Stand Juni 2012
Mit Köpfchen in die Energiewende
In Brieselang und den Ortsteilen ist immer was los – und seit mittlerweile fünf Jahren kommt man bequem und kostengünstig überall hin.
Solange nämlich gibt es den Bürgerbus. „Wir haben eine Auslastung von über 40 Prozent. Das ist für den öffentlichen Nahverkehr sehr gut!“, weiß Bürgermeister Wilhelm Garn. Der Bürgerbus gehörte vor fünf Jahren zu den Lieblingsprojekten von Brieselangs 2011 auf Anhieb wiedergewähltem Bürgermeister.
Vorreiter beim Bürgerbus
Brieselang war damals Vorreiter im ganzen Landkreis und hatte in Brandenburg damit die Nase ganz vorn.
„Der Bürgerbus verkehrt regelmäßig auf festgelegten Routen. Er wird von einem Verein betrieben, der ehrenamtliche Fahrer einsetzt. Damit geht es um Engagement von Bürgern für Bürger, das gerade für Senioren, Kinder und Jugendliche sehr wichtig ist.“
Allerdings hat selbst ein Bürgerbus so seine Schwierigkeiten, überall in der beliebten Havelland-Gemeinde mit mittlerweile 11 000 Einwohnern voran zu kommen.
Zwei Autobahn-Anschlüsse
Deshalb hat Straßenbau immer noch einen hohen Stellenwert. Der Ausbau der Fichtestraße nach Alt Brieselang nützt den Anliegern und bringt einen zusätzlichen Anschluss an die Landesstraße. Brieselangs an sich günstige Lage zwischen zwei Autobahnanschlüssen wird dadurch besser als bisher ausgeschöpft, die Karl Marx Straße vom Durchgangsverkehr entlastet. Die erhält noch dieses Jahr einen Geh- und Radweg. Wie der Ortstermin zeigt, wird dies gar nicht so einfach sein, wegen Platzmangels.
„Außerdem wird der Ausbau der Anliegerstraßen weiter voran getrieben“, gibt Wilhelm Garn als Ausblick.
Trotz der laufenden Investitionen bleibt die Gemeinde bei ihrer soliden Finanzplanung. „Alle Maßnahmen werden finanziert, ohne Schulden aufzunehmen. Dabei sind bei uns die Steuern seit 2004 nicht angehoben worden und das soll weiter so bleiben“, gibt der Bürgermeister ein wichtiges Versprechen ab.
Neue Impulse für die Energie
Wo neu gebaut wird, stellt die Gemeinde die Straßenbeleuchtung auf ökologisch sinnvolle LED-Technik um, die nur einen Bruchteil des Stroms verbraucht, den herkömmliche Beleuchtung „frisst“.
Überhaupt scheint dem Bürgermeister die Weichenstellung für die Zeit der Energiewende ein wichtiges Anliegen. So schloss sich Brieselang mit Dallgow-Döberitz und Wustermark zusammen, um die Stromnetze neu zu vergeben. Da ging der bisherige Betreiber EON leer aus, denn die Gemeinde möchte mehr Mitspracherecht durch einen kleinen eher beeinflussbaren Partner.
Als nächstes geht es dem Bürgermeister um neue intelligente Stromkonzepte, die über die bisher üblichen Wind- und Solaranlagen hinaus gehen. Ihm schwebt vor, dass Technologien wie Stromerzeugung aus Temperaturunterschieden gefördert werden können. „Die Energiewende wird aber nur funktionieren, wenn sie die Bürger wirklich wollen.
Dafür ist Aufklärung sehr wichtig. Ich stelle mir im Zuge eines 100-Dächer-Konzepts vor, dass wir als Gemeinde eine Energieberatungsstelle einrichten, um innovativ neue Konzepte zu verfolgen und eventuell gezielt zu fördern!“
Bürger packen an
Wie Bürgerbeteiligung aussehen kann, zeigt neben dem Bürgerbus der Sportplatz, der nun eigentlich „Bürger-Sportplatz“ heißen müsste, denn hier haben die Brieselanger viel Arbeit investiert. Der Bürgermeister freut sich über das nagel-neue Funktionsgebäude. Der gemütliche Aufenthaltsraum mit seinem kuscheligen Kachelofen zieht Wilhelm Garn verständlicherweise sofort in seinen Bann. Besonders fasziniert ist er aber davon, dass der neue Anziehungspunkt der Gemeinde keinen Cent gekostet hat: „Der Verein hat dies alles aus Eigenmitteln und mit Hilfe von Sponsoren realisiert. Ein erheblicher Anteil wurde durch Eigenleistung erbracht, schließlich sind in Brieselangs größtem Verein viele Handwerker“, lobt Wilhelm Garn die engagierten Sportsfreunde. Ob die Bürger vielleicht irgendwann auch mal ihre Straße selbst bauen werden? „Das würde kaum zu Einsparungen führen, weil wir zur Schonung der Anwohner, die ja einen erhebliche Teil bezahlen müssen,  unsere Anliegerstraßen schon jetzt so günstig wie gesetzlich erlaubt ausbauen!“
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