Wasserscheue Gänse, blumige Zeitrechnung

Neue Ideen an der Angel

Pünktlichkeit ist eine Zier – in Erkner gilt das nun im doppelten Wortsinne. Denn die neue Blumenuhr an der Friedrichstraße gegenüber dem Rathaus zeigt den Lauf der Zeit auf besonders schmucke Weise.
„Die Idee stammt von unserer Wohnungsgesellschaft, die eine hundertprozentige Tochter der Stadt ist“, freut sich Bürgermeister Jochen Kirsch. Der Uhrenvergleich zeigt: Die neue Zierde funktioniert auf die Sekunde genau.
Damit unterstreicht die „Stadt zwischen Wäldern und Seen“, dass man dem Erholungswert weiterhin einen hohen Rang beimisst. Das zeigt sich auch an anderer Stelle, vor den Toren von Erkner, da wo die Welt plötzlich zu Ende scheint. Die Rede ist vom Ortsteil Hohenbinde, wo zwar die Straße für die Autos plötzlich aufhört, der Weg für die Radfahrer aber nun richtig losgeht. Dafür sorgte die gerade fertiggestellte Anbindung an den Spree-Radwanderweg, der sich mit einer geteerten Trasse idyllisch durch den Wald schlängelt. „Von Hohenbinde aus geht es weiter nach Neu Zittau“, hat Jochen Kirsch, der sich gerne auf zwei Rädern vom Stress des Bürgermeisteramts entspannt, erkundet.
Eine weitere Bereicherung fürs gastfreundliche Erkner hat Jochen Kirsch „vor der Nase“, wenn er in seinem Amtszimmer im Rathaus ist. Die Rede ist vom neuen Vereinsheim der Angler am Dämeritzsee. Drei Jahre lang haben viele der über 120 Vereinsmitglieder geschuftet, nun verfügen sie über ein schmuckes Haus mit schönen Räumen. „Bei uns ist jeder willkommen. Wer will, kann die Räume für Feiern oder Veranstaltungen mieten“, lädt Wolfgang Trogisch, der seit 21 Jahren die Geschicke des Anglerverbands Neuseeland leitet, ein. Wenn wir schon mal da sind, gibt es schnell noch einen Crash-Kurs für den Bürgermeister, denn ohne Angelschein darf nicht mal der Ortschef eine Rute ins idyllische Wasser hängen lassen! Finden auch die Gänse, die ganz aufgeregt schnattern. Baden wollen sie dennoch nicht, denn die Schneckenvertilger auf dem Anglergelände „sind wasserscheu“, so Wolfgang Trogisch.
In unmittelbarer Nachbarschaft der Angler ist der Rathauspark, der durch eine Befestigung zum Dämeritzsee, durch Wege und Ruhezonen ein noch ansprechenderes Aussehen bekommen soll. Als sozial engagierter Bürgermeister hat Jochen Kirsch die Stadtverordneten bei diesem Projekt von der Verbindung der notwendigen Arbeiten mit sozialem Engagement überzeugen können. Eine Firma, die Langzeitarbeitslose beschäftigt, wird den Rathauspark nun in Form bringen.
Eine Stadt, die Touristen anziehen will, muss gut erreichbar sein. Doch gerade die Verbindung nach Woltersdorf und Schöneiche, die zugleich die nördliche Anbindung an die Autobahn darstellt, präsentierte sich bisher als Holperpiste. Doch nun ist alles anders: Die Bauarbeiten liegen in den letzten Zügen. In der Rekordzeit von wenigen Wochen erhielt die Straße einen neuen Asphaltbelag, schmucke Geh- und Radwege und viele Verkehrsinseln. Nun geht es nicht schneller nach Erkner, aber zumindest bequemer. Jochen Kirsch unterstreicht, dass die Maßnahme längst überfällig war. Eine Klage wegen der zu fällenden Bäume hatte zu der Verzögerung geführt. „Dabei wird die Allee nun wieder neu angepflanzt“, erklärt er. Irgendwie scheint in diesem Eck nichts planmäßig zu klappen. Denn von der neuen Brücke, die die Woltersdorfer Landstraße mit der Rudolf Breitscheid Straße verbinden soll, ist noch gar nichts zu sehen: „Dafür ist die Bahn zuständig. Wir gehen nun davon aus, dass in einem Jahr gebaut wird. Schließlich kann die Bahn erst dann ihre Unterführung erneuern und dafür die Straße zwischen Bahnhof und Kreisverkehr sperren“, erläutert Jochen Kirsch und ergänzt: „Ohne Ersatzbrücke keine Bahnunterführung. Sonst wären ja viele Erkneraner von der Innenstadt abgeschnitten!“ Was schade wäre, denn die wird, wie beschrieben, Jahr für Jahr noch attraktiver – zur Freude der Besucher und der Bewohner.

Bürgermeister Jochen Kirsch freut sich mit Wolfgang Trogisch übers neue Vereinsheim der Angler.

Tatsächlich, die Blumenuhr stimmt auf die Minute genau!

„Bahn frei!“ Jochen Kirsch freut sich, dass die Woltersdorfer Landstraße endlich vorzeigbar ist.

Auf dem Gelände der Angler ist Bürgermeister Jochen Kirsch gern gesehen.

In der Freizeit hat Bürgermeister Kirsch die Natur unter den Rädern!