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Brieselang ist eine junge Gemeinde mit steigender Bewohneranzahl. Mehrere Schulen und Kitas zeugen von
dieser Entwicklung. Wo bleibt da das Engagement für die Senioren?
Deren „Pech“ ist, dass dafür die Gemeinde nicht direkt zuständig ist. Kitas muss sie bauen, da gibt es den gesetzlichen
Auftrag. Seniorenheime sind hingegen privatem Engagement überlassen. Deshalb freut sich Bürgermeister
Wilhelm Garn umso mehr, dass nun günstig an der Forstallee gelegen ein familiäres Altenpflegeheim mit insgesamt 48
Plätzen entstand. Damit kann der Bürgermeister ziemlich beruhigt zu einem Rundgang durch die Gemeinde
aufbrechen, die er wesentlich mitgeprägt hat. Wilhelm Garn ist nun in der zweiten Amtzeit aktiv. Überall lachen ihm
seine Erfolge entgegen.  
Neue Zufahrt
Ein gutes Beispiel sind die lange Zeit vor sich hindämmernden Gewerbegebiete. Nun ist dort fast zu jedem Zeitpunkt
reges Leben. Dafür sorgte das Internet mit entsprechenden großen Anbietern, die Brieselang als Drehscheibe für
Auslieferungslager für sich entdeckten. Diese brauchen sich neuerdings keinerlei Sorgen mehr zu machen, vom
pulsierenden Verkehr abgeschnitten zu werden. Die neue Autobahnzufahrt ist fertig und zeigt exemplarisch, wie
produktiv es ist, sich an einen Tisch zu setzen. Beteiligte Firmen und Gemeinde konnten schließlich die EU
überzeugen, ihre Fördertöpfe zu öffnen, so dass das Projekt in gemeinsamer Finanzierung in kurzer Zeit umgesetzt
werden konnte. „Von den insgesamt drei Millionen Kosten trugen Firmen und Gemeinde jeweils gut 600 000 Euro. Der
Rest wurde von der EU beigesteuert.“        
Luxus für Biber
Ein mit 300 000 Euro erheblicher Kostenfaktor war eine unscheinbare Brücke: Sie wurde von Naturschützern
erzwungen und soll ausgerechnet den lästigen Bibern, die bekanntlich für ziemlich viele Schäden an der Natur
verantwortlich sind, die Möglichkeit geben, diesseits und jenseits der Straße weiterhin in bequemen Kontakt zu bleiben.
Durch die neue Anbindung ist das Gewerbegebiet jeweils über die Ausfahrten Falkensee und Brieselang erreichbar. Die
Wahrscheinlichkeit, dass die Auslieferung der Online-Warenhäuser und anderer Firmen durch eine unverhoffte
Sperrung der Autobahn ins Stocken gerät, ist damit fast schon gegen Null gesunken.      
Lachende Blümchen
Zurück in Richtung Brieselang verdeutlicht Wilhelm Garn, was er meint, wenn er davon spricht, dass es nun um Erhalt
der getätigten Investitionen und um Verschönerungen geht. So verweist er gerne auf das liebevoll bepflanzte Herz
eines neuen Kreisverkehr. Die Blümchen haben gut lachen, denn Autoverkehr ist eher selten. Der Bürgermeister
hingegen hat dennoch leichten Groll im Antlitz. Ihn ärgern deutlich sichtbare Fußstapfen. Es scheint wohl manchen zu
geben, der den Blümchen achtlos auf die Köpfchen tritt, anstatt einen eventuell ein paar Schritte längeren Rundweg
einzulegen.  
Bank für jede Generation
„Momentan sind wir dabei, an geeigneten Stellen Ruhebänke aufzustellen“, kündigt der Bürgermeister an. Die
Sitzmöbel sind quer durch die Generationen beliebt. „Senioren schätzen Parkbänke, Jugendliche ebenso“, weiß der
Bürgermeister und bekommt umgehend recht, als er das Havelkanalufer ins Visier nimmt. „Wir achten darauf, dass die
Bänke massiv und durch Betonfundamente solide verankert sind“, ist sich Wilhelm Garn der vielen Gefahren, die
drohen könnten, mehr als bewusst.
Neuer Spielplatz
Dass das Herz für die Jugend weiterhin intensiv schlägt, beweist der Bürgermeister  in Bredow. Dort entstand beim
bisherigen Dorfgemeinschaftshaus ein netter Spielplatz mit einer ganzen Reihe von Geräten, die zu Kurzweil und
Austoben einladen. Sollten die Kleinen dann größer werden, würde sich die Freiwillige Feuerwehr über ihre Mitwirkung
freuen. Die erhielt einen Anbau ans bisherige Gebäude, der unter anderem mehr Platz für Fahrzeugpflege sowie Sozial-
und Aufenthaltsräume beherbergt.
Straßen und Parken
Von hier ist es nur ein paar Schritte zur Hans-Klakow-Schule, wo gerade eine Mutti sichtbar beim Versuch, aus einer
der schmucken Parkbuchten auszuparken, ins Schwitzen kommt. Die Ursache der Mühe bleibt im Dunkeln, aber dass
die Parkplätze zu wenig sind, ist dem Bürgermeister durchaus bewusst. „Abhilfe ist schon fest eingeplant“, versichert
Wilhelm Garn. Wie die Jahre zuvor stehen Straßenbaumaßnahmen weiterhin auf dem Aufgabenzettel der Gemeinde.
„Wir achten auf attraktive aber bezahlbare Gestaltung. Bei Wohnstraßen wird auf den Gehweg meist verzichtet, das
senkt für die Grundstückseigentümer, die einen Großteil der Kosten tragen müssen, ganz erheblich die finanzielle
Belastung“, erklärt der Bürgermeister.
Forstamt für Brieselang
Er freut sich, dass das naturnahe Brieselang nun mit „seiner“ Försterei aufwarten kann. „Das Forstamt steht auf
Brieselanger Grund, hieß aber immer ‚Oberförsterei Finkenkrug’. Ich habe da viele Briefe geschrieben, bis man das
Problem jetzt endlich eingesehen hat“, strahlt Wilhelm Garn über das neue Hinweisschild auf die „Oberförsterei
Brieselang“
Toiletten nicht für jeden
Bei aller Naturnähe, manches möchte man doch nicht einfach in der Landschaft sehen. So freut sich Garn über das
gerade vorbeitrottende Kaltblutpferd, doch die Verdauungsreste von anderen Vierbeinern möchte er lieber „kanalisiert“
beseitigt sehen. Deshalb sollen nun weitere 25 Hundetoiletten die Gemeinde „bereichern“. Damit haben es die
Vierbeiner viel bequemer als ihre Herrchen und Frauchen. Diese müssen nämlich mit der einzigen öffentlichen Toilette
auskommen, die sich dazuhin leicht versteckt im Verwaltungsgebäude befindet. „Hundetoiletten bekommen wir
aufgrund von Werbefinanzierung kostenlos gestellt. Für Menschentoiletten müssten wir mit etwa 100 000 Euro je
Station rechnen“, erklärt Wilhelm Garn die vermeintliche „Ungerechtigkeit“.
Pappelallee ohne Pappeln
Manchmal kann die Freude über die grüne Natur übrigens schnell umschlagen. So geschah es in der Pappelallee von
Zeestow, an die die Zeebra-Grundschule angrenzt. Die Bäume, die für ihre Fallsucht durchaus bekannt sind, bekamen
so große Probleme mit dem diesjährigen Frühjahrssturm, dass Feuerwehr und Gemeindearbeiter im Notfall-Einsatz
waren, um die Gebäude zu schützen. „Warum man da gerade Pappeln als Bepflanzung genommen hat, kann ich gar
nicht verstehen“, schüttelt Wilhelm Garn immer noch den Kopf über frühere Weichenstellungen. So droht, dass die
Pappelallee bald von ganz anderen Bäumen gesäumt wird!
Jubiläum das ganze Jahr
Der Bürgermeister wird sicher mit vielen Erfolgen in die Geschichte eingehen. Zudem kann er sich freuen, an der Spitze
seiner Gemeinde in diesem Jahr, wo 90 Jahre gefeiert wird, zu stehen. Dabei hat der bescheiden-bodenständige Ex-
Manager von einer pompösen Festveranstaltung abgesehen. Stattdessen sollen übers Jahr immer wieder Höhepunkte
stattfinden.
Stand Juli 2015
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Brieselang soll noch schöner werden
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