Kreativität muss gefördert werden

Blankenfelde feiert, wie auch Diedersdorf und da geht kulturell schon so einiges über die Bühne. Doch die Kultur gehört in den Gemeinden auch ohne extra Anlass dazu.Seit gut vier Jahren kann sich jedermann für sein künstlerisch-kreatives Tun sogar professionelle Unterstützung praktisch vor der Haustür holen. Mit der Leitung der Musik- und Kunstschule Regenbogen e.V., dem Musikpädagogen Wolfgang Locher und der Diplom-Ökonomin Margit Voigt sprachen wir über das Schulprojekt.

Was unterscheidet Regenbogen e.V. von derartigen anderen Einrichtungen?
Wolfgang Locher: Zunächst einmal sind wir als Musik- und Kunstschule eine kulturpädagogische Einrichtung, die Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bietet, in verschiedenen Kunstbereichen eine Ausbildung zu erhalten. Im Zentrum der täglichen Arbeit stehen die professionelle Begleitung der Schüler bei der Entdeckung und Entwicklung künstlerischer Fähigkeiten, die Förderung von Selbständigkeit, Kreativität, Phantasie und künstlerischer Innovation. Wir haben uns das Ziel gestellt, neben der qualitativ hochwertigen individuellen Ausbildung den berühmten Blick über den Tellerrand zu vermitteln. Das bedeutet, wir wollen gleichzeitig soziale Kompetenz vermitteln, Gemeinsamkeit fördern und das durchaus zwischen den einzelnen Fachgebieten. Deshalb beschränkt sich unser Angebot nicht auf musikalische Ausbildung. Eine Besonderheit ist sicher die musiktherapeutische Arbeit, die man ja sonst eher in Reha-Kliniken oder entsprechenden Praxen erwartet. Von der Instrumental- und Gesangsausbildungüber Musiktheorie, verschiedenste Tanzformen bis hin zu Malerei, Kalligrafie und chinesischer Kampfkunst reicht der Bogen von Regenbogen.
Da klingen einem schon die Ohren. Aber wie sieht es denn mit der Qualität aus?
Wolfgang Locher: Wir sind uns der hohen Verantwortung durchaus bewußt. Deshalb lehren und arbeiten bei uns nur ausgebildete Fachkräfte. Als Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Kulturpädagogische Einrichtungen sind wir eine von

30 anerkannten Kunstschulen des Landes Brandenburg. Gleichzeitig ist der Antrag auf Mitgliedschaft im Verband deutscher Musikschulen hoffnungsvoll auf den Weg gebracht. Das bedeutet staatliche Anerkennung und Förderung unserer Bildungseinrichtung. Derzeit arbeiten 22 Pädagogen und Künstler mitüber 600 Schülern. Außer in Blankenfelde sind wir in Zossen, Großbeeren, Rangsdorf, Mahlow, Dahlewitz, Telz, Glasow und Großmachnow präsent. Ganz wichtig ist es für uns, bereits im Kindergarten musikalische Früherziehung anzubieten und so schon in diesem Alter die Freude an Musik und Kreativität zu fördern.
Heutzutage dreht sich alles ums Geld. Kunst und Kultur haben oft sehr zu kämpfen. Wie sieht das bei Ihnen aus?
Margit Voigt: Unsere Musik- und Kunstschule ist kein kommerzielles Unternehmen. Wir sind ein eingetragener Verein und gemeinnützig tätig. Richtig ist, das kostet alles Geld. Deshalb erheben wir natürlich Teilnehmerentgelte, haben die Mitgliedsbeiträge zur Verfügung und sind auf Spenden angewiesen. Für bestimmte Projekte werden Fördermittel des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie vom Kulturamt des Landkreises Teltow-Fläming bewilligt. Mietfreie zur Verfügungstellung von Räumlichkeiten in Kindergärten und Schulen durch die Gemeinden, beispielsweise für die musikalische Früherziehung, unterstützt unsere Arbeit.
Apropos Teilnehmerbeiträge. Können sich nur Reiche der Muse widmen?
Margit Voigt: Ich denke schon, daß sich die Teilnehmerbeiträge jeder leisten kann. Bei uns ist Kunst kein Luxus sondern Bestandteil des Lebens.