Dies ist ein Archiv-Eintrag aus dem Jahre 2016!

Modellprojekte lassen vielfach aufhorchen

Bürgermeister Ortwin Baier
Ortwin Baier

Gesund leben heißt Wohlfühlen!

Stand: September 2016

Wie wichtig Gesundheit ist, wird manchem erst klar, wenn es damit hapert.

In der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow will man es möglichst gar nicht dazu kommen lassen. Hier gibt es seit mittlerweile drei Jahren ein „Gesundheitsmanagement“ für die Mitarbeiter. Dazu gehören unterschiedliche Möglichkeiten sich fit zu halten, die per Zuschuss gefördert werden.

Wohlfühlen am Arbeitsplatz
„Sehr wichtig ist, dass sich die Mitarbeiter am Arbeitsplatz wohl fühlen. Deshalb führen wir intensive Gespräche, wenn es Schwierigkeiten gibt. Es ist wichtig, dass zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern ein gutes Arbeitsklima herrscht“, beschreibt Ortwin Baier als Bürgermeister. Was sich in der Verwaltung gut bewährt hat, soll jetzt auf die ehrenamt­lichen Helfer der Freiwilligen Feuerwehren ausgedehnt werden. „Diese leiden teilweise unter hohen körperlichen Anstrengungen, etwa, wenn sie mit schwerer Atemschutzausrüstung im Einsatz sind. Dazu kommt die psychische Belastung, die sich insbesondere nach schweren Unfällen einstellt“, weiß der Bürgermeister. Er drängt nun darauf, dass für dieses weitere Modellprojekt Mittel in der Haushalts­planung für 2017 eingestellt werden.

Gegen Lärm und Abgas
Kennzeichnend für das Bemühen der Gemeinde um die Gesundheit ihrer Bürger ist, dass die kommunale Wohnungs­gesellschaft ihre bisherigen Büros „geopfert“ hat, damit das Medizinische Versorgungszentrum ausgeweitet werden kann. Momentan ist der entsprechende Umbau in vollem Gang. Da die Gesundheit erheblich durch Lärm und Abgase beeinträchtigt wird, ist man intensiv dabei, gegen die zu erwartenden Emissionen des Großflughafens vorzubeugen. So entstand als Modellprojekt die Klimaschutzhülle für die Kita „Tabaluga“. Dies führt dazu, dass Blankenfelde-Mahlow vielfach im Interesse der Wissenschaft steht. Insbesondere mit der TU Berlin gibt es eine enge Zusammenarbeit.

Schwimmbad nach Bürger-Wunsch?
Dies würde der Bürgermeister gerne dafür nutzen, die Gemeinde entsprechend den Wünschen aus dem „Bürgerhaushalt“ doch noch in den Genuss eines Schwimmbads kommen zu lassen. „Darin könnte man die Erkenntnisse aus der Kita ‚Tabaluga’ ein­fließen lassen. Da es ebenfalls ein Modellprojekt wäre, würden wir sicherlich Fördergelder bekommen. Ich stelle mir eine Anlage im ‚Binzer Bäderstil’ mit viel Holz vor. Das Dach wäre je nach Bedarf zu öffnen, so dass wir zwischen Frei- und Hallenbad wechseln könnten. Ganz entscheidend wäre, dass die Anlage energietechnisch autark wäre, also keine Kosten für Strom und Heizung entstehen würden. Dennoch ist klar, dass jedes Schwimmbad schon allein aufgrund der Personalkosten ein Zuschussbetrieb ist. Derzeitige Berechnungen ohne Einsatz aller energetischen Möglichkeiten gehen von einer Million Euro im Jahr aus. Es liegt an den Gemeindevertretern zu entscheiden, ob es uns das wert ist“, nennt der Bürgermeister Vor- und Nachteile.

Waschstraße für Toilette
Gesundheit und Wohlfühlen liegen eng beieinander. So wurde der alte Dorfanger von Blankenfelde zu einer noch attraktiveren Ruheoase. Die Märkische Promenade präsentiert sich jetzt als durchgängige Promeniermeile. In Mahlow begrüßt am Bahnhof eine weinrote Kabine, in der man dringende Bedürfnisse loswerden kann. Der „Eintrittspreis“ beträgt allerdings 50 Cent. Dafür hat der Toilettenbetreiber eine ultramoderne Anlage installiert: Nach jeder Nutzung durchfährt das WC eine Waschstraße, so dass höchste Hygiene geboten wird. Es ist also nicht ratsam, dort ein Nickerchen zu machen!

Bühne als Pool
Modellhafte Ideen prägen sogar den Jugendclub „Butze“ in Mahlow. Hier wurde die Außenanlage komplettiert. Klingt langweilig, ist aber mehr als spannend. So gibt es eine Multifunktionsbühne aus Holz, die sich alternativ als Pool zum Schwimmen nutzen lässt, als Feuerstelle dient und sogar einem Hochbeet Raum gibt. Kaum für den Betrieb freigegeben, ist die Skaterbahn ein beliebter Hit. Bereits im Vorjahr machte der neue Jugendclub auf sich aufmerksam, weil die jungen Besucher mit viel Fantasie alte Baupaletten in innovative Sitzmöbel umfunktioniert hatten.

Ortsteile in Bewegung
Selbstverständlich ist in den anderen Teilen der Gemeinde ebenfalls viel in Bewegung. So erhält Dahlewitz für seinen Gutspark eine Schutzhütte. Auf dem Friedhof wurde die Kapelle saniert. Eine Toilette befindet sich in der Umsetzung. Wer will, kann auf einem neuen Radweg ab 2017 die Nachbargemeinde Rangsdorf per Fahrrad erreichen. Groß Kienitz hat einen überregionalen Ruf als Golf-Paradies. In Jühnsdorf fühlen sich die Biker wohl und haben hier sogar eine eigene Kneipe.

Alles gut gemacht
Innovativ zu sein ist eine Kunst, dabei mit dem Geld sparsam umzugehen, die Krönung. Deshalb freut sich der Bürgermeister, dass sein Haushalt trotz der vielen Investitionen ohne Kredite auskommt. Zudem scheint alles perfekt gemacht worden zu sein: Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden konnte der Jahresabschluss 2015 mit sechs Millionen Euro im Plus und rund 70 Millionen Euro Sparvermögen noch vor der Sommerpause 2016 beschlossen werden. „Sehr bedauerlich ist allerdings, wenn das gute Geld für unnötige Streitigkeiten aufgewendet werden muss, wie es bei der Auseinandersetzung um die Zentrumsentwicklung in Blankenfelde der Fall ist. Das Projekt war bereits in der letzten Legislaturperiode beschlossen worden. Die Baumaßnahmen mit funktionalem Verwaltungsgebäude, modernen Bushaltestellen, neuem Büroraum für unseren Polizeiposten und der dringend gebotene Tunnelbau hätten längst in Realisierung sein können“, weist der Bürgermeister auf eine „wenig bürgerfreund­liche“ Auseinandersetzung hin.

Guter Verbund
Vieles, was Blankenfelde-Mahlow bewegt, wird in den umliegenden Orten ebenfalls diskutiert. Deshalb bemüht sich die Gemeinde um verstärkte Zusammenarbeit mit den Nachbarn. Momentan gibt es regelmäßige Gesprächsrunden mit Groß­beeren und Ludwigsfelde, das Mittelzentrum für die Region ist. Rangsdorf könnte noch dazu kommen. Wichtige gemeindeübergreifende Themen sind beispielsweise die Zusammenarbeit der Feuerwehren. Natürlich sind die Nachbarn „neugierig“ auf die Erkenntnisse aus den vielen Modellprojekten, die Blankenfelde-Mahlow überregional immer wieder in die Diskussion bringen!