Dies ist ein Archiv-Eintrag aus dem Jahre 2016!

Großes Wunschbuch für die Kleinen

Weihnachtsmann
Siegfried Röpke, Christa Röpke, Norbert Jütterschenke
Telefon:03 32 32/3 66 87

Zuhause bei Brieselangs Weihnachtsmann

Stand: Juli 2016

Was macht der Weihnachtsmann im Sommer? In Brieselang hat er sehr ungewöhnliche Tätig­keiten!

Er schleift und pinselt, bohrt und sägt, denn hier im Ort ist der Weihnachtsmann wenn es draußen warm ist cooler „Biker“.

Motorroller statt Rentiere
Dabei greift Siegfried Röpke aber keinesfalls auf schnöde Motorräder, wie man sie einfach so im Laden kaufen kann, zurück. Nein, er sitzt statt­dessen auf seiner „Heinkel Tourist“ und ist stolz darauf, einige der letzten Exemplare des legendären Motorrollers zu besitzen. Dieses „Wahrzeichen“ des westdeutschen Wirtschaftswunders wurde von 1953 bis 1965 gebaut. Elektrostarter und als unverwüstlich geltender Viertaktmotor waren der Zeit weit voraus. Röpke hat davon zwei, in der seltenen Ausführung mit Beiwagen. Da muss er sich mit Zählen nicht so umstellen, wenn die Adventszeit nahe rückt. Schließlich kann der Weihnachtsmann ebenfalls auf zwei „Zugpferde“ zählen, auf Rentiere allerdings.

Jeep und Megafon
In Brieselang hingegen war der Weihnachtsmann bestenfalls mit Pferdchen ausgestattet zu sehen. Kommendes Jahr kann der heute 76-Jährige auf das 20. Jubiläum als „Weihnachtsmann vom Dienst“ verweisen. Die Idee stammt vom örtlichen SPD-Chef und langjährigen Gemeindevertreter Norbert Jütterschenke. Er engagierte dafür seinen Nachbarn. „Ich bekam Mantel und einen Bart, dann sollte es losgehen. Ich dachte mir, dass dies nicht reicht. Da man heute mit einem Apfel und einer Walnuss kein Kind mehr vom Ofen hervorlocken kann, habe ich mir 150 Zellophan-Tüten gekauft und diese mit Süßigkeiten gefüllt, die ich aus eigener Kasse gekauft habe. Damit die Kinder überhaupt wissen, dass es einen Weihnachtsmann in der Gemeinde gibt, sind wir mit dem entsprechend geschmückten Jeep von Norbert Jütterschenke durch die Straßen gefahren und haben per Megafon zum Weihnachtsmarkt eingeladen. Wir brachten sogar Bauarbeiter dazu, spontan Gedichte und Lieder aufzusagen. Ich hatte mich für solche Fälle gut gewappnet und ein paar kleine Schnäpse mit dabei!“

Wette gewonnen
Mittlerweile sind die Auftritte auf dem Weihnachtsmarkt und die Weihnachtsmann­sprechstunde mit der Möglichkeit, noch schnell etwas ins große Wunschbuch einzu­tragen, nicht mehr wegzudenken. Die ungewöhnliche Tradition eines Gemeinde-Weihnachtsmanns hilft, dem Ort einen verbindenden familiären Charakter zu geben. Zudem brachte sie Brieselang schon einmal deutschlandweit ins Rampenlicht. „Eine Supermarktkette hatte die Wette ausgeschrieben, 300 Weihnachtsmänner hierherzubringen. Ich habe angenommen, wir haben gewonnen.“

Knifflige Fragen
Jahr für Jahr sind die Kinder begeistert, die Erwachsenen ebenso. Darüber freut sich Weihnachtsmann Röpke, der mit Ehefrau Christa Röpke regelmäßig in die Rentenkasse für die Geschenke greift. „Leider haben wir keine Enkel, denen wir an Weihnachten eine Freude machen könnten“, bedauern die Röpkes. Der einzige Sohn steuert mittlerweile selbst aufs Rentenalter zu, so dass kaum mehr Nachwuchs zu erwarten ist. Als gelernter Maschinenschlosser, der sein Berufsleben im Kraftwerk in Spandau verbrachte, musste „Siggi“ Röpke im Rentner­alter lernen, als Weihnachtsmann schnell zu reagieren: „Die Kinder stellen oftmals spitz­findige Fragen, die man spontan beantworten muss. Da geht es zum Beispiel um das Problem, dass mir die Rentiere fehlen!“

Zwerge am Nordpol?
Doch mittlerweile weiß sich Rentner Röpke zu helfen. So informiert er, dass der Weihnachtsmann am Nordpol wohnt, wo die Welt aufhört. „Dort sind die Zwerge und Wichtel das ganze Jahr damit beschäftigt, Spielzeug und Leckereien zu machen, damit diese zu Weihnachten geliefert werden können. Deshalb ist es so wichtig, die Wunschbriefe schnell zu machen.“ Da trifft sich gut, dass Brieselangs Weihnachtsmann passionierter Angler ist und sich notfalls mit allerlei Anglerlatein zu helfen weiß! Die Gemeinde revanchierte sich dieses Jahr bei Siegfried Röpke und zeichnete ihn als „verdienten Ehrenamtler“ aus.