Stand Juni 2010
Artistik vor dem Reihenhaus
Dass der Weihnachtsmann in der kalten Jahreszeit in luftigen Höhen irgendwo am Haus baumelt, an dieses Bild haben wir uns ja mittlerweile gewöhnt.
In Falkensee bietet sich ein wesentlich attraktiveres Bild und dazuhin noch ganzjährig: Hier kann man in einer Reihenhaus-Siedlung eine hübsche Frau erleben, die gerne in für uns Normalmenschen schwindelnder Höhe ihre gute Stube von außen inspiziert.
Bei Ellen Urban dominiert ein Stahlrohr-Rahmen den kleinen Garten. Viel Platz für die Buddelkiste bleibt da nicht. Und schwupp-di-wupp, schon ist die attraktive Falkenseerin in luftiger Höhe. Es reicht ihr ein Seil und sie lässt den Atem stocken, wie sie da durch die Lüfte schwebt.
Tango in der Luft
Sie fließt förmlich mit der Luft, lässt in der kleinen Vorführung viel von dem „Tango am Seil“ spüren, der zu ihrem Markenzeichen gehört.
Ellen Urban hat sich mit ihrer ungewöhnlichen Kunst einen Kindheitstraum verwirklicht. „Ich hatte als kleines Mädchen mit Kunstturnen  angefangen. Dann kam Partnerakrobatik dazu.“ Kaum hatte sie das Abitur in der Tasche, war sie nicht mehr zu halten. Sie stürmte auf einschlägige Festivals, besuchte Workshops bei Europas bekannten Artisten und entschied sich schließlich für ein Studium auf der Zirkusschule im englischen Bristol. „Dort mussten wir alles lernen. Aus dieser Zeit kann ich sogar jonglieren“, erinnert sie sich zurück. „Mein Schwerpunkt war aber Luftartistik.“ Zu den Seilen kam die Arbeit mit Tüchern.
Faszinierende Zirkusluft
Ellen Urban trat bei Straßenfesten in Deutschland und den Nachbarländern auf, war für Firmengalas gefragt. Besonders gern erinnert sie sich an ihr Engagement beim Schweizer Zirkus Belloni: „Ich war dort
eine Saison lang von April bis September 2000 engagiert. Wir sind damals durch die Ostschweiz getourt. Das war genauso romantisch wie man sich das Zirkusleben vorstellt. Ich lebte in meinem Wohnwagen, den ich selbst mit meinem Auto durch die Gegend zog. Am Tag übte man, nachmittags und abends ging es in die Manege. Obwohl die Artisten aus vielen Gegenden der Welt kommen und man nur für eine Saison zusammen ist, herrscht ein tolles Klima wo jeder jedem hilft.“ An Berlin faszinierte die hübsche Artistin mit der großen Abenteuerlust, die ihre atemberaubenden Luftnummern schon mal an einem riesigen Baukran vorführt, die Verbindung verschiedener Kunstformen.
Artistik und Oper
Sie entdeckte ihre Faszination für den lateinamerikanischen Kult-Tanz Tango und fürs Theater. Sie nahm
erfolgreich mit ihrem Stück „Rapunzel“ am Wettbewerb „Operare“ teil. „Die Uraufführung war 2008 im Kesselhaus der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg, es war ein tolles Erlebnis“, erinnert sie sich. Mittlerweile ist sie Mutter und hat damit neue Sphären entdeckt: „Kinder
müssen sich früh entwickeln können“, weiß sie aus eigener Erfahrung und bietet deshalb Kurse beim TSV Falkensee an. Allerdings, eine kleine Pause müssen ihre Schüler dieses Jahr akzeptieren, denn dann schwebt
Ellen Urban auf der anderen Seite der Welt in luftigen Höhen: „Ich bin dieses Jahr zum Festival nach Korea eingeladen.“ Bis es soweit ist, gilt es noch etliche Kreise vor ihrem Reihenhaus in
Falkensee zu ziehen – zur Verwunderung mancher der
gefiederten „Kollegen“ in den grünen Gärten, die so ein „Vöglein“ sicher noch nie gesehen haben.
Infos:
Tel. 01 77/2 48 57 21
www.ellen-urban.com
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