Stand Juni 2012
Rock-Konzert zum Nulltarif
Kostenlos ins Konzert – das gibt es in dieser Regelmäßigkeit nur in Zeestow. Jeden Mittwoch abend lädt hier die Phoenix-Band zu Rock-Musik wie zu Zeiten von Woodstock ein. Unter den Musikern der Band ist sogar ein richtiger Star.
Loko Richter gehörte mit Bands wie Embryo, Missus Beastly und Aera zu den Wegbereitern von deutschsprachiger Rockmusik. Viele dieser Bands werden von Musikkritikern als „Krautrock“ geführt. Der aus dem niederbayrischen Schweinfurt stammende Musiker wollte allerdings mehr als „nur“ deutsche Fans begeistern.    
Karriere in Polen
Er begann bereits 1988, also vor dem politischen Umbruch, in Polen musikalisch Fuß zu fassen. Er lebte lange Jahre in Südpolen in der Nähe der durch die „schwarze Madonna“ bekannten Stadt Tschenstochau und begeisterte mit seiner Band „Graal“ unser Nachbarland. Schließlich zog es ihn doch wieder nach Deutschland zurück. Er traf in Wustermark auf eine Ex-Freundin aus früheren Kommune-Zeiten, die, mittlerweile verheiratet, Eva Spielberg heißt.  
 Rock mit dem Professor
Von dort aus kommt Loko Richter nun jeden Mittwoch Abend zum Open Stage Konzert in der „AbArt-Fabrik“ von „Wolle“ Schmidt. Der ist hauptberuflich Maler, nebenberuflich Dozent an einer Kunstschule in Potsdam und ganz nebenberuflich begeisterter Musiker. Seinen früheren Pferdehof hat er schon längst in eine Atelierlandschaft verwandelt, die nun einen Konzertraum mit Bühne bekam. Dort sorgen dann so unterschiedliche Persönlichkeiten wie der Potsdamer Slawistik-Professor Dr. Peter Kosta, der Maschinenbau-Ingenieur Dr. Gerd Brummel, Callcenter-Agent Thomas Krüger und der Student Kaan Vitek in größtenteils freier Improvision und selbstvergessenem Spiel für einen fantasievoll-kompakten Sound wie in der großen Zeit des Rock der 1970-er Jahre.
Authentischer Sound
Da entstehen eine Atmosphäre und ein Klangteppich, die viele der heute über 50-Jährigen in die Zeit ihrer Jugend zurück katapultieren können. Tatsächlich konnte die Brieselanger Phoenix-Band schon bei Auftritten im Berliner In-Club Quasimodo oder bei Open-Air-Festen der Uni Potsdam begeistern. Doch die allwöchentlichen Open-Stage-Konzerte scheinen sich noch nicht herum gesprochen zu haben, trotz Club-Atmosphäre, wie man sie sonst kaum in der Umgebung findet. Die Künstler ficht dies bei der Verwirklichung ihrer Jugendträume allerdings nicht an: „Wir machen Musik zur Eigentherapie“, meinen sie selbstironisch. Jedenfalls, egal wie groß das Publikum ist, das Engagement für unkommerzielle Rockmusik bleibt!
Infos:
Tel. 01 78/6 80 07 86
http://abartfabrik.ab.funpic.de 
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