Viel lässt sich rundum entdecken

Während die Gemeinden im Amt Blankenfelde-Mahlow selbst schon so allerhand zu bieten haben, kann man rundherum ebenfalls vieles entdecken und erleben.

Bundeshauptstadt nebenan
Das Amt Blankenfelde-Mahlow wird im Norden von dem dominanten, dicken Berlin beherrscht. Ein Ausflug in diese Richtung bringt wohl für jeden etwas. Der Kulturbegeisterte findet Museen, Theater, Konzertangebote. Zum Geldausgeben gibt es Möglichkeiten in Massen. Der Wannsee oder der Müggelsee sind nur zwei Gelegenheiten, die zum Baden laden, im Grunewald ahnt man kaum, dass man sich in der Hauptstadt befindet. Vom Grunewaldturm aus hat man einen idealen Weitblick. Den Potsdamer Platz ahnt man in der Ferne, ansonsten nur Wasser und Wald ringsum. Sollte man gesehen haben! Apropos Potsdamer Platz. Die futuristische Architektur der Gebäude in der neuen Berliner Mitte ist wie ein Blick in die Zukunft – oder Vergangenheit? Manche Städte haben ja soviel Glas und Beton bereits hinter sich! Nun, das ist Ansichtssache, jedenfalls ist hier das neue Machtzentrum Deutschlands.

Technologiezentrum Teltow
Na ja, zum Spazierengehen ist Teltow wohl weniger ein Geheimtipp. Der Industrie- und Technologiestandort hat sich wirtschaftlich doch recht gemausert. Darüberhinaus kommen die „Teltower Rübchen“ wieder zu Ehren, die schon von Goethe und Fontane gepriesen wurden. Doch Vorsicht! Nicht alles was Teltower Rübchen genannt wird, ist auch wirklich eines. Wer das genauer ergründen will, dem sei ein Besuch im Heimatmuseum empfohlen. Im ältesten Haus Teltows im Hohen Steinweg 13 wird Geschichte richtig lebendig.
Ein Museum ganz anderer Art befindet sich im zu Teltow gehörenden Ortsteil Ruhlsdorf. Das erste und wohl auch einzige Schweine-Museum in Deutschland gibt verblüffende Einblicke in die Entwicklung der Schweinehaltung und die Zucht der Schwartentiere. Wer glaubt, ein Schwein zu kennen, zu wissen wie es aussieht, der sollte sich einen Besuch hier unbedingt gönnen. Man glaubt gar nicht, was es über Schweine alles zu erfahren gibt. Speck und Schnitzel sind auf jeden Fall nicht alles.

Richtung Süden
Nur wenige Autominuten sind es von Blankenfelde-Mahlow und man erreicht Rangsdorf und Zossen sowie die einst verbotene Stadt Wünsdorf. In Zossen stößt man im Stadtpark auf Überreste der einstigen Stadtbefestigung. Der „Alte Krug“ mit seiner Ausstellung zur Heimatgeschichte bietet allerhand sehenswertes, darunter eine original erhaltene schwarze Küche.
Wünsdorf, seit Beginn des 20. Jahrhunderts Garnisonsstadt, ist auf jeden Fall einen Abstecher wert. Aus dem Schieß- und Exerzierplatz sowie Truppenlager zu Kaisers Zeiten wurde die Zentrale, von der aus Nazi-Deutschland seine Truppen dirigierte, die im Zweiten Weltkrieg ganz Europa mit Mord und Vernichtung überzogen. Weitaus bekannter ist Wünsdorf als Sitz des Oberkommandos der sowjetischen, respektive russischen Truppen in Deutschland, was es bis zu Beginn der 90-er Jahre war. Inzwischen entwickelt sich hier die Waldstadt als Wohnort im Grünen. Für Leseratten sind die Antiquariate ein echter Geheimtipp und eine Besichtigung der ehemaligen Bunkeranlagen sollte man sich ebenfalls nicht entgehen lassen. Für Mühlenfreunde bietet die Umgebung ebenfalls „Futter“. So beispielsweise die Scheunenwindmühle in Saalow oder die Paltrockwindmühle am Ortsausgang Richtung Mellensee. Außerdem bieten sich zur warmen Jahreszeit zahlreiche Plätzchen zum Baden an.

Wiege des Rundfunks in Deutschland
Für Technikfans hochinteressant ist das Funkmuseum in Königs Wusterhausen. Weithin sichtbar ist ein 200 Meter hoher Sendemast. Vom Funkerberg, dem einstigen Windmühlenberg, wurde die erste Rundfunksendung in Deutschland ausgestrahlt. Das war ein Weihnachtskonzert am 22. Dezember 1920, gespielt von Postbeamten. Auch ist zu erfahren, dass bis 1923 nur offiziell zugelassene Stellen überhaupt Sendungen empfangen konnten.
Zur Vorgeschichte und spannenden Forschungen und Versuchen ist vieles gezeigt, von Leuten wie dem Rittmeister von Lepel oder dem damaligen Leiter der Station Dr. Hans Bredow ist zu erfahren, der sich für einen „Rundfunk für alle“ engagierte. Zudem sind originale Rundfunk-Sender zu sehen, wie sie noch bis vor wenigen Jahren in Betrieb waren. Ist man einmal auf Museumstour, kann man auch dem Heimatmuseum in Königs Wusterhausen noch einen Besuch abstatten. Und natürlich dem wiedereröffneten Schloß. Doch sollte man da keine zu hohen Erwartungen an museale Sehenswürdigkeiten haben, so man nicht gerade Gemäldefan ist.
Außer dem Zimmer, in dem das berühmte Tabakskollegium, das Friedrich Wilhelm I. regelmäßig zu veranstalten pflegte, stattfand, gibt es keinen original möblierten Raum mehr. Dafür Ölbilder in großer Zahl, darunter über vierzig vom König persönlich gemalte. Entspannend ist ein Spaziergang am Nottekanal entlang.

Das Heimatmuseum in Teltow hält viel interessantes über die Region bereit.

Allerhand Schweinereien gibt’s im Schweinemuseum Ruhlsdorf zu sehen.

Rundfunk- und Technikfans kommen in KW voll auf ihre Kosten.