Schrecklich schön, mit diesen auf den ersten Blick gegensätzlich erscheinenden Eigenschaften
möchte ein junger Blankenfelder große Karriere machen.  
Benjamin Grossmann liebt es, seine Mitmenschen wahlweise zu erschrecken und zu verzaubern. Er
genoss es, wechselweise als Zombie oder Dämon im Dunkel der Arena vom „Zirkus des Horrors“ auf dem
zentralen Festplatz von Berlin für programmierte Furcht bei den Besuchern zu sorgen. „Die Menschen
schreckt das am meisten, was ihnen nahe kommt. Sie haben Angst vor Verfolgung, vor unerwünschten
Eingriffen in die Intimsphäre, vor Blut und Beobachtung“, hat der 27-Jährige Ex-Supermarkt-Verkäufer in
seiner neuen Karriere als Schauspieler der ganz besonderen Art herausgefunden.  
Schrecken mit Ende
Die Liebe zum Schreck erwachte in ihm ausgerechnet nach dem schreckvollen Ende einer
Partnerbeziehung. „Ich hatte einen Burnout. Die Ärztin empfahl mir, etwas zu suchen, was mich ablenkt“,
beschreibt er, wie es ihn per Zufall zur „Horrornacht“ der Filmstudios Babelsberg verschlug. Dort entdeckte
er,  und wurde entdeckt! Mittlerweile kann er auf Auftritte in preisgekrönten Musikvideos und das über drei
Monate gehende Engagement beim bundesweit einmaligen „Zirkus des Horrors“ verweisen.
Schauspielunterricht und andere Weiterbildungen versetzen ihn in die Lage, sein Talent zu perfektionieren.
Chorknabe wird Drag Queen
„Ich mache die Maske generell selbst. Für aufwändige Rollen dauert das mindestens eine Stunde“, gibt er
Einblick. Als Wiege seines Talents sieht er übrigens die Theater-Arbeitsgemeinschaft, die er am
Gymnasium in Rangsdorf besuchte. Doch die Schule hatte damals noch mehr als gutes Spiel zu bieten.
„Ich war außerdem sechs Jahre im Chor, das hilft mir nun sehr“, lobt Benjamin Grossmann den großen
Effekt der Schule. Mittlerweile hat er im Travestie-Theater eine weitere Stärke seines Talents entdeckt.
Dabei hat es ihm die Rolle der „Drag Queen“ angetan. „Es ist faszinierend, wieviel Weiblichkeit in einem
Mann stecken kann. Als Transvestit kann man auf der Bühne dem Publikum Dinge sagen, die sich die
Leute sonst kaum gefallen lassen würden.“
Neue Erkenntnisse
Benjamin Grossmann geht es in beiden Rollen darum, in den Zuschauern neue Erkenntnisse zu wecken.
„Wenn man Menschen erschreckt, entdecken sie in sich Gefühle und eine neue Sensibilität, die nach der
Aufführung weiter bestehen bleiben. In bizarren Rollen wie der Drag Queen kann man auf Probleme
aufmerksam machen, wie es sonst nicht ohne weiteres möglich wäre“, beschreibt er, was ihn reizt.
Promis an der Seite
Dabei zeichnet ihn aus, dass er selbst lebt, wovon er spricht. So engagiert er sich in der Freizeit als festes
Mitglied im „Berliner Straßenchor“, der von Chorleiter Stefan Schmidt als Obdachlosenprojekt gegründet
wurde und mittlerweile als hochkarätiger Klangkörper gefragt ist. Er zählt renommierte Schauspieler wie
Frank Kessler, Mario Adorf, Uschi Glas zu seinen Vorbildern. Der Urvater der Travestie, Georg Preuße, der
vielen als „Mary“ bekannt ist, fasziniert ihn besonders. „Sie beweisen mir, was man mit Talent und Fleiß
erreichen kann und bilden deshalb immer wieder einen Ansporn, noch besser zu werden.“ Ganz besonders
viel Spaß machen ihm Begegnungen und Auftritte mit Thomas Neuwirth, bekannt als „Conchita Wurst“.
Traum vom Kino
Demnächst ist der Blankenfelder sogar im Kino zu sehen: „Gut zu Vögeln“ ist eine ungewöhnliche
Beziehungskomödie von Mira Thiel. „Leider habe ich da nur eine kleine Nebenrolle bekommen“, schränkt
Benjamin Grossmann ein. Dabei ist sein großer Traum das große Kino: „Am liebsten wäre mir die
Rolle eines fiesen Bösewichts, der im Film eine interessante Entwicklung erlebt.“ So wie Benjamin
Grossmann, der es vom Supermarkt-Verkäufer zum ungewöhnlichen Schauspieler schaffte, mit teilweise
bösen Rollen und vielen guten Absichten.                    
Infos:
Tel. 0 33 79/20 32 14
http://benjamingrossmann.npage.de
Stand September 2015
Schrecklich schön, groß im Kommen?
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