Stand Juni 2010
Katz und Maus Wand an Wand
Katz und Maus sind sich ja im allgemeinen nicht sehr zugetan. Eine große Ausnahme besteht in Falkensee. Dort leben die Nager und ihre Jäger friedlich Seit an Seit.
Dieses „Vergnügen“ bleibt den bellenden Vertretern der Spezies „Haustiere“ vorenthalten, denn sie sind in
Falkensees neuem Tierheim weitgehend ausgesperrt: „Für Hunde müssten wir entsprechend der gültigen Verordnungen ein ganz neues Haus bauen. Außerdem drohen hier Nachbarschafts-Probleme“, schildert Gabriele Teichert, die Vorsitzende des neuen Tierschutzvereins in Falkensee, warum momentan die Samtpfötchen und „Kleintiere“ den Vorrang haben.
Von der Arztpraxis ins Tierheim
Die 50-jährige gelernte Kinderkrankenschwester steht tagsüber ihrem Ehemann Dr. Heiko Teichert in dessen Frauenarztpraxis in Spandau zur Seite. In der Freizeit gilt ihr Engagement den Tieren, vor allem den Katzen: „Ich bin bereits 17 Jahre im Tierschutz aktiv. Wir hatten bei uns zu Hause 1985 bis 1989 eine Katzenpflegestelle betrieben. Dann konnten wir nicht mehr. Der Aufwand und der Gestank, den das mit sich bringt, ging über unsere Kräfte“, erinnert sich die agile Falkenseerin zurück.
Sie war treibende Kraft für den neuen Tierschutzverein, der sich zum Jahresende 2007 gründete. Mittlerweile sind darin über 80 Tierfreunde
organisiert. Bereits nach zwei Jahren schafften es die Aktiven, in leerstehenden Räumen der Abfallwirtschaft ihren Traum vom Tierheim umzusetzen. „Im ersten Abschnitt haben wir 45 000 Euro verbaut. Nun gibt es eine Quarantänestation und geflieste Räume für Katzen, die aufgefunden oder von ihren Besitzern abgegeben werden.
Außerdem versorgen wir Pensionstiere“, gibt Gabriele Teichert einen Überblick über das Engagement.
Landkreis als Unterstützer
Der Blick in ihre Bücher zeigt, dass es insbesondere der Landkreis war, der von der Notwendigkeit der neuen Einrichtung überzeugt ist. Laut Gabriele Teichert steuerte er mit 35 000 Euro am meisten zum neuen Tierasyl bei. „Das Tierheim in Rathenow liegt von uns weit entfernt und ist außerdem notorisch überfüllt. In Potsdam ist es fraglich, ob dort weiterhin Tiere aufgenommen werden, da die Leiterin in Pension gehen will und keinen Nachfolger für sich
findet.“
Von der Eröffnung bis Mai 2010 wurden knapp 50 Katzen, daneben etliche Kleintiere wie Ratten und Mäuse aufgenommen. „Die Katzen werden auf ihren Gesundheitszustand untersucht, in Quarantäne gehalten, bis man sicher sein kann, dass sie von Krankheiten frei sind und kastriert. Gerade bei den freilebenden Katzen ist die Vermehrung ein großes Problem“, schildert Tierfreundin Teichert den Einsatz. Schon jetzt hat das Tierheim einen guten Ruf: „Fast alleKatzen, die wir hatten, sind umgehend an neue Plätze vermittelt worden.“
Gefragt im ganzen Havelland
Da es schon wieder eng im neuen Tierasyl wird, soll ein weiterer Trakt des Barackenbaus ausgebaut werden. „Dafür wären 150 000 Euro nötig. Wir haben eine Einzelspende von 50 000 Euro erhalten und warten nun darauf, dass uns der Landkreis weiter unterstützt“, stellt Gabriele Teichert die Pläne vor.
Dabei ist das neue Tierheim momentan ein baurechtliches Provisorium: „Rechtssicherheit wird es erst geben, wenn der neue Flächennutzungsplan durch ist“, berichtet Gabriele Teichert.
Falkensee und die umliegenden Gemeinden begrüßen die Möglichkeit, durch das Engagement der Tierfreunde eine nahe gelegene Möglichkeit zu haben, aufgegriffene und oftmals ziemlich bissige „Samtpfötchen“ ordentlich unterbringen zu können: „Mit der Gemeinde Brieselang sind wir gerade dabei, einen entsprechenden Vertrag auszuarbeiten“, berichtet Vereinschefin Teichert über den Anklang, den ihre neue Einrichtung im Havelland findet.
Infos:
Tel. 0 33 22/8 38 99 99
www.tierheim-falkensee.de
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