Männer im Einsatz

Zu wenig Zeit für die Jugend?

Von den Steppen Namibias bis zu den akuraten Vorgärten in Mahlow-Waldblick ist es ein weiter Weg.
Und der führt ziemlich genau in die Mitte der Arcostraße. Norbert Dennewill hat als Kind die Weiten Afrikas gegen die Ordnung in Deutschland eingetauscht und hilft mit seinem Christlichen Sozialwerk Ichthys nach eigenem bewegten Leben Menschen auf der Schattenseite der Gesellschaft, damit sie wieder Anschluss an die Normalität finden. „Ordnung und Klarheit ist als Orientierung sehr wichtig“, weiß er aus seiner Arbeit mit Strafentlassenen, Obdachlosen und Suchtabhängigen. Deshalb erklärte er sich bald nach dem Aufruf des damaligen Bürgermeisters Werner La Haine im Jahre 1998 dazu bereit, als ehrenamtlicher Sicherheitspartner zur Verfügung zu stehen. Mittlerweile sind es mit Norbert Dennewill, Konrad Brandt, Werner Stüben und Otto Witt insgesamt vier Bürger um Dr. Richard Fraupel, die in der Umgebung ihrer Wohnquartiere ein offenes Auge auf ihre Mitmenschen und ungebetene Gäste haben: „Wir sehen hin, wenn wir etwas Ungewöhnliches bemerken. Damit sollen beispielsweise Einbrüche verhindert werden“, so Norbert Dennewill. In seinem Mahlow-Waldblick geht es meist aber um kleinere „Verfehlungen“. Dazu gehören Parkprobleme, ungenehmigtes Verbrennen von Gartenabfällen und, schon gravierender, illegale Müllentsorgung im Wald und in der Natur. „Ich versuche, Verständnis für die Durchsetzung der diversen Vorschriften zu erzielen. Denn nur ein geordnetes Zusammenleben sorgt dafür, dass alle sich gut aufgehoben fühlen.“ Dass er manchmal auf „Überreaktionen“ stößt, nimmt er bedauernd zur Kenntnis. Durchgreifen kann er ohnehin nicht. Als Mittel stehen lediglich das Gespräch und wenn nötig, „Petzen“ beim Ordnungsamt und der Polizei zur Verfügung.
Eigentliches Anliegen ist Norbert Dennewill aus seiner beruflichen Erfahrung aber die Jugend. Er kommt zu Vorträgen in Schulen und Jugendeinrichtungen und ärgert sich deshalb besonders über illegale Zigarettenverkäufe ausgerechnet gegenüber der Schule. Viele jugendliche Sünden führt er auf mangelnde Freizeitmöglichkeiten zurück: „Alkohol, Drogen und Gewaltszenarien sind oftmals Teil eines Versuchs, auf sich aufmerksam zu machen. Jeder braucht Erfolgserlebnisse, Jugendliche ganz besonders. Wenn es in Elternhaus und Schule nicht klappt und keine Berufschance besteht, dann versucht man sich eben in der Clique hervorzutun und schaukelt sich gegenseitig hoch. Das endet dann schnell auf der schiefen Bahn. Es wäre aber bei etwas mehr gezieltem Engagement der Erwachsenen vermeidbar. Sozialarbeiter und Streetworker kommen der Gesellschaft im Endeffekt viel günstiger, als es dann die Folgen von Sucht und Kriminalität sind.“ Wenn nötig, setzt sich Dennewill mit den Delinquenten zusammen, er kennt den richtigen Ton, harte Burschen vom rechten Weg zu überzeugen. Gerade sind zwei jugendliche Messer-Stecher, die Bürger bedroht hatten, dabei, ihre Sünden beim Laubfegen abzubüßen. „Wichtig ist aber, dass sie immer wieder zu mir kommen können, wenn es ein Problem oder Diskussionsbedarf gibt!“

Infos Tel. 0 33 79/37 91 76

Sicherheits-Partner Norbert Dennewill hat ein Auge auf illegalen Unrat.