Stand August 2011
Prophetischer Zickenkrieg
Die Dahlewitzer haben es vorausgeahnt. Die Frauen- Fußball-WM bringt viel Gezänk, ein frühes Ausscheiden der Deutschen und tolle Erfolge für die Japanerinnen!
Das genau war das Ergebnis der „vorgespielten“ Frauen-Fußball-WM in der Herbert Tschäpe Oberschule Dahlewitz. „Unsere erste Mannschaft ging erst mal im Gezänk zwischen Jüngeren und Älteren unter. Dann schafften wir es doch noch, ein Team aufzustellen, das für Deutschland stand“, so die Spielführerin Nancy Liebcke.  
Starke „Japanerinnen“
Doch hier waren es ebenfalls die Japanerinnen, dargestellt von der Gottlieb Daimler Oberschule aus Ludwigsfelde, die besser waren, selbst wenn sie am Ende „nur“ den dritten Platz erringen konnten. „Sieger wurde an Ostern die USA,
vertreten von der John-F.-Kennedy-Schule aus dem hessischen Bad Vilbel, die mit insgesamt 24 Toren verdient Weltmeister der Schulen wurden. Den 2. Platz belegte die Julius Leber Schule aus Hamburg für Neuseeland“, so Matthias Stiller.  
Sportlehrer mit Ideen
Der Sportlehrer hat sich die ungewöhnliche WM einfallen lassen. Sie entwickelte sich aus dem Osterturnier, das seit 1998 an der Herbert Tschäpe Schule stattfindet. „2006 wurde die erste Schul-und Freizeit-Fußball-WM mit 32 Teams aus der Region sowie Bayern, Baden-Württemberg und einer Schule aus Birmingham in Mahlow organisiert. 2010 gab es die zweite Fußball-WM der Schulen mit 32 Teams, diesmal waren alle Bundesländer vertreten.  2011 wurde die erste Fußball-WM der Schulen für Mädchen mit 16 Teams organisiert. Grund war, dass unsere Mädchen mit den Jungs gleichziehen wollten“, so Matthias Stiller. „Allerdings fanden sich unter unseren insgesamt fast 200 Schülern nur an die zwölf Mädchen, die aktiv Fußball spielen wollten“, erinnert sich Schul-Sozialarbeiterin Birgit Starke. Sie ist für den Schülerclub zuständig, der vom Förderverein um Gudrun Meyenberg im Obergeschoss des Schulgebäudes betrieben wird.  
Hotel Schule
Die Veranstaltung bedeutete für die Herbert Tschäpe Oberschule viel organisatorischen Aufwand. Klassenzimmer wurden zu Schlafsälen für die Gäste umgewandelt, eine Rezeption kümmerte sich rund um die Uhr um Fragen und Probleme. „Wir hatten sogar einen eigenen Wachdienst“, berichtet Birgit Starke. Wie bei der richtigen WM wurde die Spielstätte aufwändig dekoriert, die Räume liebevoll gestaltet. „Im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung beschäftigten sich die Schüler mit den Ländern, aus denen die Teams kommen sollten und mit den Orten in Deutschland, wo sie wirklich herkamen“, gibt Organisator und Ideengeber Matthias Stiller Einblick in wichtige pädagogische Effekte.
Dahlewitz bundesweit im Blickfeld
Gar mancher Prominente ließ sich vom Fußball-Fieber mit anstecken. So kam Bernd Schröder, Trainer der Erfolgs-Fußballerinnen von Turbine Potsdam. Peter Frenkel, der 1972 Olympiasieger im Gehen für die DDR wurde und heute bekannter Fotograf ist, war da und brachte gleich noch Vertreter der Landesregierung aus Potsdam mit.
„Fast genauso wichtig wie die Turniere selbst war die Vorbereitung und Durchführung. Unsere Schule ist ja stark auf Praxis ausgerichtet. Nun konnten die Schüler sich in Organisation, Veranstaltungsmanagement und Bewirtung erproben. Damit ist der Effekt weitaus größer, als es die Spiele selbst ausmachten“, lobt Birgit Starke. Sie selbst  brachte erst die vorgespielte Frauenfußball-WM dazu, ihr Interesse fürs runde
Leder zu entdecken.
Viel herumgekommen
Sportlehrer Matthias Stiller hat mit der Vorbereitung seiner Idee ganz Deutschland kennengelernt: „Ich hatte die Schulen, die wir gewinnen wollten, zwar angeschrieben, aber dann ging es doch um persönliche Kontakte“, berichtet er. „Auf diese Weise habe ich viele unterschiedliche Schulformen kennengelernt, die es in Deutschland gibt.“ Die Schüler-Fußball-WM brachte Dahlewitz überregional in die Schlagzeilen. Sie soll nun mit der nächsten Männer Fußball-WM 2014 und der Frauen Fußball-WM 2015 fortgesetzt werden.  
Zwischen den Stühlen
Bis dahin hat Sozialarbeiterin Birgit Starke noch etwas Zeit, in der Schule Konflikte zu entschärfen. „Häufig geht es um Mobbing, das ist bei den Mädchen am Extremsten. Die beschimpfen sich übers Internet, berufen sich auf Gerüchte, die sie vom Hörensagen aufgeschnappt haben. Bei den Jungs geht das unkomplizierter zu, die prügeln sich kurz und dann ist wieder alles gut.“
Da ist es dann doch besser, die offenbar überschüssige Energie im Sportunterricht bei Matthias Stiller abzubauen.
Infos:
schule10036.tif
fbWM 2011 163.tif
fb WM 2011 161.tif
fbWM 2011 318.tif
fbWM 2011 482.tif
dii.gif