Drehkreuz für
Wasserwanderer bei Brieselang

Wo der Große Havelländische Hauptkanal und der Havelkanal zusammenkommen da liegt Brieselang. Was den Ort als Haltepunkt für Wasserwanderer prädestinieren würde – leider ist bislang noch niemand auf die Idee gekommen, entsprechende Einrichtungen wie Liegeplätze, per Boot erreichbare Gastronomie, Tankstelle oder die Möglichkeit, Wasser aufzunehmen oder Fäkalien zu entsorgen, einzurichten.

Aber was noch nicht ist, könnte und sollte ja werden! Jedenfalls kann man von Brieselang interessante Ausflüge in unterschiedliche Richtungen mit dem Boot machen.

Richtung Westen ist man gleich in der Havel und hat dann die Wahl: Tegeler See, wo es rechter Hand sogar eine Wassertankstelle gibt, nach Berlin oder südwärts in den Wannsee und nach Potsdam? Und von dort in Berlins Süden?

Andererseits führt der Havelkanal auch nach Oranienburg. Dort findet man den reizvollen Lehnitzsee mit Sandstränden und (eßbaren!) Süßwassermuscheln, die man einfach auflesen kann.Und wen es weiter zieht, der kann von hier aus die Mecklenburgische Seenplatte erkunden.

In der Müritz ist man in zwei bis drei Tagen. Über den Großen Havelländischen Hauptkanal käme man nach Rathenow, aber nur, wenn man den zweiten Begriffsteil des Wortes Wasserwandern sehr schützt. Denn hier sind eine ganze Reihe Wehre eingebaut, die mühevoll umtragen werden müßten.

Also leider keine Chance für motorisierte Sportboote und viel Streß für Paddler. Als Belohnung gibt’s eine Törn durch reizvolle Landschaft, die man teilweise für Stunden ganz für sich hat: Denn groß ist der Andrang hier nicht!

Wer eine größere Route vorhat und vielleicht über den Teltowkanal zum Müggelsee vordringen will, sollte unbedingt beachten, daß man in Neukölln den Abzweig in den Britzer Zweigkanal nimmt, sonst heißt es nach der ersten Straßenbrücke wieder umkehren.

Wichtige Hinweise
für den Wassersport!

Leider sind die Geschwindigkeitsregelungen und Fahrverbote auf den deutschen Gewässern immer noch sehr uneinheitlich.

Laut Auskunft des für die beschriebene Region zuständigen Wasser- und Schiffahrtsamtes Brandenburg gelten mit Stand Juli 1998 folgende Regelungen für motorisierte Sportboote in der Region Brieselang:

Es gilt für die meisten Gewässer 8 km/h.

Innerhalb der betonnten Fahrrinne der Unteren Havel Wasserstraße von km 4 bis km 13 gilt von 5 bis 22 Uhr 25 km/h und von 22 bis 5 Uhr 12 km/h.

Von 5 bis 12 Uhr und von 15 bis 22 Uhr gilt in der Seemitte bei einem Mindestabstand von 100 Metern zum Ufer in folgenden Seen 25 km/h: Großer Wannsee, Jungfernsee, Tiefer See, Templiner See, Schwielowsee, Großer Zernsee und auf der Unteren Havel-Wasserstraße vom km 13 bis 20,1.

Abweichend davon gilt auf folgenden Wasserstraßenabschnitten 12 km/h:

• Havel-Oder-Wasserstraße von km 0,58 (Schleuse Spandau) bis km 10,4 (Abzweig Havelkanal) einschließlich Tegeler See und Nieder Neuendorfer See

• Untere Havel Wasserstraße von km 13 bis km 15,5 einschließlich Sacrower Lanke und Havelarm südlich der Pfaueninsel.

Ein Nachtfahrverbot von 22 Uhr bis 5 Uhr besteht auf folgenden Seen: Glindowsee, Petzinssee, Krampnitz und Lehnitzsee, Scharfe Lanke, Sacrower Lane, Nieder Neuendorfer See ab km 10, Große Krampe, Die Bänke, Kalksee, Tegeler See.

Wichtige Schleusen in der Region:
Brandenburger Stadtschleuse, für Sportboote reserviert:
1.7.-30.9.: Mo.-Sa. 7-19 Uhr, So. 7-20 Uhr

Brandenburger Vorstadtschleuse, während des Betriebs der Stadtschleuse für Berufsschiffahrt reserviert:
ganzjährig: Mo.-Sa., 6-20 Uhr, So. 7-19 Uhr

Stadtschleuse Rathenow
1.7.-31.8.: Mo.-So. 9-18 Uhr
Juni & Sept.: Fr. 12-18 Uhr, Sa. & So. 10-18 Uhr

Hauptschleuse Rathenow:
ganzjährig: Mo.-Sa. 6-19 Uhr, So. 7-18 Uhr

Schleuse Schönwalde
ganzjährig: Mo.-Sa. 6-20 Uhr, So. 7-19 Uhr

Schleuse Lehnitz, Oranienburg
ganzjährig: Mo.-Sa. 6-22 Uhr, So. 7-22 Uhr

Schleuse Pinnow, Oranienburg
1.4.-30.9.: Mo.-Do. 8-16 Uhr, Fr.-So. 8-19 Uhr
1.10.-30.11.: Mo.-So. 8-16 Uhr