Dunkle Herkunft, rosige Gegenwart

Warum Bredow Bredow heißt, weiß heute keiner mehr so richtig. Doch irgendwie muß das mit dem bekannten märkischen Adelsgeschlecht zu tun haben!
Hinterließen die Bredows doch überall im Havelland ihre Spuren. Doch bei aller Bescheidenheit, könnte es nicht genau umgekehrt gewesen sein: Dass die Bredows Bredow hiessen, weil sie aus Bredow kamen? Wie dem auch sei, die Bredows gibt’s nicht mehr, die Gemeinde Bredow schon noch. In der zweitgrößten Gemeinde im Amt Brieselang wohnen derzeit etwa 650 Menschen. Dem ehrenamtlichen Bürgermeister, Erhard Moebes (Foto r.) ist der Stolz schon ein bißchen anzusehen, auf das, was in letzter Zeit geschaffen wurde. Der 49-jährige Bankkaufmann, gebürtiger Spandauer, wohnt mit seiner Familie seit 1993 hier. „Wir wollten schon immer in eine ländliche Gegend am Rande einer Großstadt ziehen. Da kam die Wendezeit gerade recht. So haben wir uns hier niedergelassen.“ Gemeinsam mit den Gemeindevertretern etwas für Bredow zu tun, macht für Moebes den Spaß an der Bürgermeisterei aus. Die etwa 80 kommunalen Wohnungen sind saniert, eine wichtige Maßnahme, um die Lebensqualität für die Menschen zu verbessern und sie hier im Dorf zu halten. „Das war eine unserer größten Herausforderungen. Aber jetzt haben wir es fast geschafft“, meint der Bürgermeister. Als eine der nächsten Aktionen steht der Um- und Ausbau des alten Dorfschulgebäudes an. Für rund eine Million Mark sollen dann Kita, Krippe und Hort bessere Bedingungen erhalten. Auch die Vorschule, auf die man hier natürlich zu Recht stolz ist, denn eine solche Einrichtung ist heutzutage nicht unbedingt üblich, wird dann besser arbeiten können. Außerdem beteiligt sich Bredow an dem nun inzwischen zweiten Schulneubau im Amt nach der Wende. Alle drei Gemeinden wollen für etwa zehn Millionen Mark eine gemeinsame Grundschule mit Turnhalle bauen. „Damit werden Lebensbedingungen geschaffen, die einem zu erwartenden moderaten Neuzuzug gerecht werden“, erklärt Moebes und schaut aus dem Fenster seines kleinen Bürgermeisterbüros. „Dort drüben, im ehemaligen Gemüsegarten des Guts, sollen 30 bis 35 Wohneinheiten entstehen. Das werden überwiegend Einfamilienhäuser sein, in ländlichem Stil, der hier in die Umgebung passt, nichts von der Stange, was man sonst so findet“, schwärmt Moebes und spricht davon, dass der weitere Straßenausbau auf der Tagesordnung steht. Bredow ist voll erschlossen, die Durchgangsstraße hat eine Asphaltdecke bekommen, aber die Anliegerstraßen stellen noch ein Stück Arbeit dar. „Ein bißchen Zukunftsmusik spielen wir schon“, erzählt Erhard Moebes, „da geht es um die etwa 10000 Hektar ehemaliges LPG-Gelände. Wir sind jetzt dabei, dafür einen Rahmenplan zu erstellen.“

Über die Bredows erzählt man sich folgende Sage: Der Teufel hat einmal Musterung auf der Erde gehalten, und alle die Edelleute, die nicht mehr gut tun wollten, in einen großen Sack gesteckt. Bei seinem Flug in die Hölle sei der Sack an der Spitze eines Kirchturmes aufgeschlitzt worden. Die Herren von Bredow fielen heraus und entkamen dem Gehörnten. Zum Andenken nannten sie die Stadt, wo der Sack das Loch bekommen hatte, Frie-Sack. Von da aus breiteten sie sich über das ganze Havelland aus. Einer von ihnen nannte sein Dorf nach seinem eigenen Namen: Bredow.

GEMEINDE BREDOW
Bürgermeister: Erhard Moebes
Ringstraße 17 • 14641 Bredow
Tel. 0 33 21/4 86 00

Der Bürgermeister ist fast auf jedem Fest präsent.