Stand Juni 2009
Welpenklappe falsch befüllt!
Berlin hat eine Baby-Klappe, das Havelland eine Welpenklappe! Doch statt der süßen kleinen Hundebabys landeten hier bisher die unterschiedlichsten Kleintiere, nur keine Welpen.
„Wir finden Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen und Katzen. Hundewelpen hatten wir aber noch keine“, wundert sich Claudia Hauer. „Auf diese Tiere sind wir allerdings nicht eingestellt!“
Die 38-Jährige brachte Falkensee mit ihrer Idee einer anonymen Abgabestelle für kleine Hunde bei Tierfreunden bundesweit positiv in die Schlagzeilen. Seit Frühjahr 2009 gibt es die Welpenklappe in der Bahnhofstraße 148 in Dallgow-Döberitz schräg gegenüber vom Bahnhof, allerdings ohne dass sich darin bisher ein einziger Mini-Hund fand.
Hilflos ausgesetzt
Dabei entstand die Idee, weil die Tierschützer die schlimme Erfahrung gemacht hatten, dass bereits kleinste Hunde wehrlos irgendwo ausgesetzt werden.
„Meist geht es um ungewollten Nachwuchs. Viele Hundebesitzer sind spätestens dann überfordert, wenn die erst so putzigen kleinen Babys richtig essen und entsprechend Arbeit machen. Denn natürlich sind Hundekinder nicht stubenrein“, so Claudia Hauer.
Ihr gutes Heim in Falkensee hat mittlerweile eine Zusatzfunktion: Das Eigenheim in einer Siedlung von neuen Einfamilienhäusern fungiert als „Geschäftsstelle des Vereins Welpennothilfe“.
Schrubber im Dauereinsatz
Claudia Hauer hat die Organisation im Mai 2005 gegründet, weil „Welpen viel Arbeit machen und selbst in Tierheimen deshalb wenig geschätzt werden. Dort ist man einfach nicht darauf eingestellt, ständig hinterher zu putzen.“
Wie um das Problem zu untermalen, empfängt sie mit Kopftuch und Wischer. Denn natürlich beteiligt sich die Vereins-Chefin und verheiratete Mutter von zwei Kindern ebenfalls an der aktiven Tier-Betreuung. So ist sie gerade heute nicht gut drauf: „Wir haben ein Hundebaby das mit der Flasche aufgezogen werden muss. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, weil man regelmäßig füttern muss.“
100 Welpen pro Jahr
Die hauptberufliche Veranstaltungs-Kauffrau kümmert sich seit Mai 2005 systematisch um den ungewollten Tiernachwuchs. Obwohl Welpen im Namen geführt werden, spielen Katzen ebenfalls eine große Rolle. Tochter Franziska Hauer, 19, hat sich auf Samtpfötchen spezialisiert.
In der nur vierjährigen Vereinsgeschichte haben die mittlerweile 42 Mitglieder und 20 Helfer eine Menge geleistet. So werden pro Jahr an die 100 Welpen in den 15 privaten Pflegestellen über mehrere Wochen betreut, bis sie guten Gewissens weitervermittelt werden können. „Unabhängig von der Rasse erheben wir dabei eine Schutzgebühr von 200 Euro, um die Kosten zumindest ein wenig auszugleichen“, so Claudia Hauer.
Dem Verein ist es besonders wichtig, dass aus der spontanen Liebe zum kleinen Hund eine dauerhafte Beziehung zwischen Tier und Halter wird, die ein Hundeleben lang hält. „Deshalb geben wir Hunde erst nach einer kleinen Denkpause ab und sehen uns das spätere Zuhause generell an“, so Claudia Hauer.
Umfassender Service
Trotz Welpenklappe appelliert sie an Tierbesitzer mit ungewolltem Nachwuchs, am besten mit ihr direkt Kontakt aufzunehmen: „Wir nehmen die Welpen kostenlos ab,
versorgen sie tierärztlich und statten sie mit dem vorgeschriebenen Identitäts-Chip aus. Wir übernehmen außerdem die Kosten dafür, dass die Hundemama sterilisiert wird, wenn die Besitzer einverstanden sind, damit das Problem nicht gleich wieder auftaucht.“
Wenn ein Tier dennoch in der Welpenklappe landet, braucht es nicht lange zu warten: ein ausgeklügeltes Alarmsystem sorgt dafür, dass schnell Rettung vor Ort ist.
Infos:
www.welpennothilfe.de
Tel. 0 15 7/74 53 36 61
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