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Gerade ist sie Oma geworden, dabei
versteht sie sich als Sprachrohr der
Jugendlichen. Die neue
Jugendbeauftrage der Gemeinde sieht
darin aber keinerlei Widerspruch.

Schließlich weiß Ulrike Schwenter, 50,
dass Tochter Lena-Karin Schwenter mit
gerade mal 22 Jahren ebenfalls noch zu den
Jugendlichen zählt, selbst wenn die soeben
selbst Mutter geworden ist. Dazu kommt,
dass Ulrike Schwenter noch weitere zwei
Kinder hat: Torben, 14, und Felix, 12,
sorgen gerne mit dafür, dass die neue
Jugendbeauftragte immer am Puls der
Heranwachsenden bleibt.

Ulrike Schwenter kann in ihr neues
Ehrenamt eine ganze Menge Welterfahrung
einbringen.    

Seemannsbraut  

Die spätere „Seemannsbraut“ wuchs im
nordrhein-westfälischen Ratingen nahe der
„feinen“ Landeshauptstadt Düsseldorf auf
und hatte sich für eine Ausbildung als
Arzthelferin, damals Traumberuf
vieler junger Mädchen, entschieden. In
Kiel bildete sie sich an der Uni zur
„Radiologisch-Technischen Assistentin“
weiter und verliebte sich in einen feschen
Marineoffizier. So kam es, dass sie sich
dazu entschloss, sich dauerhaft eine frische
Brise um die Nase wehen zu lassen, denn
die Stadt war Heimathafen des
Bundeswehr-Zerstörers, auf dem ihr Mann
Dienst tat. „Ich bekam eine Anstellung
beim Gesundheitsamt und war da 18 Jahre
lang für junge Menschen zuständig.“    

Erfahrung in Südafrika

Nach einer Zwischenstation in München
kam die Familie ins südafrikanische
Pretoria. „Das war eine sehr interessante
Zeit, die ich oft misse. Man bekommt in
einem solchen Land eine ganz andere Sicht
auf Probleme und erkennt, dass vieles, was
wir hier in Deutschland sehr wichtig
nehmen, doch oftmals nebensächlich ist“,
sinniert sie. Seit 2006 wohnt die Familie in
Blankenfelde, weil sich der Dienstort des
Familienoberhaupts nach Berlin verändert
hatte.    

Landesweit engagiert  

Ulrike Schwenter kann es
einfach nicht lassen, sich für Familien und
den Nachwuchs zu engagieren. So setzt sie
in Blankenfelde-Mahlow ehrenamtlich auf
vielen Gebieten fort, was sie in Kiel haupt
beruflich gemacht hat. Sie wurde in den
Elternbeirat deer Wilhelm-Busch-
Grundschule gewählt und engagierte sich
so erfolgreich, dass sie mittlerweile in viele
Gremien berufen wurde. Sie ist
Vorsitzende vom Kreiselternrat, Mitglied
im Landesschulbeirat und -
jugendhilfeausschuss sowie im Vorstand
des Landeselternrates. „Als ich die
Ausschreibung zu einer
Jugendbeauftragten sah und mitbekam,
dass es keine Interessenten gab ,meldete
ich mich“, blickt sie zurück. Seit Herbst
2012 ist sie „Anlaufstelle für
Jugendprobleme“.  

Gut zuhören

„Die größte Schwierigkeit ist, dass es sich
immer noch nicht herum gesprochen hat,
dass es mich gibt. Dabei kann ich in vielen
Belangen helfen. Beispielsweise gibt es für
Familien, Eltern und Jugendliche
eine Menge an Programmen und Hilfen,
von denen nur ein Bruchteil genutzt
werden, weil nur wenige davon wissen“,
fordert sie auf, mit ihr in Kontakt zu treten.
„Meine Stärke ist, dass ich gut zuhören
kann.”

Lob für die Gemeinde

Während landesweit Probleme wie zu
wenig Hortplätze und das Fehlen an
Anlaufstellen für schwierige Jugendliche
bemängelt werden, sieht sie Blankenfelde-
Mahlow „überdurchschnittlich gut
aufgestellt“. Sie lobt die ausgewogene
Schullandschaft und freut sich, dass die
Gemeinde gleich zwei
Inklusionspilotschulen hat. „Ich habe nie
verstanden, warum man behinderte Kinder
ausgesondert hat. Ein gemeinsames
Aufwachsen in der Schule sollte einfach
selbstverständlich sein.“

Sie lobt das große Engagement der
Jugendclubs. „Jeder Jugendliche kann sich
in der Gemeinde wohlfühlen, für Probleme
ist immer jemand da, man muss sich nur
bemühen“, regt sie an. An sie kann man
sich in jedem Fall wenden, dann „wird
zuverlässig geholfen“.  

Laptop für jeden?

Sind die Kinder und Jugendlichen in der
Gemeinde dann also wunschlos glücklich?
„Wenn man eine Umfrage machen würde,
käme sicher die Forderung: Einen Laptop
für jeden!“ Doch gerade diesen Wunsch
kann die engagierte und welterfahrene
Jugendbeauftragte von Blankenfelde-
Mahlow dann doch nicht ohne weiteres
erfüllen!  

Infos: Tel. 0151/53525895

Laptop für alle?

Stand September 2013

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