„Hut ab” vor so viel jungem Engagement

Der richtige Weg zum Traumjob

Lieber studieren oder erst mal eigenes Geld verdienen? Eine schwierige Frage, deren Beantwortung entscheidend fürs weitere Lebensglück sein kann.
Nicht jeder hat dabei soviel Glück wie Steffi Amelung von der Gemeindeverwaltung. Ursprünglich wollte sie Psychologin werden. Der lange Weg zu diesem Ziel schreckte sie damals ab. Sie zog es vor, frühzeitig selbstständig zu sein und ihr eigenes Geld zu verdienen!
Besorgte Eltern und Lehrer hätten darüber die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, doch Steffi Amelung fand gerade auf diese Weise zum „Traumjob“. Seit letztem Jahr ist die 25-Jährige für die gesamte Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow zuständig. Unter ihrer Ägide entsteht regelmäßig das Amtsblatt, sie arbeitet am Internet-Auftritt der Kommune und ist gefragt, wenn es um den Kontakt zu den Partnerstädten oder um die Organisation von Veranstaltungen im Ort geht.
„Wir haben 2006 zum dritten Mal unseren Ausbildungstag veranstaltet. Die beiden ersten Male war der Besuch für die Schüler der neunten und zehnten Klassen Pflicht. Dieses Jahr war es allen freigestellt zu kommen. Dennoch nahmen die Schüler unser Angebot an“, freut sie sich über das erwiesenermaßen „echte Interesse“ an der jährlichen Veranstaltung. Steffi Amelung weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, per Zufall zum Traumberuf zu kommen, eher die Ausnahme bleibt. „Information vor der Berufsentscheidung ist enorm wichtig. Bei den Ausbildungstagen erfahren Jugendliche aus erster Hand, von Firmenchefs, Lehrausbildern und oftmals Azubis, worum es in der Praxis wirklich geht. In der Schule hat man oft falsche Vorstellungen vom Berufsleben“, weiß sie aus eigener Erfahrung. Ihr Tipp: „Für die Schulabgänger ist es wichtig, alle Gelegenheiten im Rahmen von Schul- oder Ferienpraktika zu nutzen. So kann jeder für sich selbst herausfinden, ob einem diese oder jene Berufsrichtung liegt. Traumjob bedeutet Spaß bei der Arbeit zu haben, den Sinn zu begreifen, seine Ziele zu finden und auf die Resultate stolz sein zu können.“
Der Erfolg des ersten „freiwilligen“ Ausbildungstags beflügelte die „Macher“, die Veranstaltung auszuweiten. Bürgermeister Ortwin Baier will umliegende Orte und Schulen mit ins Boot holen, um noch mehr Firmen zur Teilnahme zu bewegen und das Angebot attraktiver gestalten zu können.
Damit das Thema Ausbildung öffentlich im Bewusstsein gehalten wird, denkt man in der Gemeindeverwaltung über einen Ortswechsel nach. Ein Einkaufszentrum könnte ein attraktiver Standort sein. Dort sieht man dann ganz nebenbei, was man mit dem Lehrgeld alles anstellen könnte...
Steffi Amelung kaufte sich übrigens vom „ersten eigenen Geld“ eine Couch für die langersehnte eigene Wohnung. Das Ausruh-Möbel sieht immer noch aus wie neu, denn das hübsche Energiebündel wirbelt lieber im Einsatz für die Gemeinde durch die Region, als die Füße auf der Couch auszustrecken. Selbst im Urlaub kommt sie mal schnell, wenn es gilt, eine ihrer Veranstaltungen zu betreuen. Dann herrscht zuhause alles andere als eitel Sonnenschein: Warten dort doch Ludwig und Whiskey.
Dennoch wäre auf der Couch noch freier Platz. Denn Ludwig ist zwar sehr gesprächig, sitzt aber am liebsten auf der Stange, wie es sich für einen Graupapagei ziemt. Und Hund Whiskey hat ohnehin andere Vorlieben.

Infos Tel. 0 33 79/33 31 05

Steffi Amelungs eigene Lehrzeit liegt noch nicht so lange zurück. Nun will sie mit einem vergrößerten Ausbildungstag den Jugendlichen in der Gemeinde dazu
verhelfen, dass ihre Lehre ebenfalls ein Zuckerschlecken wird.

AUSBILDUNGSTAG FÜR JUGENDLICHE:

Von der Polizei bis zum Handwerk wird hier über Job-Möglichkeiten informiert.