Stand September 2009
100 Jahre Kunststoff
Da gilt es „100 Jahre Kunststoff“ zu feiern, und gerade dann ist beim Erkneraner Chemieverein eine riesen Schraube locker! Und darauf sind die auch noch stolz.
Während in der wechselhaften Geschichte der Kohlenstoff-Chemie manch Luftschloss zerplatzte, wird ausgerechnet eine Luft-Schraube das Prunkstück und Erkennungszeichen sein, das die Freunde des Chemiemuseums Erkner für das Jubiläum „100 Jahre Kunststoff“ gefunden haben. „Es handelt sich um die etwa 90 Jahre alte Luftschraube eines Flugzeugs, die aus Bakelit gefertigt wurde“, strahlen die Chemie-Enthusiasten Professor Gerhard Koßmehl und Dr. Fritz Kretschmer. Das Besondere ist, dass ein mutiger Flugzeugkonstrukteur offenbar schon kurz nachdem in Erkner die erste brauchbare Kunststoffmasse der Welt aus der Wiege des Chemie-Labors gehoben worden war, das Potenzial erkannte. Er setzte den  ebenso leichten wie stabilen und gleichzeitig gut formbaren neuen Werkstoff für die damals noch in den Kinderschuhen steckende und mit Gewichtsproblemen der Maschinen kämpfende Luftfahrt ein.
Noch basteln die Chemiefreunde fieberhaft an der geplanten Schau, doch schon jetzt ist spürbar, wie spannend sie sein könnte. Denn der Bogen geht von Gebrauchsgegenständen aus fast hundert Jahren zu Autos wie dem Trabant mit seiner Duroplast-Karosserie bis zu ultramodernen Entwicklungen. So soll das Institut für angewandte Polymerforschung der Universität Golm Einblicke in die Zukunft des Kunststoff-Zeitalters geben. Bio-Polymere und elektrisch leitende hauchdünne Kunststoff-Folien zeigen Anwendungen wie eine ganz neue Art der Beleuchtung oder die viel-diskutierte „elektronische Zeitung“.
Zur ganztägigen Jubiläumsveranstaltung im Bildungszentrum Erkner am 27. November 2009 wird „die Crème de la Crème der Chemiegeschichte“ in Erkner erwartet, die bei der Sonderführung im Heimatmuseum Erkner Umgang mit der Historie erspüren kann.
Infos:
Tel. 0 33 62/2 34 71
Tel. 0 33 62/7 22 04
chemie11846.tif
chemie10216.tif
dii.gif