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Neuer Name, Riesen-Andrang!
Stand Juni 2013
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Ausgerechnet Falkensees Gymnasium mit
„musisch- künstlerischem Schwerpunkt“
macht mit Aufsehen erregenden Erfolgen in
einem ungewöhnlichen und harten Sport
auf sich aufmerksam.
Das ist den Brüdern Arne Beckmann, 13, und
Nils Beckmann, 15, zu verdanken. Die beiden
Schüler der Klassen 8b und 10c spielen höchst
erfolgreich Kanupolo. „Dabei sitzt man in
einem wendigen Einerkajak. Die Mannschaft
besteht immer aus fünf Spielern, die
versuchen, mit dem Paddel oder den Händen
den Ball ins Tor zu befördern. Torwart ist, wer
gerade in der Nähe ist oder Lust dazu hat“,
schildert das Brüderpaar diesen aus England
stammenden Sport.

Hart und nass
Dabei kann es durchaus hart zugehen: „Es
kommt öfters mal vor, dass man ein Paddel zu
spüren bekommt. Im Sechs-Meter-Raum vor
dem gegnerischen Tor darf man  mit dem
Boot attackieren. Dass man da zu Wasser
geht, ist kaum zu vermeiden. Dann dreht man
sich mit dem Boot und kommt wieder hoch“,
schildert Arne Beckmann den Spielverlauf.
„Deshalb sind wir wie Rugbyspieler dick mit
Spezialkleidung und Schutzhelmen  
eingepackt“, ergänzt Bruder Nils.

Deutscher Meister  
Das Bruderpaar spielt teilweise in getrennten
Mannschaften, dann auch wieder zusammen.
Wie erfolgreich sie sind, zeigen Medaillen als
Berliner Meister, Ostdeutscher Meister und
sogar Deutscher Meister. „Nun hoffe ich, in
die Nationalmannschaft zu kommen. Das geht
leider erst mit 16 Jahren“, so Nils Beckmann.
Pech für Arne, er muss sich noch drei Jahre
gedulden, bis er das nötige Alter für die
Junioren erreicht hat.

Geo-Sieger
Die beiden Jungs haben aber noch eine ganz
andere Leidenschaft: Sie interessieren sich
fürs Reisen. „Zusammen mit den Eltern haben
sie ausgedehnte Radtouren entlang reizvoller
Flüsse, etwa der Donau in Franken, gemacht.
Das animierte die Jugendlichen, mehr wissen
zu wollen. Das Ergebnis: Beide wurden
Klassenbeste bei einem deutschlandweit
ausgeschriebenen Geografie-Wettbewerb. Nils
Beckmann wurde in der nächsten Auswahl
sogar Schulbester und hofft nun, die anderen
Teilnehmer brandenburgweit zu schlagen, um
schließlich deutschlandweit auf sich
aufmerksam zu machen.

Lehrer statt Buchhalter
Über so spektakuläre Erfolge freut sich die
ganze Schule und natürlich insbesondere
deren Schulleiterin Christina Kinner. Die
leidenschaftliche Lehrerin kam 2009 nach 
Falkensee. „Für mich war schon in jungen
Jahren klar, dass ich Lehrerin werden wollte.
Doch mein Vater hatte da andere
Vorstellungen. Mit meinen Noten könnte ich
doch eine sehr gute Hauptbuchhalterin
werden, war seine Aussage. Daher erlernte ich
zunächst den Beruf des Industriekaufmanns.
Doch meinen Traumberuf habe ich nie aus den
Augen verloren. Von  6.30 Uhr bis 16 Uhr
ging ich in den Betrieb und absolvierte meine
Lehre. Am Abend, wenn meine Kollegen
ausspannten, ging ich zur Volkshochschule,
um in Abendkursen mein Abitur nachzuholen.
So begann der zunächst steinige Weg zur
späteren Mathe- und Chemielehrerin. Nach
meinem Studium war ich viele Jahre in
Brandenburg tätig. Von 1984 bis 1987
arbeitete ich an der Botschaftsschule in
Algerien, danach als stellvertretende
Schulleiterin in Brandenburg. Unmittelbar
nach der Wende wurde ich Leiterin meiner
Schule, ein Jahr später Leiterin eines
Gymnasiums.“

Neuanfang in Falkensee
Der „Geburtenknick“ führte dazu, dass 2009
zwei Gymnasien in der Stadt Brandenburg
zusammengelegt wurden. In Falkensee zeigte
sich der entgegengesetzte Trend. Heiko
Müller als neuer Bürgermeister der
„Gartenstadt im Grünen“ ließ sich auf das
Wagnis ein, noch ein Gymnasium im Ort zu
etablieren. „Im Gebäude der ehemaligen  
Oberschule konnte 2009 mit vier siebten
Klassen begonnen werden“, so Christina
Kinner.

Zwei Schulen
In Windeseile wurde im darauffolgenden Jahr
ein eingeschossiger Neubau in unmittelbarer
Nachbarschaft errichtet. Wieder ein Jahr
später wurde das Hauptgebäude saniert.
„Gegenwärtig werden Kantschüler in unserem
Haus unterrichtet, da jetzt in der Kant-Schule
die Sanierung in vollem Gange ist“, so
Christina Kinner. Der Bürgermeister weiß um
die Eile: „Die Bauarbeiten müssen zum
Schuljahresbeginn 2013/14 fertig sein, sonst
haben wir keinen Raum für Gymnasiums-
Klassen.“

Zuviel Anmeldungen
„Wir werden nun durchgängig vierzügig sein,
obwohl ursprünglich nur drei Klassen je
Jahrgangsstufe geplant waren. Auch in diesem
Jahr haben wir so viele Anmeldungen, dass
wir leider nicht alle interessierten Schüler
aufnehmen können. Andererseits freuen wir
uns natürlich über die große Beliebtheit
unserer Schule“, beschreibt Christina Kinner.
Das frühere „Neue Gymnasium ist jetzt
„Vicco-von-Bülow-Gymnasium“. Es hat im
Oktober 2012 seinen „richtigen“ Namen
bekommen.
 
Exklusives Projekt
Das freut Christina Kinner ganz besonders,
war der unter „Loriot“ bekannte vielseitige
Cartoonist und Autor doch bis zu seinem Tod
fest mit seiner Heimatstadt Brandenburg
verbunden, die langjährige Wirkungsstätte von
Christina Kinner war. Dass das „Vicco-von-
Bülow-Gymnasium“ nun seinem musisch-
künstlerischen Schwerpunkt ebenfalls Ehre
machen kann, ist dem großen Engagement von
Tanja Böckmann zu verdanken. Sie
unterrichtet „Darstellendes Spiel“ und
erreichte, dass das Gymnasium als
eine von nur insgesamt fünf Schulen in ganz
Deutschland fürs laufende Schuljahr für das
Projekt „Theaterautoren treffen Schule“, kurz
„TatSch“, ausgewählt wurde. Es wird mit
Mitteln der Kulturstiftung des Bundes
durchgeführt und erfreut sich der
Unterstützung durch die namhaftesten
Dramatiker des Kinder- und Jugendtheaters
des Landes.

21 Mädchen
Für Falkensee hat Jörg Menke-Peitzmeyer die
Patenschaft übernommen. „Er kommt zu uns
in den Unterricht des Kurses der
Jahrgangsstufen 9 und erarbeitet mit den
Jugendlichen ein Theaterstück. Dabei bringt er
seine Praxis-Erfahrung ein“, so Tanja
Böckmann. Dabei entsteht das Stück
„21 Mädchen“, in dem die Teilnehmerinnen
ihre eigenen Erfahrungen über erwachsen
werden, Schule, Umwelt, Sex und das Ent
decken der Welt als Jugendliche einbringen.
Man darf gespannt sein, was die Mädchen
dann so zu sagen haben, über sich und ihr
„Vicco-von-Bülow-Gymnasium“.
Infos: Tel. 03322/3753
www.neues-gymnasium-falkensee.de
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