Dies ist ein Archiv-Eintrag aus dem Jahre 2016!

Neue Perspektiven für Brieselang

Bürgermeister
Bürgermeister Wilhelm Garn

Weichen für die Zukunft

Stand: Juli 2016

In die Zukunft sehen kann niemand. Umso wichtiger ist es, frühzeitig die Weichen für die gewünschte Entwicklung zu stellen. Dies macht die Gemeinde Brieselang momentan gleich für zwei wichtige Stellen.

Der Markt als Herz von Brieselang steht dabei besonders im Blickpunkt der Betrachtung. Schließlich hat sich hier ein zentraler Ort für die durch die Bahnlinie in Nord und Süd räumlich getrennte Gemeinde gebildet.

Markt im Blickpunkt
Geschäfte, Praxen, Gastronomie und die Verwaltung sorgen für Leben, das verbindet. Dennoch gibt es immer wieder Kritik an der derzeitigen Situation. Auf Dauer problematisch ist zudem, dass die Verwaltung in gemieteten Räumen anstatt in einem eigenen Rathaus untergebracht ist. „Für ein neues Verwaltungsgebäude kämen diverse Stellen in Frage, die aber alle in der Nähe des bisherigen Standorts liegen sollten“, wünscht sich Bürgermeister Wilhelm Garn. Das Umziehen hat er bereits geübt: Ein Brand im Untergeschoss des aktuellen Verwaltungs­gebäudes setzte eine Lieblingsgaststätte des Ortschefs außer Gefecht und heizte zugleich der Verwaltung ein. „Wir mussten mehrere Wochen in Ausweichquartiere“, blickt der Bürgermeister auf eine Zeit des ungeplanten Umziehens und Improvisierens zurück.

Neues Leben für Altes Rathaus
Fürs neue Brieselang hat sich Wilhelm Garn einen ehrgeizigen Zeitplan gesetzt: Bis Herbst 2016 soll die öffentliche Diskussion über den „Masterplan City“ zum Abschluss kommen. Dann liegt der Ball bei der Gemeindevertretung, die die Ideensammlung in realisierbare und finanziell umsetzbare Bahnen bringen muss. Früher übrigens wurde Brieselang von einem eigenen Rathaus an der Wustermarker Allee aus verwaltet. Wo vormals die Köpfe der Beamten und Politiker rauchten, soll bald fröhliches Kinderlachen einziehen. Nach längerer Diskussion einigte sich die Gemeindevertretung nämlich darauf, das Gebäude in den Neubau der „Kita Regen­bogen“ mit einzubeziehen, die Anfang 2018 mit 100 Plätzen für kleine Brieselanger eröffnen soll. Das „Alte Rathaus“ wird weitere zentrale Funktionen bekommen und damit als „Gemeinschaftshaus“ sichtbar die Generationen verbinden. So sollen im Obergeschoss Versammlungsräume ent­stehen. „Darin können sich Bürger, Vereine und der Seniorenbeirat ebenso wie Gemeindevertreter zu Sitzungen treffen. Außerdem wollen wir hier unsere Bibliothek unterbringen. Sie ist viel gefragt und kann auf einen Bestand von derzeit über 10 000 Medien verweisen“, blickt der Bürgermeister in die nahe Zukunft.

90 Jahre und nicht mehr?
Etwas weiter in die zeitliche Ferne muss er blicken, wenn es um die neue Schule geht. „Das bisherige Gebäude ist etwa 90 Jahre alt. Es ist mittlerweile zu klein. Die Räume entsprechen in Ausstattung und Größe nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Zudem müsste das Gebäude barrierefrei sein, damit Rollstuhlfahrer ebenfalls unterwegs sein können. Ein entsprechender Umbau wäre unwirtschaftlich. Deshalb soll jetzt ein Neubau in Nähe des derzeitigen Standorts erfolgen“, erläutert Wilhelm Garn den Hintergrund. Da so ein großes Projekt europaweit ausgeschrieben werden muss, wird es wohl einige Zeit bis zur Inbetriebnahme dauern. Ob es dann in Brieselang soviele Kinder für eine Oberschule mit jeweils vier Parallelklassen in jeder Stufe gibt? „Das bisherige Gebäude könnte als Hort weiterbestehen“, sinniert der Bürgermeister.

Durchfahrt im Auge
Da Wilhelm Garn zwar bedächtig aber keineswegs langsam agiert, will er mit der seiner Ansicht nach unbefriedigenden Situation der Karl Marx Straße vor der Schule nicht so lange warten. Deshalb soll bereits demnächst die marode Bushaltestelle ersetzt, der Vorplatz verschönt und die Überquerung der vielbefahrenen Straße durch Verkehrsinseln kinderfreundlicher werden. Das Versprechen vom Vorjahr hat er erfolgreich umgesetzt. Ein wichtiger Teil der Straße erhielt jetzt die lange geforderten Gehwege. Das war schwierig, da wenig Platz vorhanden ist und die schöne Allee ebenfalls erhalten bleiben sollte. Die Straße zum Kanal, die eine wichtige Verbindung zwischen Brieselang Süd und -Nord ist, wurde dieses Jahr unter Hochdruck erneuert, was eine Verdoppelung des Verkehrs auf 10 000 Fahr­zeuge am Tag auf der Karl Marx Straße mit sich brachte.

Entlastung für Zeestow?
Ebenso wie das „kleine“ Brieselang bemüht ist, verkehr­liche „Nadelöhre“ zu erweitern, ist die „große“ Bundesrepublik dabei, ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Das bedeutet, dass die Autobahn auf sechs Spuren erweitert werden soll. Dies möchte der findige Bürgermeister gleich für „seine“ Bewohner ausnutzen. „Da ein neues Autobahnkreuz vonnöten wird, versuchen wir jetzt eine Verlegung der Landesstraße nach Süden zu erreichen, um Zeestow vom bisher hohen Verkehrsaufkommen zu erlösen“, ist Wilhelm Garn optimistisch, Land und Bund mit viel Geduld für diese Idee begeistern zu können.

Ideen für Bredow
Man sieht daran, dass der Bürgermeister immer alle Ortsteile im Blick hat. Ein weiteres Indiz ist dafür, dass Bredow jetzt ebenfalls ins Blickfeld rückt. Hier geht es um ein Areal in gemeind­lichem Besitz, das von der Hauptstraße bis zum idyllischen Weiher reicht. „Das waren ursprünglich mal Teile des Schlosses. Jetzt sammeln wir mit einem Masterplan Ideen, um den Ortsteil an dieser wichtigen Stelle attraktiv für die Zukunft zu machen“, gibt Wilhelm Garn weitere Ein­blicke in die Zukunft der dynamischen Landgemeinde. Schließlich rechnet er damit, dass Brieselang bereits zur Jahreswende 2017 die Schwelle von 12 000 Einwohnern überspringen wird.

Bauboom erwartet
Dabei wird es sicher nicht bleiben, denn jetzt gibt es plötzlich einen Riesen-Schub in Zeestow. Hier ist eine Immobilienfirma dabei, ein 33 Hektar großes voll erschlossenes Areal parzellenweise für Einfamilienhäuser anzubieten. Bereits im ersten Bauabschnitt sollen 600 Wohneinheiten entstehen. „Außerdem werden einige kleinere Wohnblocks geplant“, weist Wilhelm Garn auf den erwarteten Zusatzbedarf an Kita- und Schulplätzen hin.

Beschwerden erwünscht
Der leutselige Gemeindechef freut sich sichtbar über Bürgeranregungen und wünscht sich, dass die Brieselanger „offenen Auges“ ihre immer schöner werdende Gemeinde genießen. Sollte es irgendwo doch eine Schwachstelle geben, dann empfiehlt sich der umgehende Kontakt zum Rathaus. Wilhelm Garn hat dafür auf der neu-gestalteten Internetseite eine Möglichkeit eingerichtet, seine „Mängelmeldung“ schnell und dennoch detailliert abzugeben. „Man kann dann gut verfolgen, wie das Problem Schritt für Schritt von der Verwaltung abgearbeitet wird“, lädt er ein. Im Gegensatz zu vielen Kommunen wollte Wilhelm Garn dabei nicht auf das vom Land zur Verfügung gestellte kosten­lose Modul „Maerker“ zurückgreifen, denn das erschien ihm nicht bürgerfreundlich genug. In Brieselang gehen die Zeiger in die Zukunft eben etwas anders als sonst im Land!