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Dass man in Erkner
etwas mit „Brief und Siegel“ bekommt,
ist noch gar nicht so lange möglich. Das
erste Siegel ist gerade mal 200 Jahre alt!

Dieses runde Jubiläum und die Tatsache,
dass Erkner 2013 den 15. Jahrestag zur
Stadterhebung feiern kann, motivierte
Klaus Volkmer, sich mal auf die Suche
nach „Siegel und Wappen“ in der Stadt zu
machen. Heraus kamen eine viel beachtete
Ausstellung im Rathaus und eine fast
hundert Seiten dicke Broschüre, in der das
Ergebnis der Sammellust nochmals zu
sehen ist.

Schnell gearbeitet

Der 78-Jährige schaffte die Verwirklichung
seiner Idee in relativ kurzer Zeit: „Ich habe
2011 mit dem Sammeln und Recherchieren
begonnen“, blickt er zurück. „Da eine Stadt
aus Betrieben, Vereinen und Behörden
besteht, habe ich mich darauf
konzentriert.“ Klaus Volkmer wurde im
Zuge seiner Recherchen zu einem eifrigen
Gast im Landesmuseum Potsdam und im
Kreismuseum in Beeskow.

Schwierige Suche

Es gelang ihm sogar ein Siegel der
Sowjetischen Kommandantur zu finden,
die für kurze Zeit nach Kriegsende im
„Gerhart-Hauptmann-Haus“ untergebracht
war. „Das war aber ein sehr aufwändiges
Unterfangen. Dazu recherchierte ich im
‚Deutsch-Russischen Museum’ in Berlin-
Karlshorst und in der ‚Gedenkstätte
Seelower Höhen‘ sowie im
‚Garnisonsmuseum Wünsdorf‘, mit
Erfolg!“ Nun findet sich das seltene
Kleinod harmonisch eingebettet zwischen
dem Siegel von 1943 und seinem Pendant
aus 1949.

Vereine im Überblick  

Sehr wichtig war es dem Rentner, die
Vereine der Stadt in seine Rückschau mit
einzubeziehen. Deshalb schrieb er alle an
und bat sie darum, ihre Archive
umzustülpen.

„Viele hatten damit große Probleme. Oft
waren ihre eigenen Unterlagen nur
lückenhaft. Die einen oder anderen waren
mit meinem Ansinnen offenbar etwas
überfordert. So tat sich der Radfahrverein
sehr schwer, der Frauenchor hatte ebenfalls
seine Probleme.“

Siegel für den Bürgermeister  

Mit abgebildet ist in dem Heft die
„Verleihungsurkunde fürs Stadtrecht“,
unterschrieben vom damaligen
Innenminister Alwin Ziel. Die gefällt Klaus
Volkmer aber überhaupt nicht: „Für so
einen wichtigen Anlass hätte sich das Land
Brandenburg etwas Besseres einfallen
lassen können, als so einen schlichten
Computerausdruck!“

Im Zuge seines Eintauchens in die
Geschichte fiel Klaus Volkmer auf, dass
Bürgermeister Jochen Kirsch sichtlich
siegellos ist. Dieser Umstand konnte nun
geändert werden, dank Klaus Volkmer:
„Ich gab auf meine Kosten ein Stadtsiegel
in Auftrag, das ich dem Bürgermeister als
Geschenk überreichte.“ Nun darf man
gespannt sein, ob Jochen Kirsch genügend
Siegellack hat, um seine Briefe wie in
früheren Zeiten zu autorisieren!

Interessante Einblicke  

Die Zusammenstellung der „Wappen und
Siegel von Erkner ab 1813“ ist in jedem
Fall eine Bereicherung. Anhand der
abgebildeten Exponate kann man sehr gut
den Zeitgeist ablesen und den Weg zu der
heutigen Flut von „Logos“ anschaulich
verfolgen. Dazu enthält die Broschüre
einen hochinteressanten Anhang, in dem
kurz und bündig die historischen
Hintergründe erklärt werden. Da erfährt
man über manchen Verein interessante
Details, die man oft selbst als Mitglied gar
nicht wusste!

Infos: Tel. 0 33 62/2 47 15

Brief und Siegel im Spiegel der Zeit

Stand November 2013

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