Stand Juli 2009
Aufstieg in greifbarer Nähe
Während Sohnemann beim ersten Blick der Kloß im Halse stecken blieb, entschloss sich Papi, die Ärmel hochzukrempeln.
Heute ist Harald Klos stolz auf den schmucken Fichte-Sportplatz, um den ihn und seinen Traditionsverein Grün-Weiß Brieselang viele beneiden. Gern hätte er gesehen, dass Sohn Jan Steffen Klos die Erfolge des Vereins mit angestoßen hätte, doch damals, als die Familie vom beschaulichen Bonn kommend Brieselang als neue Heimat auserkor, war Fußball im Ort oft mehr ein Kampf mit dem manchmal bodenlos erscheinenden Untergrund als mit dem sportlichen „Gegner“. Michael Geist, der gute Geist des Vereins und derzeit neben Wessi Klos als Ur-Brieselanger zweiter Vorsitzender, kann sich dennoch an sensationelle Höhepunkte  erinnern: „1969 hatten wir den DDR-Meister FC Vorwärts Berlin zu Gast und erreichten einen völlig unerwarteten 5:4 Sieg, obwohl wir nur in der Bezirksliga spielten.“
20 Mannschaften
An derartige Erfolge möchte der neue Vereinschefs seit 2006 gerne anknüpfen. Er ist „Herr“ über 20 Mannschaften. Das Altersspektrum geht von den Mini Kickers bis zu den über 50-jährigen „Senioren“. Der Stolz ist natürlich die „1. Männer“, die in der Saison 2008/09 fast den Aufstieg von der Kreisliga in die Landesklasse geschafft hätten. „Wir waren schon im kleinen Finale, mussten uns allerdings geschlagen geben und verpassten auf Rang vier knapp den Aufstieg. In der neuen Saison 2009/10 muss es aber klappen“, sind sich Harald Klos und Michael Geist einig.
Die Vorzeige-Kicker könnten sich ein Beispiel an den Kleinen nehmen, denn dort gibt es mehrere Mannschaften in der Landesliga. „Die D1-Jugend ist sogar Landesligameister“, strahlen der 60-jährige Michael Geist und der 51-jährige Harald Klos.
Ost und West an einem Ball
Beide sind Fußballer aus Passion und beweisen, dass Sport Unterschiede überbrücken kann. Im Vorstand sind der aus dem westlichsten Westen, dem Saarland stammende neue Vorsitzende Harald Klos und sein „Entdecker“, der Ur-Brieselanger Michael Geist, „ein Herz und eine Seele“. Sie erinnern sich, dass schon bei der ersten Begegnung die „Chemie stimmte“. Das ist natürlich besonders wichtig, wenn einer wie Michael Geist seinen Verein „Chemie Brieselang“, dem er über lange Jahre bis 2002 selbst vorstand, an einen „Wessi“ abgeben will.
Diplomatisches Geschick
Die Voraussetzungen waren sicherlich auch deshalb gut, weil beide beruflich viel diplomatisches Fingerspitzengefühl einsetzen müssen, damit es rund geht. Michael Geist ist Manager bei der Wohnungsgesellschaft Berlin-Mitte und dort unter anderem für Einkaufszentren im Herzen der neuen Weltmetropole Berlin zuständig.
Harald Klos steht als Ministerialdirigent im Bundes-Arbeitsministerium dem Chef  mit dem größten Etat im Bundeshaushalt zur Seite. Als solches sorgte er mit dafür, das seinen wechselnden Chefs wie Franz Müntefering und aktuell Olaf Scholz bei ihren öffentlichen Auftritten kein unverhoffter Kloß im Halse stecken bleibt.
360 Mitglieder
aber keine Fußball-Frauen
Das Duo steht einem mittlerweile 360 Mitglieder starken Verein vor. Der größte Teil der Spieler rekrutiert sich aus Jugendlichen, über 200 sind noch keine 18 Jahre alt. Insgesamt kann der Verein stolze 20 Mannschaften aufs Spielfeld senden, die von eigenen engagierten Übungsleitern ausgebildet werden. „Viele Vereine haben das Problem, nicht ausreichend Schiedsrichter zu haben. Wir haben daran gearbeitet und können mit Jan Seidel sogar einen Unparteilichen anbieten, der in der 3. Bundesliga pfeiffen darf“, so Harald Klos.
Nach dem Schock über den ersten Eindruck des Platzes hat der fußballbegeisterte Ex-Saarländer, der selbst in diversen Vereinen spielte, bevor er zuletzt in Bonn als Fußball-Funktionär wirkte, intensiv für die Sanierung des Platzes gekämpft. „Nun geht es darum, die Möglichkeiten optimal zu nutzen“, setzt er als nächstes Ziel. So sollen weitere Sportarten dazukommen. Schon jetzt gibt es eine Frauen-Handball-Mannschaft. Klos träumt von einer Boule-Anlage für Rentner und lädt Brieselanger in jedem Alter zum Training fürs offizielle Sportabzeichen ein: „Dafür muss man nicht mal Mitglied im Verein sein.“ Und insgeheim hoffen die Vereinsoberen, dass es nun mit neuem Sportplatz zu einer FrauenFußballmannschaft kommt: „Das wäre natürlich ein weiteres Aushängeschild für den Ort“, sind sich Geist und Klos über ihr rundes Ziel einig.
Infos:  
www.fussball-brieselang.de
Tel. 03 32 32/2 34 03
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