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100 Jahre – 1000 Mitglieder
Stand Juni 2013
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Hersteller von Vereinsfahnen und
Briefköpfen müssen in Falkensee seit
langen Jahren ein gutes Geschäft
gemacht haben. Der heutige SV
Falkensee-Finkenkrug wechselte in
seiner stolzen hundertjährigen
Geschichte zeitweise im raschen
Wechsel den Namen.
1913 wurde der Verein „Neu Finkenkruger
Ballspielclub“. gegründet. Ab 1950 war die
„SG Neu Finkenkrug“ auf dem Rasen. Von
1959 bis 1963 nennen die Annalen die
„BSG Aufbau Finkenkrug“. Von 1964 bis
1966 spielte man als „ASG Vorwärts
Finkenkrug/Staaken“. Sie wurde 1966 in
„SG Finkenkrug“ umbenannt.

Von Einheit zu „FF“
Die Kollegen aus Falkensee mussten
ebenfalls viel Flexibilität zeigen, was den
Namen angeht. 1946 traten sie als
„SG Falkensee“ auf dem Fußballfeld in
Erscheinung. Dann wurden sie von der
Verwaltung als Trägerbetrieb unter die
Fittiche genommen, was, natürlich, zu
einem Namenswechsel führte.
Entsprechend der DDR-Logik, nach der
sich der Betrieb im Vereinsnamen zeigen
sollte, hießen die Sportler ab 1952 „BSG
Einheit Falkensee“. Lange hielt die
Begeisterung der Rathaus-Bürokraten fürs
runde Leder offenbar nicht an. 1956 wurde
die „Einheit“ der chemischen Industrie
angegliedert und spielte fortan als „BSG
Chemie Lichtenberg-Falkensee“. 1973
wechselte schon wieder die Firma. Der
Verein wurde zur „BSG Fleisch und
Frischeierproduktion Falkensee“, kurz
„BSG FF Falkensee“. „Davon haben wir
sogar noch ein Vereinsemblem“, strahlen
die Vorsitzende Barbara Richstein und ihr
Vorgänger und Vorstandsmitglied Günter
Raunest, der sich zum runden 100.
Geburtstag um den Rückblick kümmert.  

Wiedervereinigung
Ausgerechnet am symbolträchtigen 17.
Juni kamen 1987 die Fußballer aus
Finkenkrug und Falkensee als „SpG
Falkensee-Finkenkrug“ wieder unter ein
Dach und erneut zu einem weiteren
neuen Vereinsnamen. Damit waren sie
organisatorisch wieder so weit wie bei der
Gründung 1913. 1990 kam die
Umbenennung in „SV Falkensee-
Finkenkrug e.V.“ Seitdem ist der Namen
nun geblieben, die sportlichen Erfolge sind
dafür gekommen: „Wir sind heute mit etwa
1 000 Mitglieder einer der größten Vereine
im Havelland“, weist die frühere
Justizministerin von Brandenburg, die seit
2010 Vorsitzende ist, auf die große
Bedeutung hin.

Fußball als Magnet
„Stärkste Abteilung ist Fußball mit über
500 Spielern in allen Altersklassen. Derzeit
sind wir mit allen Mannschaften in der
Brandenburg-Liga vertreten, die erste
Männermannschaft wurde 2012
Landespokalsieger“, so deren Trainer und
Vereins-Vize Sven Steller. Frauenfußball
hat eine lange Tradition. „Es gab bereits
1980 eine Spielgemeinschaft
Finkenkrug/Staaken. Die wurde 1981
Vizemeister im Bezirk Potsdam, gleich
hinter den Frauen von Turbine Potsdam“,
fand Heinz Fasold beim Durchstöbern der
Annalen heraus. 2012 wurden die  Frauen
von Trainer Patrick Rathmann
Kreismeister und Kreispokalsieger. 2013
gewannen die B-Juniorinnen Bronze bei
den Hallen-Landesmeisterschaften in
Bernau und konnten erst durch
Siebenmeterschießen von Turbine Potsdam
geschlagen werden. Dafür errang Lea Nora
Härtel den Titel der Torschützenkönigin
des Turniers.

Große Vielfalt
Im Verein gibt es eine große Tischtennis-
Abteilung mit Konrad Neter an der Spitze
und Olaf Verdonschot als Jugendwart, die
mit gleich neun Mannschaften im
Spielbetrieb vertreten ist. Volleyball wird
von Gerhard Thürling geleitet. Badminton
unter Karsten Nawrath hat eine lange
Tradition seit 1970. Da gab es viele Hochs
und Tiefs. Dieses Jahr wurde die
Erwachsenen-Mannschaft wieder in den
Wettkampfbetrieb eingegliedert. „Sehr
beliebt sind außerdem Gymnastik,
Kinderturnen, Yoga unter der Leitung von
Christel Gewiese und die Wanderabteilung
um Manfred Poklitar“, so Barbara
Richstein.  
 
Rauch und Feuer
„Dass nun im Verein alles so reibungslos
funktioniert, führt sie auf die exzellente
Zusammenarbeit „mit einem sehr aktiven
Vorstand“ zurück. Ihre Wahl 2010
wäre fast  Staub  und Asche zum Opfer
gefallen: „Ich saß in Brüssel fest. Durch
den Ausbruch des isländischen Vulkans
Eyjafjallajökull war kurz bevor die
Hauptversammlung stattfinden sollte der
Luftraum gesperrt worden!“

Ein Jahr feiern
Das runde 100. Jubiläum des Vereins mit
den 1000 Gesichtern und vielen Namen
soll übers ganze Jahr 2013 hinweg gefeiert
werden. Ein Höhepunkt wird das
Sommerfest am 24. August 2013 sein, wo
insbesondere Kinder im Mittelpunkt stehen
sollen: „Wir haben schließlich 19
Nachwuchsmannschaften im Spielbetrieb“,
so die Rechtsanwältin und CDU-
Landtagsabgeordnete. Am 30. Oktober lädt
der Verein zur Festveranstaltung ins Zelt
am Kreisverkehr bei Hellweg ein. Da ist
viel Spaß und Unterhaltung geplant. Im
Rahmen der Festveranstaltung werden
sicher viele prominente Gäste kommen.

Hertha ganz neu  
Sportlicher Höhepunkt wird am 27. Juni
ein Benefizspiel gegen die neue
Mannschaft des Bundesliga-Aufsteigers
Hertha BSC sein. „Das wird sehr spannend
werden, jeder möchte ja sehen, wie die
neue Hertha-Mannschaft spielt“, ist sich
Barbara Richstein sicher. Am 4. September
kommt es dann mit dem „1.
Stundenpaarlauf“, der in Zusammenarbeit
mit dem „Lauftreff Nauen-Falkensee“
durchgeführt wird, zu einer Breitensport-
Veranstaltung.  

Expansion im Auge  
Mittlerweile denkt der Verein daran,
weitere Abteilungen wie Cheerleader oder
Leichtathletik zu bilden, was Barbara
Richstein besonders freuen würde. Ist sie
selbst doch Marathon-Läuferin. Schließlich
ist Durchhaltevermögen im Verein und in
der Politik wichtig!

Infos: Tel. 03322/286900
www.svff.de
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