfahrzeug für Notfälle bei höheren Gebäuden.
Neues Rathaus
Was Bürgerfreundlichkeit in der Praxis bedeutet, zeigt die Gemeinde mit dem Parkhaus am S-Bahnhof Blankenfelde. Hier können nun die Park- und Ride-Pendler ihr Fahrzeug unterstellen, und zwar kostenlos! Es gibt sogar Stellplätze für Fahrräder, so dass Wind und Wetter dem zweirädrigen Untersatz nichts mehr anhaben können. Fürs neue Rathaus ist nun der Architektenwettbewerb abgeschlossen. Eine unabhängige Jury hat drei Entwürfe prämiert. Jetzt liegt es an den Gemeindevertretern, welche Variante zum Zug kommen soll.  „Das neue Gebäude wird sich durch Funktionalität, Bescheidenheit und ein Stück Selbstbewusstsein auszeichnen und gleichzeitig eine Heimat für die  Bürger sein, die immer mehr in die
Belange ihrer Gemeinde einbezogen werden. Es wird beste Arbeitsmöglichkeiten für die Gemeindevertreter und die Verwaltung bieten.“
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