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Gemeinsam für ein neues Hallenbad?

Stand Juni 2014

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Wie entwickelt sich eine Stadt? Diese
Frage zu beantworten wird immer
schwerer. Das zeigt sich sehr gut am
Beispiel der Kant-Gesamtschule mit
gymnasialer Oberstufe. Diese erlebt nun
plötzlich einen Ansturm, wie man es vor
kurzem kaum für möglich gehalten
hätte!

„Wir hatten über 100 Anmeldungen mehr
als Plätze vorhanden sind“, wundert sich
Bürgermeister Heiko Müller über diese
neue Entwicklung. Ob das allein daran
liegt, dass sie nun um eine Mensa und
weitere Räume erweitert sowie
modernisiert wurde?  

Länger in der Schule?

Zugegeben, der lichtdurchflutete
Essensraum mit 400 Plätzen ist sehr
einladend. Aus dem schon einmal und
leider fehlerhaft sanierten ehemaligen
Plattenbau wurde nun eine „neue“ Schule,
die innen und von außen sehr attraktiv
wirkt. Die neue Mensa zeigt mit Flügel
und Bühne, dass man hier neben leckerem
Essen zudem Kultur genießen kann. Durch
die großen Glastüren kommt man auf den
ebenfalls neugestalteten Innenhof. „Bei
schönem Wetter kann man auf den Stufen
sitzen und den Blick auf die Sportfelder
genießen“, erläutert der Bürgermeister. Das
ist klasse, aber reicht das als Grund für den
plötzlichen Schüleransturm? „Die Ursache
liegt eher darin, dass viele Eltern ihren
Kindern den Stress mit dem Turbo-Abitur
bereits in der zwölften Klasse ersparen
wollen. In der Gesamtschule mit
gymnasialer Oberstufe wird das Abitur erst
nach der 13. Klasse abgelegt“, beschreibt
Turbo-Bürgermeister Heiko Müller eine
Tendenz zur Abkehr von „Zuviel an
Geschwindigkeit“.

Sport im Visier  

Mit der beendeten Modernisierung der
Kant-Schule ist die Stadt mit den nötigen
Investitionen in ihre Schulstruktur
erheblich weitergekommen. Nur beim
Sport gibt es diverse Engpässe. „Jetzt gilt
es noch, die neue Turnhalle für das
Vicco-von-Bülow-Gymnasium zu bauen.
Außerdem bräuchte das Lise-Meitner-
Gymnasium Außenanlagen für den
Schulsport“, nennt der Bürgermeister die
beiden letzten Problemfelder. Beim Lise-
Meitner- Gymnasium stellt sich die
Situation etwas schwieriger dar, denn hier
muss mit einem Bebauungsplan erst mal
die rechtliche Grundlage dafür geschaffen
werden, dass aus Wiese und Gebüsch ein
schicker Sportplatz werden kann. „Nach
Beendigung dieser beiden Maßnahmen
können wir auf eine moderne
Schullandschaft verweisen. Für die
Jüngeren können wir durch einen Mix aus
Kitas mit unterschiedlichen Trägern sowie
Tagesmüttern vielfältige Möglichkeiten
bieten und die gesetzlichen Vorgaben
problemlos erfüllen.“  

Blick nach oben

Dem Bürgermeister war es seit seinem
Amtsantritt ein großes Anliegen, dass der
Nachwuchs ein sicheres Dach über dem
Kopf hat. Kaum hatte er im
Bürgermeistersessel Platz genommen,
musste er gleich mal mit dem Problem
Bekanntschaft schließen, dass dies gar
nicht so selbstverständlich ist, wie man
gemeinhin denkt. Denn eines der ersten
Probleme war, dass sich in einer Kita die
Decke gelöst hatte und deshalb blitzschnell
und unbürokratisch Wege gefunden
werden mussten, um die Kinder weiter zu
betreuen. Der „Blick nach oben“ sorgte
dann anschließend bei weiteren Gebäuden
für Sorgenfalten im Antlitz des
Stadtoberhaupts. Das Thema Dach
verfolgte ihn bis ins eigene Rathaus und im
Museum sah es nicht viel besser aus. Wer
so oft den kritischen Blick nach oben
richten muss, kann von dem Thema
offenbar irgendwann nicht mehr
lassen. So kommt es, dass der
Bürgermeister nun sogar Schwimmbecken
unter „Dach und Fach“ bringen will.

Badefreude für Jung und Alt?

Doch keine Sorge, die bisherigen Becken
im Waldbad bleiben weiterhin
Sonnenhungrigen vorbehalten. Allerdings
möchte Heiko Müller den
Erholungscharakter dort erheblich
erweitern. Das soll durch ein Hallenbad
geschehen. „Dies wird in Falkensee seit
Jahren gefordert“, weiß Heiko Müller. Nun
hat er das Projekt weit oben auf die
Prioritätenliste gesetzt. „Dazu bedarf es
natürlich der entsprechenden
Weichenstellungen durch die neue
Stadtverordneten-Versammlung“, weiß
Falkensees Stadtoberhaupt. „Eine
Schwimmhalle ist insbesondere für Kinder
und Jugendliche sowie für Senioren
wichtig, denn diese können nicht ohne
weiteres lange Wege für ein wenig Sport
und Bewegung in Kauf nehmen“, bringt
Heiko Müller das Problem auf den Punkt.
„Wir sind eine familienfreundliche Stadt
und müssen diesen Anspruch mit Leben
erfüllen“, weiß der Bürgermeister.

Senioren im Aufwind

Der Seniorenbeirat hatte eine
Unterschriftensammlung zugunsten des
Bads durchgeführt, die 7 000 Bewohner
unterschrieben hatten. Darunter waren
ältere Falkenseer und sehr viele Familien.
„Wir haben momentan in der Stadt 7 000
Falkenseer über 65 Jahre. In wenigen
Jahren werden es doppelt so viele sein. Da
kann die Stadt kaum über Wünsche, die
diese Gruppe im Verbund mit den
Familien hat, einfach hinwegsehen“,
beschreibt Heiko Müller die Situation.

Kein Investor in Sicht

Ursprünglich hoffte die Stadt, ihren
Wunsch mit geringen Kosten erfüllt zu
bekommen. „Doch mittlerweile ist klar,
dass wir dafür keinen privaten Investor
finden und deshalb selbst aktiv werden
müssen“, hat das Stadtoberhaupt einsehen
müssen. Ein möglicher Standort wäre das
Areal beim vor wenigen Jahren liebevoll
sanierten Waldbad. „Dort könnte das neue
Hallenbad parallel zur Salzburger Straße
entstehen. Die jetzige Liegewiese wäre
problemlos nach hinten zu verlegen. Sie
stünde dann für die Hallen- und Freibad-
Gäste zur Verfügung. Zwei Bäder an
einem Ort würden Synergieeffekte mit sich
bringen, die helfen, Kosten einzusparen.
Allerdings muss jedem klar sein, dass ein
Hallenbad immer ein Zuschussbetrieb sein
wird.“

Gemütlich warm

Das bestehende Freibad gibt einen guten
Eindruck von den Möglichkeiten. Selbst
wenn die Lufttemperatur den Gedanken an
Badefreude öfters trübt, kann der
Bürgermeister stets frohen Mutes einladen:
„Das Wasser ist 23 Grad warm!“ Das
erreicht die Stadt mit einer zusätzlichen
Heizung, die eine Solaranlage auf dem
Dach der Wirtschaftsgebäude ermöglicht.
Ob sich damit nicht schon ein Teil des
angedachten Hallenbads mit erwärmen
ließe?

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Campushalle im Plan

Die Zentrumsentwicklung war lange Zeit
ein heiß diskutiertes Thema, das über die
meisten Fragen hinausragte. Nun ragt die
neue Campushalle als Ergebnis dieser
Debatte sichtbar in den Himmel. „Wir
werden bis zum Herbst mit den
Rohbauarbeiten komplett fertig sein, so
dass unabhängig von der Witterung an den
Innenausbau gegangen werden kann.
Damit sollte der geplanten Eröffnung im
Sommer 2015 nichts entgegenstehen“, so
die Einschätzung des Bürgermeisters, der
vielfach bewiesen hat, dass er Bauprojekte
in seinen Zeitplan zwingen kann.

Feuerwehr im Rückstau

Doch es gibt Fälle, wo selbst ein
energiegeladener Turbo-Bürgermeister, der
mit Riesenschritten durch die Amtsstuben
eilt, um seine Projekte in Schwung zu
halten, gebremst wird. So ist schon fast
Feuer auf dem Dach, wenn es um den
Neubau der Feuerwache geht: „Hier soll es
nun endlich im Herbst 2014 mit dem
Tiefbau losgehen. Um keinen winterlichen
Stillstand zu bekommen, werden wir im
Frühjahr 2015 mit den Hochbauarbeiten
beginnen“, meint Heiko Müller. Nach ihm
wäre das Projekt längst fertig, doch
sinnvollerweise gab es die Idee, hier die
Rettungswache mit ihren Notarzt-
Fahrzeugen mit unterzubringen. „Für
diesen Bereich ist aber der Landkreis
zuständig. Dadurch kam es zu einer
Verzögerung. Als endlich klar war, dass
die Rettungswache integriert werden soll,
musste die Baugenehmigung entsprechend
erweitert werden, was ebenfalls Zeit
kostete“, erläutert Heiko Müller, warum es
hier entgegen der Geschwindigkeit, die
eines seiner Markenzeichen ist, so langsam
voran geht.

Straßen im Blick

Nicht mehr bremsen lässt sich der
Bürgermeister hingegen, wenn es um die
Hertzstraße zwischen Bahnhof und
Schwartzkopffstraße geht. „Darüber muss
man fahren, wenn man vom Bahnhof
kommt oder jemanden von dort abholt. Das
Kopfsteinpflaster und die äußerst unebene
Straßendecke werfen ein schlechtes Bild
auf uns. Ich bin froh, dass wir hier nun zu
einer Sanierung kommen.“ Ein ähnliches
Problem war die vielbefahrene Straße der
Einheit. Während dort die Anwohner dem
Bürgermeister beim Ortstermin spontanen
Beifall spenden, weiß Heiko Müller, dass
die Sanierung von Anwohnerstraßen meist
ein „heißes Eisen“ ist. „Es ist selten so,
dass sich alle Grundstückseigentümer einig
sind, dass sie das wollen, denn schließlich
werden sie durch die gesetzlich
vorgeschriebenen Beiträge erheblich
belastet“, hat Heiko Müller durchaus
Verständnis. Da Anliegerstraßen mit
Kopfsteinpflaster zwar schwierig zu
befahren sind, aber zumindest nicht bei
jedem Regenguss zur für Rollstuhlfahrer
und Kinderwagen unpassierbaren
Schlammpiste werden, kommen von den
weniger befahren Straßen erst mal die
völlig unbefestigten Sandpisten dran. „Die
Pflasterstraßen sind ja zudem prägend für
das Stadtbild von Falkensee“, so Heiko
Müller.

Drei Kreisverkehre?

Während in diesem Bereich also
unterschiedliches Tempo angesagt ist, will
der Bürgermeister bei den Nadelöhren rund
um den Bahnhof aufs Gas drücken. „Ich
hoffe, dass wir mit Kreisverkehren an der
Poststraße, hinterm Gesundheitszentrum
und an der Potsdamer Straße zu einer
Entflechtung des Verkehrs kommen, so
dass die Staus hier endlich vermieden
werden können“, gibt er schon mal
einen Vorgeschmack auf seine nächsten
Turbo-Pläne.

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