Blasen auf dem Wasser

Braungebraunt, entspannt, geduldig und nett, so kennt man die coolen Jungs von der Wasserschutzpolizei. Ein Traumjob muss das sein – unsere schonen Seen im Zeitlupentempo auf und ab zu schippern, und ab und an, damit was im Protokollbuch steht, ein bisschen die Freizeitskipper kontrollieren, die ohnehin nichts zu verstecken haben.Ein wenig zu schnell gefahren? Darf nicht mehr vorkommen! „Na klar, versprochen!“ Auf dem Wasser geht es sichtlich entspannt zu, soll es ja auch. Die Wasserschutzpolizei in Erkner sieht nach nach dem Rechten, ingesamt 211 Kilometer Kanale, Flusse und Seen haben sie nach eigenen Angaben zu uberwachen. Im Stadtgebiet Erkner sind es allein 4,5 Kilometer. Wahrend sich ihre Kollegen auf der Stra§e mitunter mit Mord und Totschlag beschaftigen mussen und bei immer mehr Demonstrationen die Kopfe in der Auseinandersetzung mit Chaoten hinhalten durfen, haben die Beamten um Jurgen Jakel als Leiter der Wasserschutzpolizeistelle in Erkner es schwerpunktsma§ig mit zu schnellen Sportbooten zu tun: Ihre Statistik: „Im Bereich der Stadt Erkner wurden 2001 an die 30 Geschwindigkeitsmessungen durchgefuhrt“, dabei 350 Boote ins Visier genommen und alarmierende zehn (!) Versto§e aufgedeckt! Spitzenreiter war ein Skipper, der mit sage und schreibe 23 Stundenkilometer durch die Locknitz brauste, wo nur acht Stundenkilometer erlaubt sind. Weiter weist die Statistik 530 kontrollierte Sportboote aus, „dabei beging circa jeder achte Schiffsfuhrer eine Ordnungswidrigkeit“. Das hei§t, er hatte gerade mal den Fuhrerschein nicht dabei oder sonst eine Lappalie begangen. Ganz neu beschaftigt man sich nun mit Alkohol am Ruder und ladt zum „Blasen auf dem Wasser“. Dabei ertappte man 2001 sage und schreibe sieben Bootsfuhrer, die uber den Durst gekippt hatten. Einer davon hatte allerdings gleich 2,1 Promille, was schon nahe an der Alkoholvergiftung ist. Geklaute Au§enbordmotoren oder verbotenes Angeln sind weitere Themen: Zehn Diebstahle und ebensoviele Missetaten der Fischwilderei verzeichnet die Statistik. Beim Einsatz um die Gewasserreinhaltung wurden in 2001 „sieben Umweltstraftaten“, also Falle von „Gewasserverunreinigung und umweltgefahrdende Abfallbeseitigung“ festgestellt. Ach ja, dann gab es noch funf Unfalle, bei denen soviel wie nichts passiert ist. Bis auf einen, da hatten Jugendliche ein Boot geklaut und aus Versehen zur Explosion gebracht. Einer der Missetater wurde dabei leicht verletzt. Ubrigens: Insgesamt sind, so Jurgen Jakel, im Gesamtbereich 50 Beamte im Einsatz. Allein 20 davon sind im Gebiet Erkner-Rudersdorf aktiv. Nils Tolxdorf