Dies ist ein Archiv-Eintrag aus dem Jahre 2016!

Blankenfelderin rennt allen davon

Ausnahmesportlerin Marita Wahl
Marita Wahl
Telefon:0 33 79/32 09 34
E-Mail:marita.wahl@snafu.de

Süßer Sport mit Rekord!

Stand: September 2016

Schokolade, Müsliriegel, viel Obst, wem würde da nicht das Wasser im Munde zusammenlaufen?

Eine Blankenfelderin beweist, dass man mit solchen Leckereien Rekorde aufstellen kann! Während Ärzte oft Eltern warnen, dass die Kinder um Himmels willen einen möglichst großen Bogen um Süßigkeiten machen sollen, zeigt Marita Wahl schon mit ihrer sportlich-drahtigen Figur, dass Süßigkeiten durchaus erste Wahl sein können. Und nicht nur das, sie stellte mit dieser Ernährung als Geheimtipp einen unerwarteten Streckenrekord über 170 Kilometer Etappenlauf durchs Mittel­gebirge auf!

Immer vorne
Marita Wahl schaffte es im August 2016 sensationell, auf allen fünf Etappen des Laufs durch den Thüringer Wald von Hörschel nach Blankenstein, Sportgeschichte zu schreiben. Schließlich schaffte sie es, mit knapp 15 Stunden, den bisherigen Rekord um gleich 24 Minuten zu unterbieten! „Auf der Strecke geht es ständig auf und ab. Insgesamt habe ich 1 600 Höhenmeter überwunden“, gibt sie einen kleinen Eindruck von den Strapazen. Dazu kamen beachtliche Temperaturunterschiede: Morgens war es mit gerade mal zehn Grad fröstelnd kühl, bis Mittag erreichte die Quecksilbersäule 25 Grad und mehr.

Schokolade für den Erfolg
Ihr Erfolgsrezept: „Man muss sich richtig ernähren!“ Dabei meint die Mutter einer Tochter keineswegs, dass sie zuhause Diät macht. Vielmehr achtet sie darauf, sich während des Rennens so mit Nährstoffen zu versorgen, dass sie stark wie ein Bär und flink wie ein Wiesel über die Strecke fegt. „Man muss auf Vorrat essen und trinken, damit die Kondition konstant erhalten bleibt“, beschreibt sie ihr Rezept. Während andere auf Schmalzstullen und Wurstbrote setzen, schaffte sie es mit einem Mix aus Haferschleim, Schokolade und Müsliriegel ihren aufsehenerregenden Rekord aufzustellen.

Späte Leidenschaft
Allgemein gilt, dass man früh anfangen muss, um im Sport erfolgreich zu sein. Die Extrem-Sportlerin aus Blankenfelde-Mahlow beweist, dass es durchaus anders gehen kann. Sie begann ihre Laufbahn vor 15 Jahren, im Alter von 30 Jahren, was für viele Sportler bereits der Zeitpunkt für den Ausstieg ist. Anlass dafür, sich in ein ungewohntes Abenteuer zu stürzen, war 2001 die Geburt von Tochter Teresa Wahl. „Ich wollte danach wieder Figur und Fitness erlangen. Also begann ich damit, ein wenig durch unser Wohngebiet zu joggen.“ Begleitet wurden sie von Ehemann Mark Wahl und später von Familienhund „Mira“, dem kleinen lustigen ungarischen Puli-Mischling. „Am Anfang war mir mein Mann weit voraus. Das machte auf Dauer keinen Spaß“, erinnert sie sich. Also ging sie „herrenlos“ auf die Bahn. Niemand hätte gedacht, dass aus diesen harmlosen Ausflügen ein Renn­fieber würde, das sie nicht mehr loslässt!

Erste Gehversuche zuhause
Auf die heimischen Übungen über täglich zweieinhalb Kilometer rund ums Eigenheim in der Erich Klausener Straße folgten die ersten „Gehversuche“ bei kleineren Läufen in der näheren Region. „Ich begann mit 7,5 Kilometer Wettbewerben. Anschließend wagte ich mich auf zwölf Kilometer. 2004 nahm ich am Potsdam Halbmarathon teil. Zu meinem 40. Geburtstag machte ich mir erstmals den Traum vom Marathon wahr. Der Lauf ging durch die Schorfheide. Das ist ein sehr sinnliches Erlebnis. Man ist in der Landschaft unterwegs, läuft durch viel Natur, ist oftmals ganz allein auf der Strecke. Das ist nicht so ein Menschenauf- lauf wie beispielsweise beim Berlin-Marathon“, schwärmt die Hobby-Ausnahmesportlerin aus Blankenfelde.

Bundesweit an der Spitze
Mittlerweile ziert eine beachtliche Ansammlung von Pokalen den Flur im Reihenhaus der Familie. So war sie letztes Jahr strahlende Siegerin beim Marathon in der VW-Stadt Wolfsburg, der mit über 4 000 Teilnehmern und 20 000 Zuschauern einen Rekord feierte. 2016 stellte sie beim Ultra-Marathon im Harz auf der Gesamtstrecke von 69 Kilometern durch eine ebenso romantische wie strapaziöse Gebirgslandschaft mit 5:52:50 einen Rekord auf, den sie dann in Thüringen wiederholte. Vorher stand sie 2016 im Februar beim „Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf“ und im März beim „Internationalen 50 Kilometer-Lauf Grün­heide/Störitz“ auf dem Sieger­podest.

Zu schnell für Mann & Hund
Das Hobby der Ausnahmesportlerin hat mit der Zeit das Leben der Familie erheblich verändert. So findet Ehemann Mark Wahl jeden Morgen das eheliche Bett ziemlich leer vor, denn Marita Wahl zieht es mit dem Morgengrauen aus den Federn. Dann startet sie bei Wind und Wetter. „Ich trainiere fünfmal in der Woche. Dabei kommen zwischen 80 und 130 Kilometer zusammen.“ Um im Winter nicht auf Schnee und Eis auszurutschen, hat sie Schuhe mit Spikes im Schrank. Mittlerweile ist sie sogar völlig allein unterwegs. Familienhund Mira genießt den Sonnenaufgang längst lieber im wohligen Körbchen: „Ihr ist diese Strecke mittlerweile zu lang. Im Endeffekt bin ich ja immer vor ihr zuhause“, schmunzelt Marita Wahl über die Wahl ihres Hundes.

Ausnahmesportlerin ohne Förderung
Marita Wahl berichtet, dass sie im Jahr an etwa zehn Rennen teilnimmt. Dafür „opfert“ sie den Urlaub und einen Teil der Ersparnisse. „Ich habe keine Sponsoren und finanziere alle Aufwendungen wie Anfahrt, Übernachtung oder Teilnahme­gebühr privat“, überrascht sie. „Mein Problem ist, dass ich mich nicht verkaufen kann. Ich will kein Werbemaskottchen werden.“

50 Kilometer zum Pferd
Ihre weitere sportliche Leidenschaft, das Reiten, teilt die ganze Familie. „Wir haben bei Märkisch Buchholz auf einem Gestüt zwei Island-Pferde. Ich reite gerne, aber wesentlich besser ist meine Tochter, die sich vorgenommen hat, in den Turniersport einzusteigen“, gibt die stolze Mama Einblick. So einig sich die kleine Familie hier ist, dass vom Rücken der Pferde eine enorme Faszination ausgeht, so unterschiedlich ist ihr Weg dorthin: „Mein Mann und Teresa fahren die 50 Kilometer mit dem Auto. Ich lege die Strecke am liebsten zu Fuß zurück“, überrascht „Mama“ Marita Wahl durch die ungewöhnliche Wahl ihres „Lieblingsverkehrsmittels“. Während andere oftmals aus Umweltschutzgründen mehr oder weniger kräftig in die Pedale treten, verzichtet sie am liebsten auf alle technischen Hilfsmittel und nimmt „die Beine in die Hand“.