Ideen für Alt und Jung

Neue Töne bei der Jugend

Als langjähriger Jugend- und Sozialdezernent will Erkners Bürgermeister dem Nachwuchs auf gar keinen Fall den Marsch blasen. Dennoch sind es selbst für ihn ungewohnte Töne, die er einer umfunktionierten Kunststoff-Wasserleitung entlockt.
Dass das „Instrument“ tatsächlich Töne produziert, verdankt die ungewöhnliche Neu-Schöpfung der Kreativität von Gesine Schulze. Das 47-jährige Multi-Talent, die 20 Jahre lang in der Neuzeller Brauerei dem Nachwuchs beibrachte, dass es rund um die Kessel viel mehr als Hopfen, Malz und Wasser gibt, hat sich in Erkner verliebt. Darüber freut sich Bürgermeister Jochen Kirsch, denn das Engagement der vielseitigen Mutter von zwei Töchtern aus Wendisch Rietz passt genau ins neue Konzept für die Jugend. „Wir wollen verstärkt durch kreative Angebote Jugendliche zu Engagement bewegen“, bringt Marlis Degenkolb das neue Konzept für den Nachwuchs der Stadt auf den Punkt. Die langjährige Mathe-Lehrerin und Leiterin der Gesamtschule im benachbarten Neu Zittau hatte nach dem dauernden Hin- und Her über Schulform und Unterrichtsmethoden, die ja bis heute andauern, die Nase voll und tauschte 1991 den Lehrerberuf gegen ein sozialpädagogisches Engagement. Mit Beginn 2006 wurde der Verein „Future e.V.“ nach einer Ausschreibung für den Jugend Klub in Erkner und einen Großteil der städtischen Jugendarbeit zuständig. Ein Team von vier Sozialarbeitern unterstützt von Dienstag bis Samstag im Haus am Dämeritzsee das Engagement für den Nachwuchs. „Montag von 16 bis 18 Uhr stehen wir außerdem im Büro in der Friedrichstraße für allgemeine Fragen im Jugend- und Familienbereich, für die Hilfe bei Anträgen und Problemen aller Art zur Verfügung,“ berichtet sie weiter.
Im Jugendklub sind Spiel und Sport, DJ-Café und gemütliche Treffs besonders gefragt. Eine Gruppe von Elf- bis Zwölfjährigen versucht sich als Wetterfrosch mit Hilfe einer von der Potsdamer Wetterstation ausgemusterten Anlage. „Die Fahrradwerkstatt hat bisher allerdings nur wenige Fans gefunden“, so Marlis Degenkolb.
Bürgermeister Kirsch und Erkners Stadtjugendpflegerin Cornelia Falk sind sichtlich froh, dass die Jugendarbeit nun trotz erheblicher Mittelkürzungen „wieder auf sichere Beine“ gestellt werden konnte.
Dass die Stadt gleichzeitig ein Herz für Senioren hat, zeigt sich durch ein anderes Projekt. Am Dämeritzsee an der Berliner Straße gegenüber dem Kreisverkehr darf das DRK nun ein neues Seniorenheim bauen, das anschließend durch Betreutes Wohnen ergänzt werden soll. „Der bisherige Panoramaweg muss deshalb ein wenig mehr ans Seeufer verlegt werden“, so Bürgermeister Jochen Kirsch.
Für die künftigen Bewohner wird der Standort fürs neue Heim viele Vorzüge haben: „Der Bahnhof ist in wenigen Schritten erreicht, Einkaufsmöglichkeiten sind um die Ecke und in der Friedrichstraße ist man ebenfalls sofort. Das Ufer des Dämeritzsees liegt vor der Türe und lädt zum Entspannen ein“, so Jochen Kirsch.
Am „anderen Ende von Erkner“ tut sich ebenfalls was: Noch präsentiert sich der ehemalige Einkaufsmarkt am Hohenbinder Weg am Eingang zur in Oberschule umbenannten ehemaligen Realschule verrammelt und verriegelt.
Doch schon bald will die Supermarktkette Lidl hier ein attraktives Einkaufszentrum errichten. Doch des einen Freud, des anderen Leid: Der bisherige Standort nur wenige hundert Meter entfernt wird dann wohl aufgegeben: „Hoffentlich bekommen wir hier nicht einen neuen Schandfleck“, hat Erkners Bürgermeister eine neue Sorge.
Als einfallsreich hat sich wieder das Team vom Gerhart Hauptmann Museum gezeigt. Acht Tafeln erinnern an diversen Standorten an Stellen in Erkner, die der Dichter besonders geschätzt hat.
Fahrrad-Fan und Natur-Liebhaber Jochen Kirsch hat es dabei besonders die versteckte Stelle am Karutzsee angetan. Der Ortstermin lässt unschwer nachvollziehen, weshalb sich in dieser Idylle Dichter und Bürgermeister wohlfühlen können, um mal nachzudenken oder zu entspannen.

Bürgermeister Jochen Kirsch, Gesine Schulze, Marlis Degenkolb (4.v.l.) und Stadtjugendpflegerin Cornelia Falk (r.) legen sich für die Jugend mächtig ins Zeug.

Mit acht Tafeln macht das stadteigene Gerhart Hauptmann Museum auf Orte in Erkner aufmerksam, die dem Dichter sehr lieb waren. Bürgermeister Jochen Kirsch schätzt besonders die Idylle am Karutzsee.

Auf der Fläche zwischen Dämeritzsee und Kreisverkehr wird ein Seniorenheim entstehen.