Stand September 2009
125 Jahre gute Noten
Die große Frage ist: Wann schläft dieser Mann eigentlich? Zu „nachtschlafener“ Stund‘, weit vor acht Uhr morgens, lädt er zum Interview, am Tage wirbelt er durch Berlin und Brandenburg und abends ist er trotz Stress und Hektik so gut gelaunt, dass er immer ein fröhlich Liedlein auf den Lippen hat.
Mit diesem Engagement schafften es Jürgen Damaschke und seine „Sangesbrüder“ schon beinahe zu olympischen Ehren. „Im Milleniumsjahr erreichten wir bei der Chor-Olympiade das Silberne Diplom“, blickt der vielseitige Handwerker auf den Höhepunkt seiner fast 20 erfolgreiche Jahre währenden „Regentschaft“ über heute immerhin über 30 Sänger zurück.
Der Männerchor Harmonie Erkner kann aber auf noch viel mehr Superlative verweisen. Er feiert im Herbst 2009 sein 125. Jubiläum und gehört damit zu den traditionsreichsten Vereinen der Region.
Jürgen Damaschke erinnert sich dabei besonders gern an die Zeit unter dem Dirigat des Japaners Yoichi Miyagawa. „Der brachte den Chor zu großen Höhen. Leider wurde er uns vom Dresdner Theater abgeworben“, so Damaschke.
Ob er heute noch mit den Sängern von einst zufrieden wäre, daran zweifelt aber selbst der immer optimistische Vereinsvorsitzende: „Unser Durchschnittsalter beträgt mittlerweile 64 Jahre. Da sind die hohen Leistungen von 2000  nicht mehr möglich, denn die Stimme altert ebenso wie der Mensch.“
Dennoch können sich die Sänger durchaus hören lassen. Sie beherrschen ein Riesen-Repertoire von über 150 Liedern.
Damaschke gibt offen zu, dass ihn die Volkslieder der Romantik besonders faszinieren: „Wir haben aber ebenso  Klassik, Folklore-Songs anderer Länder, freche Berliner Gassenhauer aus den 1920-er Jahren und sogar Shantys in unserem stimmlichen Fundus.“
Seemannslieder aus Erkner, das ist eben Pflicht bei einem Vereinschef, der selbst ein Wassergrundstück bewohnt.
Zu den Chorfreunden gehören manche Promis: So ist hier Knut Reuber-Tagesen, der langjährige Tourismus-Manager der Kommune, ebenso zu hören wie hin und wieder Jörg Vogelsänger, der seine Stimme ansonsten als Vorsitzender im Gemeindeparlament und als Abgeordneter im Deutschen Bundestag erhebt.
Im Jubiläumsjahr 2009 hat Vor-Sänger Jürgen Damaschke einen großen Wunsch: „Wir würden uns freuen, wenn uns die Jugend wieder entdecken würde. Bei uns ist jeder willkommen, der Spaß am Singen und an Gemeinschaft hat.“
Übrigens, so ruhelos wie Jürgen Damaschke muss man als Mitsänger gar nicht sein: „Wir üben nur einmal die Woche. Dazu kommen gelegentliche Auftritte, so dass normalerweise genügend Zeit für die Familie bleibt“, versichert der 55-jährige Vater zweier Töchter und junger Opa zweier Enkel.
Infos:
www.maennerchor-erkner.de 
Tel. 0 33 62/50 03 93
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