Bauamtsleiter Torsten Raab im Interview

Mit stadtmüden Berlinern begann Brieselangs jüngste Geschichte und auch heute wieder knüpft man an neue Bürger viele Hoffnungen. Geboten wird außer der idyllischen Umgebung und der guten Anbindung an Berlin und Potsdam ein neues attraktives Ortszentrum, das nach den Plänen des kanadischen Architekten Gil Helow entstand. Viel Flexibiliät bewies man bei dem Schulhausbau: Als sich während des Rohbaus erwies, daß man zu klein geplant hatte, baute man flugs ein zusätzliches Geschoß, um nunmehr sechs weitere Klassenzimmer zu ermöglichen. Von Bauamtsleiter Torsten Raab wollten wir nun wissen, was es für potentielle Neubürger auf dem Weg zum eigenen Heim alles zu beachten gilt.
Wo kann man im Amt Brieselang seinen Traum von den eigenen vier Wänden realisieren?
Torsten Raab: Fast im gesamten Brieselanger Siedlungsgebiet kann eine Lückenbebauung erfolgen.In den letzten Jahren haben wir als Bauamt insgesamt sechzig Bebauungspläne erstellen lassen und damit Planungssicherheit geschaffen. Darin sind viele Eigenheime vorgesehen. Außerdem wurden die Weichen für das Wohngebiet Brieselang-Süd mit 400 Wohneinheiten gestellt. In Zeestow sind fünf Baugebiete ausgewiesen, in Bredow liegt ein rechtskräftiger Bebauungsplan für 40 Wohneinheiten und ein weiterer im Ortszentrum für 50 Wohneinheiten vor.
Wer hilft den Bauwilligen, den Traum vom eigenen Heim zu realisieren?
Torsten Raab: Die ILB, die InvestitionsBank des Landes Brandenburg will Familien mit geringen und mittleren Einkommen, insbesondere kinderreiche Familien, junge Ehepaare mit Kindern, alleinerziehenden Elternteilen und Familien mit schwerbehinderten An- gehörigen die Bildung von selbstgenutztem Wohneigentum ermöglichen.
Große Flächen um Brieselang sind Landschaftsschutzgebiet. Schränkt das den Wohnbau ein und wie?
Torsten Raab: Die bisherige Schwierigkeit des Bauens im Landschaftsschutzgebiet gibt es für die Bauherren nicht mehr, da die Gemarkung aus dem Schutzgebiet herausgenommen wurde. Das einzigste Problem ist der hohe Grundwasserstand, der oftmals einen Keller zu teuer werden läßt. Da muß das Haus dann größer werden, damit man Versorgungseinrichtungen wie die Heizung unterbringen kann.
Zwischen Bauen und Wohnen auf der einen Seite und einer festen Arbeit auf der anderen Seite besteht ein enger Zusammenhang. Wie engagiert sich das Amt Brieselang, um dringend benötigte Arbeitsplätze zu schaffen?
Torsten Raab: Für die Gewerbe- und Industrieansiedelung wurden fünf Gebiete ausgewiesen: Der Stand-ort im Ortszentrum Brieselang mit der Firma BRUSS, das Areal des ehemaligen Geophysikalischen Werks an der Forststraße, wo mittlerweile an die 400 Personen tätig sind, und das Areal des neuen Waren-Wirtschafts-Zentrum Havelland, wo nur nur noch zwei Stückchen übrig sind.Für das Engagement um dieses „WWZ“, wurde der ehemalige Brieselanger Bürgermeister Gerhard Schwandtübrigens mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.Daneben haben wir noch den Zeestower Gewerbering und in Zukunft den Standort am Zeestower Pappelweg.
Das Interview führte Reinhard Witteck