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Europa weiß offenbar, was es an
Brieselang hat. Jedenfalls schaffte die
Gemeinde das Kunststück, Brüssels
Kasse ganz erheblich anzuzapfen.

So kann sich Bürgermeister Wilhelm Garn
darüber freuen, dass von den Gesamtkosten
von drei Millionen Euro für die zweite
Zufahrt zum Gewerbegebiet über die
Hälfte aus den Kassen der Gemeinschaft
kommt. „Die Gemeinde steuert zu dem
Projekt 600 000 Euro bei. Genauso viel
bringen die ansässigen Firmen freiwillig
auf. Der Rest von 1,8 Millionen Euro
wurde uns von der EU im Rahmen der
Infrastrukturförderung für ländliche
Gebiete bewilligt“, rechnet Brieselangs
Bürgermeister vor.    

Gewerbegebiete füllen sich

Verständlicherweise ist er froh darüber,
dass sogar beide Gewerbegebiete nun fast
25 Jahre nach der Wende den Anklang
finden, wie es bei der Ausweisung erträumt
wurde. Dieser Aufschwung wird von
mehreren Branchen getragen. So ist
Brieselang sichtbar zu einem wichtigen
Standort der Bauindustrie geworden, von
der aus Baustellen in der gesamten Region
Berlin mit Zement und anderen
Grundstoffen beliefert werden. Außerdem
ist die Gemeinde nun Handels-Umschlags
zentrum geworden. Hier haben sich der
Internet-Versandhändler Zalando sowie das
Online-Kaufhaus Amazon mit je einem
Logistik-Zentrum etabliert. „Während
woanders gestreikt wurde, ging es hier
ganz normal mit dem Betrieb weiter“, hat
Wilhelm Garn beobachtet. Viele der
Betriebe sind darauf angewiesen, pünktlich
liefern zu können: „Deshalb wurde die
zusätzliche Anbindung nötig, denn dann
stehen zwei Aus- und Einfahrten für das
GVZ Brieselang zur Verfügung“, erläutert
Wilhelm Garn. Das weitere Gewerbegebiet
in Zeestow wird schwerpunktmäßig von
der Recycling-Branche genutzt.  

Zentrum im Blick

Wenn Wilhelm Garn an die
Weiterentwicklung seiner Gemeinde denkt,
braucht er nur mal aus dem Fenster seines
Büros sehen, um sich zu freuen. Dort
entsteht Am Markt in direkter Sichtweite
ein neues Gebäude, mit dem Brieselang
einen Drogeriemarkt bekommt. Dennoch
ist er nicht völlig zufrieden: „Nach wie vor
fehlen in der Gemeinde Flächen für den
Einzelhandel. Wir sind nun dabei, einen
Plan zu entwickeln und zur Diskussion zu
stellen, wie die Entwicklung im
Kernbereich weitergehen soll. Schließlich
hat man sich vor 20 Jahren zuletzt mit dem
Thema beschäftigt. Seitdem ist bei uns viel
passiert. Außerdem bräuchte man
weitere Stellplätze für Autos und
Radfahrer, die als Pendler unterwegs sind.“

Viele Zuzüge

Dass er einer sehr beliebten Gemeinde
vorsteht, zeigen die Zahlen aus dem
Einwohnermeldeamt. Mittlerweile wohnen
über 11 200 Personen in der
Luchkommune, und fast täglich werden es
mehr. Das hat natürlich die eine oder
andere „Nebenwirkung“. So werden schon
wieder die Kita-Plätze knapp. „Deshalb
wird es nun darum gehen, unsere neue Kita
Regenbogen von bisher 75 Plätze auf
nunmehr 100 Plätze zu erweitern. Zum
Glück haben wir auf dem Gelände Raum
für einen möglichen Anbau.“ Aber was ist,
wenn die Kinderzahlen, wie die Statistiker
vorhersagen, in einigen Jahren sinken
werden? „Es geht hier um einen
gesetzlichen Anspruch der Eltern, der
einfach erfüllt werden muss“, verweist der
Bürgermeister auf den geringen
Handlungsspielraum. Wer hier lebt, möchte
sich gerne erholen. Dazu lädt der
Nymphensee mit seinem glasklaren Wasser
ein. Bei der Suche nach einem neuen
Pächter war es der Gemeinde sehr wichtig,
dass die Eintrittspreise moderat gehalten
werden. „Es muss ja möglich sein, dass
man abends nach der Arbeit mal kurz ins
Wasser springt“, so Wilhelm Garn.

Feuerwehr im Plan

Nach der Kita geht es in die Schule. In der  
Hans-Klakow-Oberschule  wurden in den
letzten Jahren kontinuierlich die
pädagogischen Hilfsmittel den geltenden
Standards und dem Bedarf angepasst.
Zudem präsentiert sich das Umfeld
schmuck mit neu-gestalteter Straße. „Es
werden weitere drei Parkplätze mit 55
neuen Stellplätzen gebaut, sodass dann in
der Endausbaustufe  insgesamt Parkraum
für etwa 70 Autos zur Verfügung steht“,
informiert Wilhelm Garn. Allerdings soll
es gleich um die Ecke mit dem Baulärm
weiter gehen: „Wir haben alle
Voraussetzungen für den Ausbau unseres
Feuerwehrgebäudes geschaffen. Dabei geht
es um Räume für die Jugendfeuerwehr, um
die Sanierung der Sanitärräume, um eine
neue Wasch- sowie eine weitere
Einstellhalle für die Einsatzfahrzeuge.“ Der
Ausbau der Anliegerstraßen ist ein weiteres
Thema: „Hier steht nun das
Komponistenviertel auf der Agenda. Nach
der Anliegerversammlung kann es jetzt an
die Planung gehen.“ Ganz stolz ist der
Bürgermeister auf imposante Erdhügel auf
einem Gelände beim Kreisverkehr in
Nachbarschaft zum Nymphensee. „Daraus
entsteht die vielfach gewünschte BMX-
Anlage. Die Gestaltung erfolgt gemeinsam
mit den Nutzern.“ Während dieses Projekt
unumstritten ist, geriet der Weg dorthin
nun in die Diskussion. Eine Künstlergruppe
hat die Idee entwickelt, den Kreisverkehr
mit einer barbusigen Nymphe zu verzieren.
„Dazu gibt es einen zustimmenden
Beschluss der Gemeindevertretung.
Allerdings befürchten manche Skeptiker,
die Autofahrer könnten von den Reizen der
Dame zu sehr abgelenkt werden. Das
Projekt soll aus Spenden finanziert
werden“, gibt Wilhelm Garn Einblick in
die Debatte.

Ortsteile im Blick

Der Blick in die Ortsteile macht dem
Bürgermeister ebenfalls Freude. Zeestow
hat mit der unlängst eingeweihten
Autobahnkirche einen überregionalen
Anziehungspunkt. In Bredow wurde der
Park um den Dorfteich aufgewertet und
erhielt eine Ruhebank, damit man die
Idylle genießen kann. Außerdem wurden
die Wohnblocks an der Dammstraße mit
Garagen ausgestattet. Schließlich machen
Wind und Wetter keinen Bogen um den
idyllischen Ortsteil.

Brieselang im Aufwind

Stand Juli 2014

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