Keine Frauen an die Spritze!

Brieselang und seine Amtsgemeinden liegen zwar stadtnah, aber im Falle des Falles ist es doch besser, wenn die Helfer vor Ort und deshalb blitzschnell dort sind, wo’s brennt. Das geht natürlich nur, wenn sich genügend Bürger finden, die ihre Freizeit opfern, um im Notfall im Rahmen der „Freiwilligen Feuerwehr“ eingreifen zu können. Ob sich genügend Personen finden und was die im Einzelnen so machen müssen, wollten wir vom Brieselanger Amtsbrandmeister Lothar Ruff erfahren, der im Amt für diesen Bereich zuständig ist.
Es gibt insgesamt drei Freiwillige Feuerwehren. Wie sind die im einzelnen ausgerüstet?
Lothar Ruff: Die Wehr in Brieselang ist unsere Amtswehr. Sie ist nach der Brandschutzkonzeption vom Landkreis eine Schwerpunktfeuerwehr und damit rund um die Uhr einsatzbereit. Von den 48 Mitgliedern sind im Moment 34 aktiv tätig. In Brieselang verfügen wir unter anderem über ein Großtanklöschfahrzeug TLF 16/46. Ein TLF 16/25 ist zusätzlich mit 360 Liter Schaummittel ausgerüstet. Bei schweren Verkehrsunfällen, etwa mit eingeklemmten Personen, steht uns ein Vorausrüstwagen zur Verfügung. Der Einsatzleitwagen verfügtüber Funktelefon und -fax, Video- und Fotokamera. Hinzu kommen ein LF 16/12 als Löschgruppenfahrzeug für eine Gruppe von neun Kameraden mit einer erweiterten Beladung.
Ab wann kann man Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr werden?
Lothar Ruff: Normalerweise geht es bei der Feuerwehr ab dem zehnten Lebensjahr los. Bis zum 16. Lebensjahr wird man vorbereitet. Dann muß man eine Prüfung für eine Qualifikationsspange absolvieren und wird anschließend in die Reihen der aktiven Kameraden übernommen. Von nun an wird weiter praktisch ausgebildet – stets in der Freizeit, bei uns immer Dienstag abends ab 19.30 Uhr im Feuerwehrgerätehaus. Man kann auch noch später Mitglied werden. Das Eintrittsalter sollte maximal bei 35 Jahren liegen. Weil es ab einem gewissen Alter doch schwierig ist, untrainiert solche Aufgaben zu lösen.
Dies alles findet als ehrenamtliche Tätigkeit in der Freizeit statt und kann gar nicht hoch genug gelobt werden. Doch Feuer sind nicht planbar, was passiert, wenn es während der Dienstzeit der Floriansjünger brennt, was sagen da die Arbeitgeber dazu?
Lothar Ruff: Bei den Einsätzen gibt es schon manchmal noch Schwierigkeiten. Doch in der Regel sind die Arbeitgeber recht kulant und lassen die Kameraden auch zum Einsatz. Der Arbeitsausfall wird auf Antrag auch bezahlt.
Wie kann man sich als Frau bei der Freiwilligen Feuerwehr engagieren?
Lothar Ruff: Unsere Frauen bereiten die jährlichen Leistungsvergleiche mit vor. Besonders gefragt sind ihre Fachklenntnisse in der Vorbeugung. Auf die Leiter und zum Brandlöschen geht es natürlich nicht.

Das Interview führte Reinhard Witteck